Red Bull - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018 ams
Mercedes - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
Mercedes - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
Mercedes - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
Ferrari - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018 97 Bilder

GP Russland 2018 - der Donnerstag-Check

Fünf Fahrer mit Motorstrafen

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Toro Rosso und Red Bull werden sich wegen Motorstrafen am Ende der Startaufstellung wiedertreffen. Dazu ein McLaren.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes mit Updates

Mercedes rüstet weiter auf. Das Auto wurde am Unterboden, den Leitblechen vor den Seitenkästen und am Frontflügel modifiziert. Der Heckflügel ist komplett neu. Der Kurs von Sotschi ist nach Aussage der Ingenieure sowohl vom Abtriebsniveau als auch vom Einfluss der Motorleistung für die Rundenzeit vergleichbar mit Spa. Vorjahressieger Valtteri Bottas kennt nur ein Ziel: „Pole Position und Sieg.“ Lewis Hamilton sieht sich in Topform: „Ich bin gesünder, glücklicher und stärker als jemals zuvor.“

Ferrari wieder mit Windschatten-Chaos?

Auch Ferrari hat neue Teile ausgepackt: Der Heckflügel ist eine Kombination aus den Flügelelementen von Baku und den Endplatten von Singapur. Der Frontflügel am SF71H hat sich am Hauptblatt, den Außenseiten der Flaps und den Endplatten geändert. Sebastian Vettel vergattert sein Team, sich auf sich zu konzentrieren: „Wir müssen einfach nur vor allen anderen ins Ziel kommen. Es ist keine Strategie darauf zu hoffen, dass dein Gegner Probleme bekommt. Wir gehen davon aus, dass Mercedes wieder stark sein wird.“

Ferrari - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
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Ferrari rüstet in Sotschi mit einem neuen Frontflügel auf.

Der WM-Zweite will auch nicht auf der starken Sotschi-Vorstellung von 2017 ausbauen. „Da lagen wir ein Zehntel vor Bottas. Darauf lässt sich kein Vertrauen aufbauen.“ Gemäß der internen Regel müsste die Reihenfolge, in der die Fahrer in die Qualifikation geschickt werden, wieder der von Monza entsprechen. Also Vettel vor Räikkönen. Doch will Ferrari ein zweites Mal den Vorteil des Windschattens dem „falschen“ Fahrer spenden? Antwort von Vettel: „Monza ist die Strecke, auf der das mit dem Windschatten am besten funktioniert. Ich Sotschi ist der Unterschied nicht so groß. Wir fahren jetzt erst einmal das Freitagstraining und dann sehen wir weiter, was sich für die Qualifikation anbietet.“ Kimi Räikkönen versichert, dass er nicht im Weg stehen wird: „Wir wollen beide WM-Titel für Ferrari gewinnen. Es gibt Regeln im Team, an die wir uns halten.“

Red Bull mit B-Spec-Motoren

Das Sochi Autodrom ist keine Red Bull-Strecke. Dort lieferte der WM-Dritte im Vorjahr eines seiner schwächsten Ergebnisse ab. Deshalb bietet es sich an, beim GP Russland ein letztes Mal seinen Motoren-Pool aufzustocken. Daniel Ricciardo und Max Verstappen horten noch einmal einen Satz B-Motoren. Das hat einen bestimmten Grund. Renault rät davon ab, mit dem C-Motor in Interlagos und Mexiko zu fahren. Die eine Strecke liegt 800 Meter, die andere 2.200 Meter über dem Meeresspiegel. Da könnte es ähnliche Probleme mit der Motorsteuerung geben wie in Singapur. Man braucht also für zwei Rennen einen B-Motor. Und da das Kontingent nicht mehr ausreicht, nimmt Red Bull in Sotschi Motorstrafen in Kauf. Besser als in Suzuka, wo man sich stärker wähnt. Was immer noch die Möglichkeit offenlässt, ab Samstag die C-Spezifikation zu fahren. Sotchi liegt auf Meereshöhe. Da sollte es mit Renaults jüngster Ausbaustufe kein Problem geben.

