Donnerstags-Check GP Ungarn 2018

Mehr Ferrari-Power für HaasF1 und Sauber

Sauber - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 26.7.2018 Foto: ams 101 Bilder

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. HaasF1 und Sauber bekommen den Spec3-Motor von Ferrari. Das Werksteam mauert sich ein und versteckt seine Sprachlosigkeit hinter dem Tod von Präsident Sergio Marchionne.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes ohne Upgrades

Keine neuen Teile bei Mercedes. Dafür immer noch das Rätselraten, wie Ferrari so viel PS gewinnt. Valtteri Bottas geht nicht super optimistisch in den GP Ungarn. „Das war immer ein schwieriges Rennen für uns. Ich kann nur hoffen, dass wir Ferrari und Red Bull einen Kampf liefern.“ Trotz des großen Punkteunterschieds glaubt Bottas, dass er gegen Lewis Hamilton noch frei fahren darf: „Es wäre noch zu früh, jetzt schon alle Karten auf einen Fahrer zu setzen.“ Hamilton gibt zu: „Ferrari hat uns in der Qualifikation überholt. Es braucht ein hartes Stück Arbeit, das aufzuholen.“ War der Sieg in Hockenheim ein Wendepunkt in der Weltmeisterschaft? Hamilton glaubt nicht daran: „Es wird noch viele Wendepunkte geben.“ Hamilton wird auch in Budapest auf den Beistand von Niki Lauda verzichten müssen. Der Österreicher liegt immer noch mit Grippe im Bett.

Ferrari schweigt

Ferrari taucht unter. Nach dem Tod von Präsident Sergio Marchionne schweigt das Team. Das Team zog Kimi Räikkönen und Teamchef Maurizio Arrivabene aus der FIA-Pressekonferenz ab. Auch Sebastian Vettel sprach nicht. Alle Teammitglieder tragen schwarze Binden am Arm. Ferrari setzte die Flaggen an seinem Motorhome auf Halbmast.

Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 26.7.2018 Eine große Chance für Red Bull Ricciardo mit altem Motor

Red Bull glaubt an Chance

Max Verstappen ist optimistisch. Der Hungaroring ist eine Red Bull-Strecke: „Wir sollten aus eigener Kraft in der Lage sein, hier zu gewinnen. Egal, ob es nass oder trocken ist.“ Daniel Ricciardo hat immer noch nicht bei Red Bull verlängert, steht aber kurz davor. Immerhin droht ihm im Moment keine Strafersetzung wie in Hockenheim. Obwohl in seinem Motor beim GP Deutschland ein Ventil abgerissen ist und Renault sich weiter weigert, ein frisches Triebwerk rauszurücken, was auch wieder nur ein Spec 2-Motor wäre. Also muss Ricciardo mit seinem ältesten Motor im Kontingent fahren. Und hoffen, dass der noch einmal 700 Kilometer übersteht.

Force India zittert weiter

Noch ist Force India nicht in Insolvenz. Teambesitzer Vijay Mallya versucht, noch Geld für seinen Rennstall aufzutreiben. Damit setzt er die Rettung des Teams aufs Spiel. Eine schnelle Insolvenz beschleunigt die Übernahme. Lawrence Stroll wird nicht der Käufer sein. Er wird sich nur an den dranhängen, der Force India kauft und dem Team finanzielle Unterstützung anbieten. Natürlich gegen ein Cockpit für seinen Sohn. Der GP Ungarn wird für Force India ein Rennen der Schadensbegrenzung. Das Auto mag die Abfolge mittelschneller Kurven nicht. Dazu fehlt Abtrieb im Heck. „Wir haben dieses Problem seit Saisonbeginn. Es ist besser geworden, aber noch nicht gut genug.“

Williams mit erstem Schritt

Sergey Sirotkin sieht Licht am Ende des Tunnel: „Der neue Frontflügel hat in Hockenheim das gemacht, was er sollte. Das ist zum Teil auch auf Budapest übertragbar. Zum Teil deshalb, weil hier die Kurvenradien länger sind als in Hockenheim. Da leiden wir dann unter anderen Problemen. Auch die Hitze ist nicht ideal für uns. Wir müssen noch an anderen Baustellen aufräumen, doch der neue Flügel war ein erster Schritt“

