Diskussion über F1-Budgets

Schnelle FOTA-Antwort an Mosley oder Warten?

F1-Teamchefs Foto: Tobias Grüner 32 Bilder

Der Brief von FIA-Präsident Max Mosley zum Thema Budgetobergrenze hat die Teams aufgeschreckt. Knackpunkt ist die knappe Frist, die der Weltverband der Teamvereinigung FOTA für eigene Vorschläge gesetzt hat.

Während Brawn GP, Williams und Red Bull darauf drängen, dem Verband vor der Weltratsitzung am 29. April eine Antwort zu liefern, will FOTA-Chef Luca di Montezemolo bis zum nächsten offiziellen Treffen der Teams warten. Das hat politische Gründe. Ferrari sträubt sich gegen den Plan. Offiziell, weil man die Kontrolle der Finanzflüsse für unmöglich hält. Inoffiziell, weil man Angst hat, mit Summen wie 50 oder 60 Millionen Euro nicht mehr effizient arbeiten zu können.

"Wenn wir jetzt zu lange warten, könnte es zu spät sein", fürchtet Ross Brawn. "Wenn wir der FIA keine Obergrenze nennen, macht Max Mosley, was er für richtig hält. Und diese Budgetgrenze schmeckt möglicherweise keinem von uns."

Unterschied zwischen Hersteller und Kundenteams

Mosley hat in seinem Schreiben die Teams aufgefordert, ihm ein realistisches Limit zu nennen. Er hat bereits festgesetzt, dass es innerhalb dieses Rahmens separate Limits für Motor und Kraftübertragung gibt. Das Motorbudget darf fünf Millionen Euro nicht übersteigen, der Getriebe-Etat soll bei 1,5 Millionen Euro eingefroren werden. "Das geht so nicht", kritisiert Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Man kann einen Motorhersteller und einen Kunden nicht über den gleichen Kamm scheren."

Die Fahrergehälter sind nach Mosleys jüngstem Modell nicht mehr Teil des Budgetlimits. Damit hat Ross Brawn ein Problem. "Die Autos sind heute sehr gleichwertig. Am Ende werden die Teams gewinnen, die sich die besten Fahrer leisten können." Er vergleicht die Situation mit der MotoGP: "Wer dort Valentino Rossi oder Casey Stoner im Stall verpflichtet, hat schon halb gewonnen."

Brawn setzt realistische Grenze

Brawn kann sich eine Obergrenze von 60 Millionen Euro vorstellen. "Wenn die Teams 30 Millionen von Bernie Ecclestone bekommen, besteht eine Chance, den Rest über Sponsoren aufzutreiben. Selbst mit nur 50 Millionen in der Kasse wäre man gegen die Teams mit 60 Millionen nicht chancenlos." Anders als jetzt, wo 300 gegen 70 Millionen Euro stehen.

Das Budget-Thema wird in Bahrain noch zu heißen Diskussionen führen. Für den Samstag hat sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo angekündigt. Vielleicht kommt es ja doch zu einer Krisensitzung der FOTA.

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