Felipe Massa - Ferrari - GP Singapur 2008 Wilhelm
Kevin Magnussen - Renault - Formel 1 - GP Malaysia - Freitag - 30.9.2016
Pastor Maldonado - Lotus - GP Abu Dhabi 2014
Jacques Laffite - Ligier JS27 - GP England 1986
Nick Heidfeld - Lotus - GP Spanien 2011 41 Bilder

F1 diskutiert über Nachtanken: Kosten von über 1 Million Euro

Formel 1 diskutiert über Nachtanken Kosten von über einer Million Euro

Liberty Media und die FIA wollen die Formel 1 für 2021 umkrempeln. Eine Option, die auf dem Tisch liegt, ist die Rückkehr zu Tankstopps. Die Fahrer sprechen sich mehrheitlich dafür aus. Die Ingenieure hingegen warnen vor der Langeweile.

Die Formel 1 steht vor wegweisenden Entscheidungen. Bis Oktober soll das Reglement für 2021 stehen. Bis dahin wird über die letzten Details des Autos der Zukunft diskutiert. Selbst alte Ideen werden wieder aufgewärmt, in der Hoffnung, die Show auf der Rennstrecke zu verbessern. FIA-Präsident Jean Todt wünscht sich offensichtlich eine Rückkehr zu Tankstopps. Es mehren sich die Stimmen im Fahrerlager, der Franzose dränge in diese Richtung.

Betriebskosten von 330.000 Euro

Bei einem Treffen am Dienstag (23.07.2019) vor dem GP Deutschland diskutierten FIA, Liberty Media und die Teamchefs bei einem Treffen in Genf mitunter über das Nachtanken. Mit offenem Ergebnis. In jedem Fall würde die Rückkehr zu Tankstopps zu Mehrkosten führen. Ein Experte rechnet vor. „Für die Anschaffung der Tankanalage würden in der ersten Saison Kosten von einer Million Euro auf uns zukommen. Wir müssten extra zwei Mechaniker abstellen, die sich um die Vorrichtungen kümmern.“

In den folgenden Jahren müssten die Teams pro Saison mit Betriebskosten von rund 330.000 Euro rechnen. Darunter fallen vor allem die Transportkosten (Luftfracht), die Wartung der Anlagen und die Ersatzteile. „Früher mussten wir sie von einem Hersteller beziehen. Entsprechend teuer war der Preis.“

Es sind aber nicht unbedingt nur die Kosten, vor denen die meisten Teams warnen. Die Ingenieure befürchten, dass die Rennen mit Tankstopps berechenbarer werden, und die Strategien noch eintöniger. „Man muss sich nur mal die Rennen vor 2010 anschauen. Vor allem die Rennen Anfang der 2000er Jahre“, erzählt ein Teammanager.

„Da fuhr der mit dem wenigsten Sprit im ersten Stint erst einmal vorneweg. Die Spitze zog sich je nach Füllmenge auseinander. Erst nach den ersten Stopps wurde gegeneinander gekämpft. Allerdings nicht so wie später, als Tankstopps verboten wurden. Die Überholkurve steigt zwischen 2009 und 2010 relativ steil an.“

Ein Ingenieur wirft ein. „Die Zeiten des Undercuts und Overcuts wären mehr oder weniger vorbei. Jeder würde so lange fahren, bis der Tank leer ist, und dann Nachtanken. Weil das der schnellste Weg ist.“ Der Undercut beschreibt den früheren Boxenstopp, um den Gegner mit frischeren Reifen zu überholen. Der Overcut den späteren Reifentausch, in der Hoffnung, die alten Reifen leisten noch mehr als neue. Weil zum Beispiel das Aufwärmen der neuen Gummis zu lange dauert.