Diskussion um neue Flügel

Foto: Daniel Reinhard

Fahrer und Ingenieure wehren sich gegen neue Aerodynamik-Regeln. Vor allem die Idee, den Autos geteilte Heckflügel zu verpassen, stößt auf zahlreiche Einwände.

Geht es nach den Wünschen der meisten Fahrer, bliebe alles wie es ist. Die Diven hinterm Lenkrad verzichten nur ungern auf Abtrieb. Auch die Ingenieure sind von der Idee der FIA, die Heckflügel massiv zu beschneiden, wenig begeistert. Neben dem Unwillen, sich neuen Ideen zu öffnen, kommen aber auch begründete Einwände.

"Im Prinzip ist der geteilte Flügel die richtige Lösung, aber sie ist unausgegoren", sagt Toyota-Technikchef Gustav Brunner. FIA-Chef Max Mosley favorisiert zwei Heckflügel hinter den Hinterreifen, statt der bisherigen Lösung mit einem zentralen Leitwerk. Das Ziel: Der hinterherfahrende Konkurrent soll durch den Wegfall der massiven Verwirbelungen des Flügels im Windschatten keinen Abtrieb mehr verlieren. So soll das Überholen erleichtert werden.

Gustav Brunner: "Wie Fahren ohne Flügel"

Brunner klagt: Die geteilten Flügel müssten höher sein. Da sie mit ihren 80 Zentimertern die Hinterreifen nur um 14 Zentimeter überragen, geht 60 Prozent Abtrieb an der Hinterachse verloren. Das brächte die Autos komplett aus der aerodynamischen Balance. "Es wäre wie ein Fahren ohne Heckflügel", warnt Brunner.

Zudem warnt der Österreicher vor einem Regelschlupfloch. Findige Ingenieure könnten die bisher flache Heckverkleidung hochziehen, um zusätzliche Abtriebsflächen zu genereiren. Die Folge: Der Hintermann rutscht wieder durch sogeannte "dirty air" (Turbulenzen). Auch müssten die hochgezogenen Diffusoren flacher ausfallen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Rückkehr zu profilierten Unterböden?

Um die Autos besser ausbalancieren zu können, wünscht sich Williams-Technikchef Sam Michael die Abkehr von flachen Unterböden. Die Idee: Lässt sich über einen profilierten Unterboden in der Wagenmitte Abtrieb erzielen, reagiert das Autos bei Beschneidungen von Front- oder Heckflügel nicht so sensibel. Bei den aktuellen Autos tragen die Flügel zwei Drittel des Gesamtabtriebs bei.

Die FIA will den Abtriebsverlust teilweise mit der Rückkehr zu profillosen Reifen und der Verbreiterung der Autos von 1,8 auf zwei Meter kompensieren. Völlig ungeklärt ist bisher, wie die hinter den Rädern thronenden Flügel eigentlich stabil befestigt werden sollen.

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