Force India probiert Vorderradaufhängung

Das Aero-Upgrade hatte sich in Singapur bewährt. In Sotschi probiert Force India ein zweites Mal die neue Vorderradaufhängung. Sie war nach dem ersten Trainingstag in Singapur wieder ausgebaut worden, weil die Ingenieure so besser den aerodynamischen Fortschritt messen konnten. Der Unterschied der Aufhängung besteht in der Geometrie. Die Druckstrebe (Pushrod) lenkt nicht direkt am Radträger an, sondern an einem Ausleger. Damit fällt das Auto beim Einlenken besser in die Kurve, weil sich die Bodenfreiheit verringert. Diese Änderung ist zwar seit diesem Jahr auf 5 Millimeter limitiert worden, aber bei nur 20 Millimeter Federweg an der Vorderachse ist der Effekt immer noch signifikant.

Force India - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
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Force India testet in Russland erneut die neue Vorderradaufhängung.

Esteban Ocon ist nicht sauer auf Lance Stroll, weil der ihm 2019 den Platz bei Force India wegnimmt. Der Franzose verrät: „Lance ist mein bester Freund im Fahrerlager. Er kann nichts dafür, dass es so kommt. Die Kritik an ihm ist unfair. Er arbeitet genauso hart wie ich daran, ein Cockpit zu bekommen.“ Ocon stellte noch einmal klar: „Wenn ich kein Auto in der Formel 1 bekomme, setze ich ein Jahr aus. Ich bin nicht an IndyCar, Formel E oder DTM interessiert.“ Sergio Perez hat sich für seine Unfälle in Singapur entschuldigt. Zuerst beim Team, jetzt öffentlich bei Sergey Sirotkin. „Das war ganz klar mein Fehler. Ich wurde zurecht dafür bestraft.“ Eine Absicht bestreitet Perez aber: „Es ist richtig, dass ich frustriert war, so lange hinter Sergey herzufahren. Aber ich dachte wirklich, dass ich an ihm schon vorbei war, als ich wieder eingeschert bin.“ Ob es für die Force India-Fahrer wie im Vorjahr wieder einen Nichtangriffspakt gibt, ist noch nicht entschieden. „Otmar Szafnauer will morgen mit uns reden“, verrät Perez.

Williams: gute oder böse Überraschung?

Lokalheld Sergey Sirotkin kennt das Sochi Autodrom aus der GP2-Serie. Der Russe weiß aber noch nicht, ob das Streckenlayout gut für seinen Williams ist: „Es ist die Art Strecke, auf der wir eine gute oder eine böse Überraschung erleben können. Wir sind entweder näher am Feld oder weiter weg.“ In Singapur fehlten den Williams 1,4 Sekunden auf den Rest des Feldes.

Renault mit neuem Unterboden

Der Unterboden wurde ein zweites Mal nach Spa verändert. Besonders im Bereich rund um die Hinterräder. „Eigentlich ein Abfallprodukt eines Windkanaltests“, lacht Einsatzleiter Alan Permane. Der neue Boden macht den Abtrieb im Heck noch stabiler. „Das wird für uns nicht die Welt verändern“, warnt Nico Hülkenberg. Der Deutsche erwartet harte Gegenwehr von Force India und HaasF1. „Sotschi ist eine Motorenstrecke.“ Da in Russland mit den gleichen Reifenmischungen gefahren wird wie in Singapur, könnte es wieder ratsam sein, sich nicht in den Top Ten zu qualifizieren, um so einen Start auf Hypersoft-Reifen zu vermeiden. Hülkenberg hält nichts davon: „Wie willst du das managen? Es ist unheimlich schwer, auf den letzten Meter gerade so viel Zeit herzuschenken, damit du Elfter bist. Zwei Zehntel zu viel und du landest auf Rang 15. Dann hast du dir ein Eigentor geschossen.“

Toro Rosso mit neuem Honda-Motor

Pierre Gasly und Brendon Hartley werden von hinten starten. Ihr Trost: Honda hat den Einsatz des neuen Spec3-Motors um zwei Rennen vorgezogen. Er soll 40 PS mehr bringen. Damit läge der Honda klar vor Renault.

