Disqualifikation geht vor Gericht

Verhandlungstermin erst nach Bahrain

Red Bull - GP Australien 2014 Foto: Wilhelm 11 Bilder

Red Bull ist wie angekündigt in Berufung gegangen. Die FIA hat mittlerweile auch den Termin für die Verhandlung festgesetzt. Am 14. April 2014 wird entschieden, ob Daniel Ricciardo sein Podium wiederbekommt.

Die Disqualifikation von Daniel Ricciardo ist wie befürchtet vor dem FIA Berufungsgericht gelandet. Wie der Weltverband gegenüber auto motor und sport bestätigte, hat das Weltmeisterteam die notwendigen Dokumente kurz vor Ablauf der 96-stündigen Frist am Donnerstag (20.3.2014) um 14 Uhr eingereicht.

Am Freitag wurde auch der Termin für die Verhandlung festgelegt: Am 14. April wird entschieden, ob der Ausschluss Ricciardos aus der Wertung beim GP Australien korrekt war, oder ob der Australier seinen ersten Podiumsplatz am Grünen Tisch zurück erhält.

Der Termin in der Woche vor dem GP China bringt Red Bull vor eine schwierige Entscheidung. Beibt das Team auch in Malaysia und Bahrain bei der Linie, den FIA-Durchflusssensor zu ignorieren und erneute Disqualifikationen zu riskieren? Oder lenkt der Weltmeister-Rennstall ein und geht bei der Einspritzmenge auf Nummer sicher?

Hat Red Bull eine Chance vor Gericht?

Die Chancen auf eine Korrektur des ersten Urteils stehen für Red Bull nicht besonders gut. Obwohl das Berufungsgericht, bestehend aus mindestens 3 Richtern, unabhängig ist, werden die Entscheidungen der FIA-Kommissare an der Strecke nur selten nachträglich umgedreht.

Die Red Bull-Verantwortlichen sind allerdings überzeugt davon beweisen zu können, dass das zulässige Limit der eingespritzten Benzinmenge (100 kg/h) nicht überschritten wurde. Die eigenen Messungen hätten demnach niedrigere Werte angezeigt als der offiziell von der FIA eingesetzte Sensor. "Die Sensoren haben das ganze Wochenende falsche Werte angezeigt. Nicht nur bei uns", verteidigt sich die Red Bull-Teamspitze.

Allerdings geht es in dem Verfahren auch nicht vorrangig darum, ob Red Bull über dem Limit lag oder nicht, sondern vor allem darum, ob die eigenen Messungen überhaupt anerkannt werden können. Red Bull wurde in der Begründung der Disqualifikation in erster Linie ein Verfahrensfehler vorgeworfen. Die Rennleitung hatte den Ingenieuren keine Freigabe erteilt, den offiziellen Durchflussmengen-Sensor zu ignorieren. Mehrfach hatte man Red Bull gebeten, die Einspritzmenge zu reduzieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Das Urteil könnte nicht nur Auswirkungen auf den konkreten Fall haben. Würde das Berufungsgericht Red Bull Recht geben, könnte es in Zukunft häufiger zu Einsprüchen gegen FIA-Entscheidungen geben. Vor allem die Ergebnisse der technischen Abnahme wären dann nicht mehr vor nachträglichen Überprüfungen sicher, wenn die Teams Zweifel anmelden.

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