Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018 Red Bull
Marcus Ercisson - Sauber - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Charles Leclerc - Sauber - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
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F1-Piloten biegen falsch ab

Das Labyrinth von Paul Ricard

Paul Ricard hat seine Feuertaufe bestanden. Im Simulator war der neue Kurs schwerer zu lernen als andere Strecken. Auch in der Realität hatten die Piloten Mühe. Das zeigen insgesamt 10 Dreher und ein Unfall in den ersten 90 Minuten.

Eigentlich ist Paul Ricard keine ganz neue Strecke. Viele Formel 1-Piloten haben auf dem Kurs von Le Castellet, der übrigens Bernie Ecclestones Ex-Frau Slavica gehört, schon getestet. „Aber nie in der Version, auf der wir jetzt fahren“, schwächt Sebastian Vettel ab. Wie seine Kollegen hat sich auch der Ferrari-Pilot am Simulator auf dem GP Frankreich eingeschossen. „Ehrlich, ich hatte noch nie so viel Mühe mich an eine Strecke zu gewöhnen. Am Simulator sind die unterschiedlichen Streckenvarianten noch verwirrender, weil dir das räumliche Sehen und damit das Gefühl für Abstände fehlt.“

Das kann Nico Hülkenberg nur bestätigen. „Ich bin im Simulator ein paar mal falsch abgebogen. Aus Fahrersicht sehen manche Passagen wie eine riesige Kreuzung aus, wo du dich für einen Abzweig entscheiden musst. Aber wenn du dann mal im Auto sitzt, hast du die Brems- und Einlenkpunkte schnell drauf.“ Auch ohne Bezugspunkte am Streckenrand? „Du orientierst dich an den Abstandsmarkern und Zufahrtstraßen.“

Die Fahrer erkundeten den 5,842 Kilometer langen Kurs auf unterschiedliche Weise. Sebastian Vettel zu Fuß, Nico Hülkenberg auf dem Fahrrad, Lewis Hamilton auf seinem Motorrad. „Eigentlich verboten. Aber keiner hat mich aufgehalten“, grinste der Weltmeister verschmitzt.

Asphaltflicken bieten weniger Grip

Streckenrundgang - Trackwalk - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 2018
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Vettel und Hülkenberg haben sich bei ihrer Streckenvisite über die hohen Randsteine und den Flickenteppich auf dem Asphalt gewundert. „Die Kerbs sind so aggressiv, dass du gar nicht in Versuchung kommst, neben die Strecke zu fahren oder abzukürzen. Ich erwarte keine Probleme mit Track-Limits“, erzählte Hülkenberg. „Track-Limits? Gibt es überhaupt welche?“, scherzte Vettel.

Beide Sorgen erwiesen sich im ersten Training als haltlos. Kein Pilot wurde für Fahren außerhalb der Streckenbegrenzungen ermahnt. Und der geflickte Belag hielt auch. Pirelli-Technikchef Mario Isola warnte jedoch: „Warten wir das zweite Training ab, wenn die Autos mit vollen Tanks unterwegs sind. Erst danach können wir sicher sein, dass der Asphält hält.“

Die Fahrer spüren den Flickenteppich auch im Cockpit: „Die ausgebesserten Stellen haben weniger Grip“, verrät Vettel. „Den unterschiedlichen Grip musst du wie den Wind in deine Linie und deinen Speed einkalkulieren. Das macht die Strecke schwieriger als sie aussieht“, erklärte Sergio Perez.

Kein Dreher auf roten Auslaufzonen bitte

Charles Leclerc - Sauber - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
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Die farbigen Flächen in den Auslaufzonen sind rauer als der normale Asphalt.

Nico Hülkenberg urteilt nach der ersten Bekanntschaft mit Paul Ricard: „Hoher Schwierigkeitsgrad. Hat mich nach dem Simulator echt überrascht.“ Vettel ergänzt: „In manchen Passagen ist es nicht einfach, die Linie zu treffen.“ Sein Gesamturteil fällt jedoch weniger positiv auf: „Es gibt aufregendere Strecken.“ Für Perez ist die Sicht das größte Problem: „In manchen Kurven sind die Scheitelpunkte schwer zu erkennen.“

Paul Ricard ist mit 70 Prozent Volllast eine Strecke, auf der Power ein Faktor ist. „Nach unseren Berechnungen die bis jetzt härteste Strecke für den Motor“, erzählt Renault-Einsatzleiter Alan Permane. Pirelli sieht dem Rennen entspannt entgegen. Nach dem ersten Training gab es nur geringes Körnen und keine Blasenbildung. „Die Belastung für die Reifen ist ziemlich gleich verteilt. Es gibt nicht wie in Barcelona einen Reifen, der mehr leiden muss als die anderen.“ Wegen der großen Hitze gibt es mit keinem der drei Reifentypen Aufwärmprobleme.

Die meisten Schwierigkeiten hatten noch die Fahrer. In den ersten 90 Minuten wurden 10 Dreher und ein Unfall von Marcus Ericsson gezählt. Der Schwede hat es in der Beausset-Kurve trotz riesiger Sturzräume tatsächlich geschafft, die Reifenstapel zu treffen. Danach ging sein Sauber in Flammen auf. Beim Einschlag mit der rechten Seite war der Ölkühler geplatzt.

Auch einige der Highspeed-Dreher blieben nicht ohne Folgen. Esteban Ocon konnte gleich danach aussteigen. Seine vier Reifen waren bis zur Leinwand abgeschliffen. Isola erklärt: „Wenn du dich auf den blau lackierten Stellen drehst, hast du nur einen Bremsplatten. In den rot lackierten Auslaufzonen ist der Reifensatz kaputt. Da ist der Asphalt extrem rau.“

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