HaasF1 hält an Aero-Upgrade fest

Romain Grosjean muss aufpassen. Der Franzose hat schon 9 Strafpunkte angehäuft. Erst in Mexiko werden wieder alte Punkte gestrichen. Wenn er noch einmal drei Punkte bekommt wie in Singapur, muss er ein Rennen aussetzen. Das ist leichter als man denkt. Für Ignorieren der blauen Flaggen gibt es drei Punkte. „Romain wird die nächsten drei Rennen etwas vorsichter fahren müssen“, kündigt Teamchef Guenther Steiner an. HaasF1 wird trotz des enttäuschenden Resultats in Singapur an seinem Aerodynamik-Upgrade festhalten. „Wir haben einen Fehler beim Setup gemacht. Das Auto war nicht in Balance, hat zu schnell die Vorderreifen ruiniert. Das wird uns nicht noch einmal passieren“, verspricht Steiner. Das Singapur-Paket war übrigens nicht das letzte Wort des US-Teams. In Austin kommt eine weitere Ausbaustufe der Aerodynamik. Um den Druck auf Renault hochzuhalten.

McLaren: Alonso muss nach hinten

McLaren wird in Sotschi mit der gleichen Fahrzeug-Abstimmung beginnen wie in Monza. Dort fand man einen Weg, den Topspeed zu verbessern, ohne in den Kurven allzu viel herzuschenken. Der Speed auf der Geraden ist der wunde Punkte der papaya-gelben Autos. Fernando Alonso will sich aber nicht zu viel davon versprechen: „Jedes Auto funktioniert nur in einem bestimmten Fenster. Am Ende musst du dich entscheiden, wie viel Zeit du in den Kurven opfern willst, um ein paar km/h Topspeed zu gewinnen.“ Auch Stoffel Vandoorne baut vor: „Sotschi zählt nicht zu unseren besten Strecken. Alles entscheidet sich in der Qualifikation. Überholen ist fast unmöglich. Vielleicht hilft es uns, dass es hier viele Motorstrafen gibt. Damit stehen wir automatisch weiter vorne.“ Vandoorne hat genügend Motoren in seinem Pool. Alonso nicht. Der Spanier muss aufstocken. Er wird in Sotschi zu den Fahrern zählen, die von hinten starten.

Sauber - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - Donnerstag - 27.9.2018
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Anti-Haftfolie am Sauber C37.

Sauber mit Anti-Haftfolie

Marcus Ericsson erholt sich langsam von seinem Schock, 2019 kein Formel 1-Fahrer mehr zu sein: „Als Kimi verpflichtet wurde, war das schon eine schlechte Nachricht. Aber ich hatte noch Hoffnung. Jetzt weiß ich, dass ich nächstes Jahr kein Cockpit habe. Als Reservefahrer halte ich Kontakt zum Team. vielleicht ergibt sich ja etwas für 2020. Das Ziel ist es, da wieder ein Auto zu bekommen. Ich will aber auch nächstes Jahr Rennen fahren. Wir schauen uns gerade nach anderen Optionen um.“ Sauber hat seinen C37 an den Frontflügel-Flaps und auf der Bodenplatte vor den Hinterrädern mit blauer Folie abgedeckt. Es handelt sich dabei um eine Anti-Haftfolie. Sie soll verhindern, dass sich zu viele Gummischnipsel in den Frontflügelspalten und den Slots vor den Hinterrädern verfangen. „Wir haben in Singapur eineinhalb Kilogramm Gummi vom Auto gekratzt. Das hat Abtriebsschwankungen von bis zu 8 Punkten verursacht. Die Gummipartikel kommen und gehen“, erklärt Teammanager Beat Zehnder.

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