Diffusor-Verhandlung

Ferrari tappte im Dunkeln

Ferrari F60 Foto: Wolfgang Wilhelm 10 Bilder

In der FIA-Verhandlung ist Ferrari vehement gegen die Doppel-Diffusoren vorgegangen. Die Konkurrenz bezweifelt allerdings, dass die Italiener das Prinzip der beklagten Unterböden überhaupt verstanden hatten.

Die Beweisaufnahme dauerte sieben Stunden. Dann urteilten die FIA-Richter in Paris: "Der doppelstöckige Unterboden ist legal. "Das kann die WM entschieden haben", glauben die Teams, die jetzt nachrüsten müssen.

Bei der Verhandlung in Paris wollte Ferrari anhand von drei Schaubildern beweisen, warum die Löcher im Unterboden der Autos von Brawn GP, Williams und Toyota illegal sind. "Wenn Ferrari das so nachbaut, müssten wir gegen sie protestieren. Das hat mit unserer Lösung nichts zu tun", juxt Williams-Technikchef Sam Michael.

Toyota-Ingenieur Frank Dernie glaubt, dass Ferrari im Dunkeln tappt. Dieser Verdacht wurde dadurch gestützt, dass in Malaysia ein Ferrari-Mann erwischt wurde, als er im Parc Fermé heimlich Fotos vom Toyota-Diffusor machte.

Anscheinend haben die italienischen Ingenieure mittlerweile herausgefunden, wie man einen effizienten und legalen Unterboden baut. Dank einer intensiven Entwicklung konnte Ferrari die geplante Premiere vom Grand Prix Türkei auf das Rennen in Barcelona vorziehen.

Renault gewinnt Entwicklungswettlauf

Das Rennen der Nachahmer gewann Renault schon in China. Die erste Diffusor-Kopie kam am Freitagnachmittag (17.4.) mit Flavio Briatores Privatjet in Shanghai an. Das Einzelstück war für Fernando Alonso reserviert. Renault legte mit der Entwicklung bereits Ende Januar los.

"Wir haben aber ziemlich lange gebraucht, um herauszufinden, was Brawn GP, Toyota und Williams genau machen und wie man daraus einen Vorteil zieht. Die ersten Windkanalversuche verliefen enttäuschend", verrät Chefingenieur Pat Symonds. Alonso führt weiter aus: "Es reicht nicht, nur den Diffusor zu kopieren. Das ganze Auto muss vom Frontflügel weg darauf abgestimmt sein."

"Der Doppeldiffusor hat positive Effekte, die wir im Windkanal gar nicht sehen", sagt Symonds. "Die Gefahr, dass die Strömung abreißt, ist geringer. Damit haben die Fahrer mehr Vertrauen ins Auto."

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