Renault sollte Budapest liegen

Renault hat noch einmal kleine Modifikationen an Frontflügel und Leitblechen angebracht. Beide Fahrer bekommen in Budapest den neuen Frontflügel. In Hockenheim hatte nur Nico Hülkenberg die Neuentwicklung am Auto. Mit seinen langsamen Kurven sollte der Hungaroring dem Renault besser liegen als die Strecken zuvor. „Wir könnten hier vom Speed her wieder die vierte Kraft sein“, hoffen die Fahrer. Carlos Sainz hängt zwischen den Seilen. Renault, Red Bull, McLaren? „Ich kann im Moment nichts sagen, wo meine Zukunft liegt. Am besten in einem Team, das mich haben will und in dem ich mich wohl fühle.“

Toro Rosso will Punkte

Der Hungaroring zählt zu den Rennstrecken, auf denen sich Toro Rosso gute Chancen ausrechnet. Mit einem Volllastanteil von rund 50 Prozent spielt der Motor nicht die entscheidende Rolle. Pierre Gasly fühlt sich auch persönlich gut vorbereitet. „Ich war hier in den Juniorklassen zwei Mal Erster und zwei Mal Zweiter. Du musst einen guten Rhythmus finden, wenn du schnell sein willst. Jeder Fehler setzt sich in den nächsten Kurven fort.“ Die beiden Toro Rosso wollen mit Punkten in die Sommerpause gehen. „Das wäre psychologisch gut für das Team.“

HaasF1 mit frischen Motoren

HaasF1 geht wie Sauber mit frischen Ferrari-Motoren in das Wochenende. Es handelt sich dabei um die Spezifikation 3, die deutlich mehr Leistung haben soll als sein Vorgänger. Ein PS-Schub ist willkommen, weil langsame Kurven immer noch das Problem des Autos sind. „Nicht mehr so schlimm wie zu Saisonbeginn, aber auch noch nicht ideal“, erklärt Kevin Magnussen und ergänzt: „Das Motodrom war in Hockenheim unser schwächster Sektor. Und der sieht ein bisschen so aus wie der Hungaroring.“

Sauber - GP Deutschland 2018 Sauber blamiert Konkurrenz Jedes Upgrade funktioniert

McLaren holt Key

McLaren heuert James Key als neuen Technikchef an. Der Toro Rosso-Mann hat aber noch Sperrfrist. Einsatzleiter Matt Morris muss gehen. „Je früher er kommt, umso besser für uns. Wir brauchen Leute mit Erfahrung“, urteilt Quasi-Teamchef Fernando Alonso. McLaren wird am Hungaroring Teile fahren, die man vor drei Rennen in Österreich ausprobiert hat. Alonso unterstützt die Testarbeit am Freitagmorgen: „Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein und versuchen, die Probleme zu verstehen. Deshalb haben wir in den letzten Rennen viel ausprobiert, auch wenn wir uns damit vom Ergebnis her geschadet haben. Aber mit Blick auf die Fahrzeugentwicklung hat es sich gelohnt. Wir verstehen jetzt unsere Fehler und werden sie so schnell wie möglich ausradieren. Aber 70 Prozent der Erkenntnisse werden wir erst 2019 in das Auto einfließen lassen.“

Sauber wieder mit Updates

Auch Sauber freut sich auf einen frischen Mercedes-Motor. Außerdem gibt es Neuigkeiten am Heckflügel und am Unterboden. Marcus Ericsson kam mit zwei weiteren Punkten im Gepäck zum letzten Rennen vor der Sommerpause. Das gibt Selbstvertrauen. Aber nicht in der Qualifikation, wie der Schwede zugibt: „Da liege ich zu weit hinter Charles. Wir haben beide einen unterschiedlichen Fahrstil. Ich habe zu lange probiert, seinem Setup zu folgen. Seit zwei Rennen stimme ich das Auto anders ab. Das hilft mir ein bisschen. Ich brauche einfach nur mal zwei gute Qualifikationen am Stück. Das würde mir Vertrauen geben.“ Auf dem Hungaroring ist es besonders wichtig, dass Ericsson die Abstimmung richtig trifft. „Ich brauche eine stabile Hinterachse. Die Kurven hier in Budapest verlangen ein starkes Heck. Sonst bist du hier nicht schnell.“

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