Daniel Ricciardo - GP Abu Dhabi 2018 Red Bull
McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018 93 Bilder

Donnerstag-Check Abu Dhabi 2018

Sechs Abschiede und ein Comeback

In unserem Donnerstag-Check haben wir die aktuelle News von allen 10 Teams. Mercedes ist zuversichtlich, dass Hamiltons Motor hält. Robert Kubica kehrt als Stammfahrer in die Formel 1 zurück.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu an den Autos ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Es viele Abschiede und ein Comeback. Fernando Alonso, Stoffel Vandoorne, Brendon Hartley, Sergey Sirotkin, Esteban Ocon und Marcus Ericsson fahren in Abu Dhabi ihr vorerst letztes Formel 1-Rennen. Kimi Räikkönen, Charles Leclerc, Daniel Ricciardo, Pierre Gasly und Lance Stroll wechseln das Team. Robert Kubica kehrt nach neun Jahren in den Zirkus zurück.

Mercedes

Mercedes will den angeschlagenen Motor von Lewis Hamilton im Freitagstraining ausprobieren und dann entscheiden, ob gewechselt wird oder nicht. Der Einsatz eines vierten Motors würde den Weltmeister um mindestens 10 Startplätze zurückwerfen. Theoretisch könnte Hamilton zwar noch mit dem Spec 2-Motor fahren, der in Paul Ricard, Spielberg, Silverstone, Hockenheim, Budapest, Singapur und Mexico-City zum Einsatz kam, doch ein achtes GP-Wochenende mit der Antriebseinheit wäre mindestens so riskant wie ein Rennen mit einem Triebwerk, das 55 Runden lang zu heiß gelaufen ist.

Die Ingenieure sind nach Untersuchungen vorsichtig optimistisch. Die Checks mit dem Boroskop haben auf den ersten Blick keine Schäden auf den Kolben erkennen lassen. Für die Reifentests kommende Woche in Abu Dhabi sind Lewis Hamilton und Valtteri Bottas eingetragen. „Es geht um die nächstjährige Reifengeneration. Da brauchen wir das Feedback unserer Stammpiloten“, heißt es bei Mercedes.

Ferrari

Sebastian Vettel zieht Bilanz: „Wir hatten dieses Jahr Hochs und Tiefs. Es wäre schön, die Saison mit einem Hoch zu beenden. Der letzte Sieg ist eine Weile her, aber ich glaube nicht, dass wir verlernt haben, wie man gewinnt.“ Kimi Räikkönens Hunger auf den dritten Platz in der Fahrer-WM hält sich in Grenzen: „Dann muss ich ja zur Preisverleihung. Auf den Termin kann ich verzichten.“ Auf Landsmann Bottas fehlen Räikkönen 14 Punkte.

Red Bull

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
sutton-images.com
Ricciardo feiert Abschied von Red Bull.

Daniel Ricciardo weiß auch nicht, warum der Red Bull seit drei Rennen wieder ein Siegerauto geworden ist. „Die Dinge sind so komplex, der Sport so verwirrend. Die Ingenieure wissen sicher eine Antwort, aber vielleicht erzählen sie mir nichts mehr.“ Ricciardo lobt die Aerodynamik-Entwicklung, meint aber, dass es nicht das eine große Geheimnis gibt, das den Red Bull RB14 schneller macht. Teamchef Christian Horner wird ein bisschen deutlicher: „Wir lagen mit der Diffusor-Entwicklung falsch. Den Fehler haben wir nach der Sommerpause korrigiert.“

Ein Schlüssel für die starke Form der Red Bull ist ihr außergewöhnlich niedriger Reifenverschleiß. Selbst die Fahrer sind überrascht: „Ich bin in Brasilien vom 11. Startplatz nach vorne gefahren, bin im Verkehr festgesteckt, und trotzdem haben die Reifen nicht gelitten“, erzählt Ricciardo. Max Verstappen blickt ohne Reue auf den GP Brasilien zurück: „Ich würde nichts anders machen. Für mich war Ocons Manöver sinnlos. Zwei Runden später hätten seine Reifen wieder nachgelassen, und er hätte mich wieder vorbeilassen müssen.“

