Dominanz mit Handicap

Foto: dpa

Einen sattes Zeitpolster von 0,617 Sekunden legte Michael Schumacher zwischen sich und seine Verfolger. Dennoch wird das Rennen morgen kein Spaziergang für den Deutschen.

Der große Vorsprung täuscht: Michael Schumacher wird es morgen nicht leicht haben, den fünften Sieg des Jahres unter Dach und Fach zu bringen. Zwei Punkte sind es, die den Weltmeister beim morgigen Rennen das Leben sauer machen könnten: Zum einen droht ihm beim Startduell Ungemach gegen den als harten Knochen geltenden Juan Pablo Montoya. Zum anderen zeigen einige Indizien, dass der Weltmeister sich für eine sehr riskante Rennstrategie entschieden hat. Ein extrem früher Boxenstopp könnte den Konkurrenten Trümpfe in die Hand spielen. Technik-Spione berichteten aus der Ferrari-Box, dass Schumacher, ebenso wie der sechstplatzierte Rubens Barrichello, die harten Bridgestone-Reifen wählte.

Mit dieser Reifenoption wiederum lässt sich nur dann eine vernünftige Trainingszeit schaffen, wenn man sehr wenig Benzin an Bord hat. "Ich bin keine schlechte Runde gefahren" bestätigte der Brasilianer, der in der Qualifikation 1,2 Sekunden auf Schumacher einbüsste. Es wird allgemein erwartet, dass Schumacher schon in Runde sieben oder acht an die Box kommt. Zum Vergleich: "Wir tanken in der elften Runde", verriet Renault-Teamchef Flavio Briatore.

Möglicherweise wählt der Ferrari-Star eine Vierstopp-Strategie. 2003 legten alle Spitzenfahrer in Barcelona drei Stopps ein. Nur Williams vertraute auf zwei Boxenhalte, ein Fehler, wie sich herausstellte. Ein kleines Rechenexempel zeigt: Pro Runde verbrauchen die Autos in Barcelona 2,8 Kilogramm Benzin (entsprechend 3,6 Liter pro Runde oder rund 70 Liter auf 100 Kilometer). Der so genannte Benzin-Effekt beträgt knapp vier Zehntelsekunden pro zehn Kilogramm Mehrgewicht. Wer drei Runden früher tankt, gewinnt also allein über die geringere Benzinmenge drei Zehntelsekunde pro Runde. Und wer seinen Tankstopp drei Runden länger herausögern kann, hamstert auf diese Weise eine möglicherweise rennentscheidende volle Sekunde.

Im Startduell gegen Montoya darf Schumacher keine Schonung erwarten. Nach dem umstrittenen Manöver in der Startrunde von Imola, war Montoya vor Wut völlig aus dem Häuschen: "Schumacher ist blind." Man kann sich leicht ausmalen, dass der heissblütige Montoya auf revanche sinnt. In der Öffetlichkeit zügelte sich Montoya jedoch. Angesprochen auf die enge Startkurve in Barcelona meinte der Kolumbianer achselzuckend: "Schauen wir mal was passiert." "In den ersten Runden können wir uns morgen auf ein elektrisierendes Rennen gefasst machen", prophezeit Ferrari-Technikchef Ross Brawn.

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