Diffusor-Protest

Brawn GP und Williams bleiben gelassen

BGP 001 Foto: Brawn GP 19 Bilder

Im Fahrerlager gab es nur ein Thema: Wann werden Ferrari und Co. am Donnerstag (26.3.) gegen den Diffusor von Brawn GP, Toyota und Williams protestieren. Der frühest mögliche Zeitpunkt ist 10 Uhr morgens.

Dann beginnt die technische Abnahme der Autos und damit offiziell auch das Rennwochenende. Das weitere Procedere ist wie folgt: Nach dem Einreichen des Protestes werden die Sportkommissare sich die Meinungen der Kläger, der Beklagten und der FIA in Person von Rennleiter Charlie Whiting anhören.

Aufgrund der komplexen Materie wird es drei bis vier Stunden dauern, bis ein Urteil fällt. Egal wie es ausgeht, der Gang in die Berufung nach Paris ist jetzt schon vorgezeichnet. Und damit stehen die Resultate der ersten beiden Grand Prix in Australien und Malaysia möglicherweise erst vor dem dritten Rennen in Shanghai fest.

Konkurrenz sieht sich benachteiligt

Am Mittwoch zeigten sich die beiden Lager der FOTA unversöhnlich. Nach Meinung von Ferrari, Renault, Red Bull, McLaren und BMW sind die Löcher im Unterboden, durch die die Luft in den oberen der beiden Diffusoren einströmt nicht legal. "Sie entsprechen zumindest nicht dem Geist des Reglements", heißt es bei Ferrari.

Ross Brawn giftet zurück: "Das behaupten diejenigen Teams, die diese Idee nicht hatten und sich jetzt darüber ärgern. Wer die Regeln aufmerksam gelesen hat, für den lag es auf der Hand. Es ist eine clevere Lösung, aber die hätte jeder haben können. Den Kommentaren der anderen nach zu urteilen, haben bis jetzt aber viele noch gar nicht kapiert, um was es da genau geht."

Die Vertreter, die jetzt die Einigkeit der FOTA beschwören, machen bei Brawn GP, Toyota und Williams keinen Eindruck. "Die gemeinsame Linie der FOTA in politischen Fragen ist eine Sache. Der Sport eine andere. Das ist Wettbewerb."

Frank Williams richtete Renault-Teamchef Flavio Briatore und Ron Dennis von McLaren aus, dass er nicht bereit sei, Konzessionen zu machen. Wenn irgendjemand glaube, sein Auto sei illegal, solle er ruhig protestieren. Er werde das gleiche machen, wenn er das Gefühl habe, an anderen Autos sei etwas faul. So habe man das in der Formel 1 schon immer gehandhabt.

Keine Ersatzlösung bei Williams

Sein Technikchef Sam Michael sieht den Aktivitäten der Konkurrenz gelassen entgegen. "Wir sind beim Reglement auf der sicheren Seite. So sicher, dass wir nicht einmal eine Ersatzlösung mitgebracht haben." Und was passiert, wenn die Sportkommissare doch anderweitig entscheiden? "Dann werden wir über Nacht ziemlich viel Karbonteile produzieren müssen, um die Löcher abzudichten."

Ross Brawn kann nicht verstehen, dass die Konkurrenz so lange geschlafen hat. Schließlich ist die Diffusorproblematik seit Ende Januar bekannt. "Ferrari ist erst aufgewacht, als jemand schneller gefahren ist als sie." Ferrari war zwischen 1996 und 2006 der Arbeitgeber des Engländers.

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