Force India

In Brasilien war Force India außer Form. Keine Chance gegen Sauber und HaasF1. Sergio Perez hofft, dass der Durchhänger nur mit der Streckencharakteristik zu tun hat. Und mit der gestörten Vorbereitung seines Autos. „Ich bin vor der Qualifikation kaum zum Fahren gekommen.“ Esteban Ocon bedauerte mit 14 Tagen Verspätung den Unfall mit Max Verstappen, erklärte trotzdem sein Manöver: „Das Team hat mir gesagt, dass ich angreifen soll. Also habe ich es gemacht.“

In der Sache Ocon gegen Verstappen nimmt Perez seinen Teamkollegen zum Teil in Schutz. „Ich hätte in vergleichbarer Situation Max auch angegriffen, aber mit weniger Risiko. An Stelle von Max hätte ich mehr Platz gelassen.“ Rückblickend auf zwei Jahre hartes Stallduell mit Ocon urteilt der Mexikaner: „Esteban war von allen Teamkollegen bestimmt nicht mein bester Freund. Ich würde sagen, dass unser Verhältnis professionell war.“

Williams

Robert Kubica - Williams - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
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Der Donnerstag begann mit einer Pressekonferenz bei Williams.

Robert Kubica feiert beim GP Australien 3.045 Tage nach seinem letzten GP-Einsatz beim GP Abu Dhabi am 14. November 2010 ein Comeback. Der 33-jährige Pole atmete auf: „Es war ein langer Weg bis zu diesem Moment. Aber nachdem ich es nun endlich zurück in die Formel 1 geschafft habe, beginnt eine neue Herausforderung mit Williams auf der Strecke. Wieder zurück in der Formel 1 zu sein ist eine der größten Leistungen meines Lebens. Danke an alle, die mich unterstützt und an mich geglaubt haben.“

Lewis Hamilton beglückwünschte den Heimkehrer und juxte: „Wie alt ist Robert? Was, ein Jahr älter als ich. Was für ein Glück. Jetzt bin ich nächstes Jahr nur noch der drittälteste Fahrer im Feld. Nach dem Abgang von Alonso habe ich schon befürchtet, dass ich der zweitälteste Fahrer sein würde.“

Sergey Sirotkin schaut jetzt in die Röhre. „Ich habe mich seit einer Woche darauf eingestellt, aber richtig informiert wurde ich erst gestern Abend. Das ist hart. Als Rennfahrer willst du natürlich Rennen fahren. Über eine Alternative habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich werde Williams mit dem Gedanken verlassen, dass ich nicht mein ganzes Potenzial zeigen konnte.“

Renault

Es könnte wieder ein gutes Rennen für Renault werden. „Kurze Kurven, meist rechtwinkelig. Das liegt uns“, freut sich Einsatzleiter Alan Permane. „Das größte Problem sind lange Kurven oder solche, in die man beim Einlenken bremst. Davon gibt es hier nur drei oder vier.“ Nico Hülkenberg wagt schon mal ein Resümee: „Die Saison war okay. Die Schlagzeile ist: Wir haben den vierten Platz. Aber es muss in der Zukunft noch einiges besser werden, wenn wir wie geplant zu den Top-Teams aufschließen wollen.“

McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
Aktuell

Toro Rosso

Für Pierre Gasly ist der GP Abu Dhabi ein ganz spezielles Rennen: „Hier habe ich meine Formel 2-Meisterschaft gewonnen. Hier fahre ich mein letztes Rennen für Toro Rosso. Und nach dem Rennen beginnt meine Zukunft mit Red Bull.“ Deshalb hofft der Franzose zum Abschied auf ein versöhnliches Resultat.

