GP Kanada 2018 Donnerstag-Check

0,02 Millimeter stoppen Mercedes-Motor

Mercedes - GP Kanada 2018 Foto: ams 54 Bilder

Am Donnerstag herrschte in Montreal noch die Ruhe vor dem Sturm. Wir haben uns im Fahrerlager umgehört, haben die zehn Teams auf Neuigkeiten abgecheckt, und verraten Ihnen, was die Fahrer vom Kanada-Rennwochenende erwarten.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was alle neu an den Autos ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Mercedes fährt mit den alten Motoren. Am Dienstag ergaben Checks beim Zusammenbau des Kurbelgehäuses bei einer Komponente eine Abweichung von 0,02 Millimeter vom geforderten Wert. Daraufhin wurde entschieden, noch ein Rennen mit dem Spec-1-Motor zu fahren. Während Lewis Hamilton fürchtet, dass er gegen Ferrari und Red Bull mit deren Motor-Ausbaustufen nicht um den Sieg kämpfen kann, sieht es Valtteri Bottas positiv: „Unser alter Motor ist kein schlechter Motor.“ Mercedes erwartet von der neuen Spezifikation einen PS-Anstieg im einstelligen Bereich.

Ferrari

Sebastian Vettel gab nicht viel preis über die Ferrari-Upgrades: „Wir werden alles auspacken, was wir haben und dann schauen, ob es genug ist.“ Der Spec 2-Motor ist eine bekannte Größe. HaasF1 und Sauber haben ihn bereits in Monte Carlo schon probiert. Kimi Räikkönen fährt noch mit dem alten Material, weil er schon in Barcelona zum Wechsel auf die zweite Antriebseinheit gezwungen wurde. Aerodynamisch sind keine großen Änderungen zu erwarten, genau übrigens wie bei Mercedes.

Red Bull

Keine Strafe für Daniel Ricciardo. Vorerst. Im Auto mit der Startnummer 3 kommt die MGU-K von China zum Einsatz. Neu sind nur der Motor, der Turbolader und die MGU-H. „Ein kleiner Fortschritt. Er wird uns im Q3 vielleicht näher an Mercedes und Ferrari heranbringen, aber nicht vorbei“, fürchtet Max Verstappen. Der Holländer will über seine Unfallserie nicht mehr sprechen: „Stellt nicht immer die gleichen Fragen! Mein Blick geht nach vorne.“

Force India

Kleines Upgrade in Montreal, großes in 14 Tagen in Paul Ricard. Diesmal brachte Force India nur kleine Retuschen am Diffusor an. Einsatzleiter Tom McCullough erwartet mit den Hypersoft-Reifen mehr Arbeit als in Monte Carlo. „Schon letztes Jahr haben die Reifen hier in Montreal gekörnt. Dass der Hypersoft besonders anfällig dafür ist, wissen wir seit Monte Carlo. Es wird im Rennen eine Herausforderung, die Reifen am Leben zu halten. Besonders hinten erwarten wir erhöhten Verschleiß.“

Williams

Montreal ist vom Layout ähnlich wie Baku. Lange Geraden, kurze Kurven. Das sollte die Probleme von Williams etwas kaschieren. Den Fahrern fehlt Vertrauen ins Auto, weil sich die Balance vom Bremsen bis zum Beschleunigen ständig ändert. Je länger der Kurvenradius, desto größer das Problem. Williams arbeitet weiter an Frontflügel und Leitblechen, um die schlechte Luft daran zu hindern, unter das Auto zu strömen. Lokalheld Lance Stroll ist zuversichtlich, dass es besser läuft als zuletzt: „Wir wissen, was in Monte Carlo falsch gelaufen ist.“ Der Kanadier hat in Montreal übrigens seine eigene Tribüne. Ausgangs der Haarnadel.

Renault

Renault bringt zum dritten Mal in Folge neue Leitbleche. Front- und Heckflügel wurden für Montreal angepasst. „Sie liegen zwischen den Versionen von Barcelona und Baku“, erzählt Einsatzleiter Alan Permane. Dazu kommt natürlich der B-Spec des Motors. „Ein kleiner Fortschritt, der aber die Welt nicht ändern wird“, sagt Nico Hülkenberg. Auffälliger ist das schon der neue Haarschnitt des Rheinländers inklusive Blondierung für 120 Euro. „Macht mich 3 Zehntel schneller“, grinst Hülkenberg.

Toro Rosso

Honda bringt einen völlig neuen Verbrennungsmotor. Die Zahlen versprechen einen deutlichen Fortschritt. Mit seiner guten Traktion sollte Toro Rosso auch stark in den Schikanen sein. „Bis jetzt waren wir auf manchen Strecken limitiert. Wenn das Motor-Upgrade das bringt, was wir uns versprechen, sollten ab jetzt konstantere Leistungen bringen“, hofft Brendon Hartley. Montreal ist Neuland für den Neuseeländer. „Ich bin viel Simulator gefahren und bin auch ein paar Mal in der Wall of Champions gelandet“, grinst Hartley.

HaasF1

Endlich ist das großé Aero-Upgrade da. Neu sind der Frontflügel, der komplette Unterboden, die Seitenkästen und die Leitbleche. HaasF1 betet, dass die Strömungsausrichter endlich nicht mehr vom Auto fallen. In Monte Carlo gab es erneut Probleme. Das Team musste einige Teile abmontieren. Das kostete 20 Punkte Abtrieb.

McLaren

McLaren hat Heckflügel, die Bremsbelüftungen und den Unterboden modifiziert. Dazu gibt es mehr Power vom Motor. Fernando Alonso glaubt nicht, dass sich viel ändert: „Wir werden wohl wieder irgendwo zwischen Platz 7 und Platz 12 landen.“

Sauber

Charles Leclerc ist zuversichtlich, dass Sauber in Montreal wieder um WM-Punkte kämpfen kann. Hier spielt Abtrieb nicht so eine entscheidende Rolle wie in Monte Carlo. Und die Kurven sind langsam. Da kann der Sauber seinen guten mechanischen Grip ausspielen. „Auf dem Papier sollte es besser funktionieren als in Monte Carlo. Wir haben auch ein paar neue Teile dabei. Der Unterschied zu den letzten drei Strecken im Kalender ist, dass ich die Strecke von Montreal noch nicht kenne. Aber Montreal bin ich oft auf der Playstation gefahren.“

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EffEll 10. Juni 2018, 09:56 Uhr
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