Diskussion um Motorenreglement

Foto: dpa 71 Bilder

Update ++ Die Sportliche Arbeitsgruppe der Formel 1 lehnt das Einfrieren der Motorentechnik zur Absenkung der Kosten ab. Stattdessen soll künftig die Zahl der Motoren pro Saison limitiert werden. Von Ferrari und der FIA gibt es Gegenwind.

Die von der Sportbehörde FIA eingesetzte Sporting Working Group (SWG) warf bei ihrem ersten Treffen zu allererst das von FIA-Präsident Max Mosley ausgeheckte künftige Motorenreglement über Bord.

Mit einer Mehrheit von 8:4 Stimmen entschieden die Teammanager der zwölf für 2008 eingeschriebenen Rennställe, dass ein "Einfrieren" der Motorentechnik bis einschließlich 2010 unerwünscht ist. In der neu eingesetzten Arbeitsgruppe reichen einfache Mehrheiten bei Abstimmungen aus. Kurios: Selbst Renault, wo die technische Begrenzung zunächst sehr forciert wurde, stimmte gegen den Mosley-Vorschlag.

50 Motoren pro Jahr

Die Teams bevorzugen eine andere Regelung, um die Kosten zu senken: Zukünftig soll die Anzahl der pro Jahr gefertigten Motoren limitiert werden. Gemäß einem Honda-Vorschlag sind 50 Motoren pro Team als Maximum vorgesehen. Zur Zeit produzieren einige Hersteller bis zu 200 Motoren pro Jahr.

Zudem soll eine Liste von Teilen erstellt werden, die weiterhin beliebig ausgetauscht werden dürfen. Ein Drehzahllimit von 19.500/min soll die Haltbarkeit der Achtzylinder verbessern. Um das Überholen zu erleichtern, ist eine zeitweilige Erhöhung auf 20.000/min per Knopfdruck erlaubt.

Aus FIA-Kreisen sickerte indessen durch, dass die Sporthoheit keine Regeln akzeptiere, die die angestrebte Kostenreduktion gefährden. Ferrari-Teamchef Jean Todt hält den Vorschlag der SWG ohnehin für irrelevant: "Wer die Regeln für 2008 liest, muss einsehen, dass die Motorenregeln bereits feststehen und die Technik für drei Jahre eingefroren wird."

Die Mehrheit der Teams, die für die Abnschaffung der Motorenhomologation plädiert hat, will nun der FIA eine Kalkulation vorlegen, die beweisen soll, dass ihre Lösung die Kosten ebenso stark senkt. Bisher geht die FIA davon aus, dass die Motorenhersteller zusammen etwa eine Milliarde Dollar jährlich für die Motorenentwicklung und -Fertigung ausgeben.

Kein Gewichtshandicap bei Motorwechsel

Den Vorschlag, die ab 2008 vorgeschriebene Standardelektronik zumindest bei Testfahrten durch eine eigene Motorsteuerung ersetzen zu dürfen, lehnte die Arbeitsgruppe ab. Auch die Idee von Max Mosley, bei einem unplanmäßigen Motorwechsel statt der Verbannung in die hinteren Startreihen ein Gewichtshandicap einzuführen, fand vor den Teammanagern keine Gnade.

Die Vorschläge der SWG gehen nun an die Formel 1-Kommission der FIA. Sollte diese die Vorschläge nicht annehmen, müssen die Teammanager erneut tagen. Bis zum GP Monaco (28.5.) soll das sportliche Reglement für die Saison 2008 stehen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Kommentar schreiben
Neues Heft
Top Aktuell Vettel vs. Verstappen - GP Singapur 2018 Rennanalyse GP Singapur Mercedes provoziert Ferrari-Fehler
Beliebte Artikel Valtteri Bottas - Mercedes - Qualifying - GP Australien 2018 - Melbourne Bottas muss fünf Plätze zurück Einschlag mit 27 g FIA bestätigt Prodrive ist das zwölfte Team
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen Ferrari Monza SP1 Ferrari Monza SP1 und Monza SP2 (F176) Limitierte Hardcore-Renner auf 812-Basis Erlkönig Mercedes-AMG A45/A50 Erlkönig Mercedes-AMG A-Klasse A45/A50 (2019) Hier fährt der A45-Nachfolger
Allrad Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Seat Tarraco (2019) Lesen Sie hier alles zum neuen Seat-SUV Suzuki Jimny 2018 Weltpremiere Suzuki Jimny (2018) Neuauflage startet ab 17.915 Euro
Oldtimer & Youngtimer Ford Sierra I Cosworth 1985 50 Jahre Ford RS Schnelle Escort, Sierra, Focus Girls & Legendary US-Cars 2033 Girls & Legendary US-Cars 2019 Pin-Up-Girls und Muscle Cars