Gasly glaubt, dass Toro Rosso das Nachtrennen in die Karten spielt. „Da ist es kühl, und wir sollten nicht wie zuletzt Probleme mit Blasen auf den Reifen bekommen.“ Das hat sich bei den letzten Rennen als Schwachstelle des Autos herausgestellt. Was Gasly nicht verstehen will: „Fast die ganze Saison war das Reifenmanagement unsere Stärke. Auf einmal nicht mehr.“ Der Kampf um Platz 8 gegen Sauber ist für den Franzosen nur zweitrangig: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren und nicht auf diesen Platz. Ich sage nur: In der Formel 1 ist nichts unmöglich.“

HaasF1

HaasF1 hat gegen Force India Protest eingelegt. Da das Team seit dem GP Belgien mit einer neuen Lizenz unter dem Namen Racing Point Force India antritt, hat es logischerweise das Auto nicht selbst gebaut. Das verlangen die Formel-1-Statuten. HaasF1 will Force India nicht aussperren, nur gleiches Recht für alle. Wenn Force India die nächsten zwei Jahre die Anwesenheitsprämie (Säule 1-Geld) bekommt, dann steht diese nach Meinung des US-Teams auch HaasF1 zu. Die Amerikaner müssten demzufolge rund 60 Millionen Dollar für die Jahre 2016 und 2017 bezahlt bekommen.

McLaren

Hamilton & Alonso - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018
xpb
Hamilton und Alonso hatten Spaß in der letzten gemeinsamen Pressekonferenz.

Fernando Alonso fährt in Abu Dhabi seinen vorerst letzten Grand Prix. McLaren spendiert dem Spanier dafür eine extra Lackierung. Der zweifache Weltmeister muss sich erst noch daran gewöhnen, dass in Abu Dhabi vorerst alles zum letzten Mal stattfindet. „Ich glaube, die Emotionen kommen erst am Sonntag. Ich bin vor zehn Stunden von Japan kommend hier gelandet und noch nicht so richtig im Rennmodus.“

Immerhin hat er sich schon sein Highlight in 18 Jahren Formel 1 herausgesucht. „Mein Sieg 2012 in Valencia. Der kam völlig unerwartet. Wir waren in der Qualifikation nicht mal im Q3. Dann haben wir alles richtig gemacht. Die Strategie, die Überholmanöver. Wir haben alle Chancen genutzt.“

Das größte Kompliment machte ihm ein Fahrer, der nächstes Jahr wie Alonso nicht mehr in der Formel 1 fährt. Brendon Hartley preist weder den Speed, noch die Rennintelligenz des 32-fachen GP-Siegers. Der Neuseeländer hat ein anderes Bild von Alonso: „Ich habe noch nie einen so fairen Fahrer im Zweikampf erlebt. Fernando lässt dir immer Platz zum Überleben.“

Sauber

Das Ziel ist ehrgeizig. Nachdem Sauber im Kampf um Platz 8 an Toro Rosso vorbeigegangen ist, hat der Schweizer Rennstall jetzt Rang 7 im Visier. Auf Force India fehlen 6 Punkte. Um vorbeizuziehen bräuchte Sauber 7 Zähler, weil Force India mit dem 5. Platz von Sergio Perez in Spa das bessere Einzelergebnis hat. „Die Chancen sind nicht groß, aber versuchen können wir es ja“, meint Teammanager Beat Zehnder.

Das Problem an Abu Dhabi ist, dass dieser Grand Prix selten spektakuläre Rennen liefert. „Es gibt immer wenig Ausfälle, nie ein Safety-Car, nie Regen“, bedauert Zehnder. Noch ist es nicht offiziell, aber intern steht es bereits fest. Die Reifentests am Dienstag und Mittwoch werden von Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi gefahren. Charles Leclerc testet bereits im Ferrari.

Motorsport Aktuell McLaren - GP Abu Dhabi - Formel 1 - 22. November 2018 F1-Fotos GP Abu Dhabi 2018 (Donnerstag) Spezial-Design zum Alonso-Abschied

In Abu Dhabi wurden die Autos am Donnerstag zum letzten Mal in dieser...

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