Impressionen - GP USA 2017 sutton-images.com
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA 2017 - Rennen 62 Bilder

Die große Show vor dem GP USA

Das sagen Fahrer, Teamchefs & Verantwortliche

Die Formel 1 sucht nach Wegen, sich weiterzuentwickeln und sich für ein jüngeres Publikum attraktiv zu machen. Für den GP USA stellte man eine riesige Show voller Pathos auf die Beine. Den meisten gefiel es. Den Puristen weniger.

Das hätte es unter Bernie Ecclestone nie gegeben. Die Puristen werden sagen, zum Glück nicht. Die Gegenseite jubelte. Der Rennsonntag in Austin war in zwei Teile untergliedert. Auf eine spektakuläre Inszenierung folgte das eigentliche Highlight: das Rennen. Mit dem Ziel, das Formel 1-Wochenende zu einem noch größeren Event zu machen.

Eigentlich begann die Show schon am Samstag. Die Veranstalter rückten das Qualifying um zwei Stunden nach hinten. Üblicherweise begeben sich die Fahrer zwei Stunden nach dem dritten Training auf die Jagd nach den besten Startplätzen. Dieses Mal mussten sie vier Stunden warten. Weil im Anschluss an das Qualifying mit Justin Timberlake und Stevie Wonder zwei Musikkünstler auftraten. Das Publikum sollte erst an die Rennstrecke und dann zum Konzert gelockt werden. Mit Erfolg. „Der Veranstalter meldete ein Plus von 20.000 Besuchern am Samstag“, erklärte Ross Brawn, der zusammen mit Chase Carey und Sean Bratches die neue Formel 1-Spitze bildet.

Großes Promi-Aufgebot mit Bolt & Clinton

GP USA 2017 - Austin - Michael Buffer
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Die Matadore betreten die Arena.

Am Rennsonntag heizte zunächst Lewis Hamilton den Besuchern ein. Und Usain Bolt. Der Sprintstar wurde vom Beinahe-Weltmeister im Mercedes-AMG GT R um die Strecke gewirbelt. Die Veranstalter passten den Zeitplan ein weiteres Mal an. Die Fahrer brachten ihre Autos schon eine Viertelstunde eher in die Startaufstellung. Dann folgte eine Show voller Pathos. Es erinnerte an das Einlaufen vor einem Fußballspiel. Oder an die Zeremonie vor einem amerikanischen Basketball- oder Football-Spiel. Oder einen großen Boxkampf. Es fehlten nur die Scheinwerfer. Dafür war die Prominenz da. Zum Beispiel Ex-US-Präsident Bill Clinton.

In vier Gruppen betraten die Fahrer die große Bühne. Für sie ging es durch einen Tunnel mit künstlichem Nebel über den roten Teppich in die Startaufstellung. Stimm-Legende Michael Buffer stellte die Piloten jeweils einzeln in Gruppen vor. Gruppe 1: Pascal Wehrlein, Marcus Ericsson, Stoffel Vandoorne, Nico Hülkenberg und Carlos Sainz. Gruppe 2: Kevin Magnussen, Romain Grosjean, Daniil Kvyat, Brendon Hartley, Felipe Massa, Lance Stroll, Sergio Perez und Esteban Ocon. Gruppe 3: Max Verstappen, Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas. Zum krönenden Abschluss marschierten die Titelaspiranten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton ein. Alles begleitet von Musik, Cheerleadern und Stuntmen.

Die Stimmen zur Show

18 der 20 Fahrer stellten sich auf dem roten Teppich auf. Hamilton und Vettel standen in der Mitte. Von Angesicht zu Angesicht. Es folgte die Nationalhymne. Selbst der Rennstart wurde zelebriert. Usain Bolt gab mit einer grünen Flagge das Signal für die Lenkradartisten, sich in die Einführungsrunde aufzumachen. Die große Show wurde gekrönt durch ein mit Highlights gespicktes Rennen.

Wir haben uns auf Stimmenfang begeben. War die Show ein Erfolg für die Formel 1? Und müssen andere GP nachziehen?

Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Wilhelm
Lewis Hamilton heizte Usain Bolt bei einer Demofahrt ein.

Lewis Hamilton ist begeistert: „Es war einzigartig und unglaublich. Endlich mal etwas Neues. Seitdem ich dabei bin, war es zehn Jahre lang immer langweilig. Wir fuhren in die Startaufstellung und es gab die Nationalhymne. Dieses Mal war es mehr wie bei einem NFL-Spiel. Die Wartezeit im Tunnel war ein bisschen lang, bis mal alle draußen waren. Aber für mich haben sie hier den Super Bowl ausgerichtet. Das Entertainment war großartig mit den Trommeln, der Band und dem Feuerwerk.“

Sebastian Vettel gibt den Puristen: „Für diejenigen, die so etwas mögen, war es sicher nett. Ich für meinen Teil brauche das nicht. Ich bin kein Showman. Ich steige gern ins Auto und fahre.“

Kimi Räikkönen sieht es ähnlich wie der Teamkollege: „Jeder weiß, wie ich es lieber habe. Aber mich stört es nicht, solange es zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gemacht wird.“

Red Bulls Helmut Marko: „Das war eine super Show. Mal etwas ganz anderes. Es hat nicht abgelenkt. Das Rennen geriet dadurch nicht in den Hintergrund. Klar war das voll auf den amerikanischen Geschmack ausgerichtet. Wir müssen zusehen, dass wir solche Ideen europäisieren. Unsere Leute in Spielberg werden sich das sicher durch den Kopf gehen lassen und nach Ideen für das Rennen in Österreich suchen.“

Red Bull-Teamchef Christian Horner: „Es war ein frischer, cooler Ansatz, der bei den Amerikaner gut ankam. Wir müssen so eine Show nicht jedes Mal machen, aber dort wo es Sinn macht, habe ich nichts dagegen. In Silverstone würde es sicher nicht funktionieren. Es wäre aber falsch zu sagen, wir lassen alles beim Alten. Wenn wir neue Fans begeistern wollen, müssen wir uns neue Sachen einfallen lassen.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Wir müssen Veränderungen offen gegenüber stehen. Es wurden so viele große Persönlichkeiten eingebunden. Für Austin hat das gut gepasst. Mit Michael Buffer als Sprecher und den Bands. Bei anderen Rennen wird das vermutlich aber nicht so ziehen wie in den USA.“

Ross Brawn: „Ich bin sehr stolz darauf, wie dieses Wochenende gelaufen ist. Es zeigt, dass wir mit der Formel 1 in die richtige Richtung marschieren. Wir bewegen kleine Sachen, um die Show zu verbessern. Was wir am Sonntag gemacht haben, hat gut funktioniert. Wir werden das nicht in jedem Rennen machen. Es gibt manche Rennorte, wo es besser hinpasst und wo nicht. Was besonders erfreulich ist: Die Teams sehen jetzt, welche Arbeit wir reinstecken und welche Rückmeldung es darauf gibt.“

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Es war erstklassig. Genau solche Elemente braucht die Formel 1, um die Show zu verbessern.
Eine gute Idee. Gerne mehr davon in ausgewählten Grand Prix. Aber in jedem Rennen muss das nicht sein.
Was ein Quatsch. Der Sport sollte für sich sprechen und mehr Fans anlocken. Wenn es eine Inszenierung braucht, stimmt etwas nicht.
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