Vettel vs. Bottas - GP Spanien 2017 Wilhelm
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Längere DRS-Zone zahlt sich aus

18 Überholmanöver in Barcelona

Formel 1-Rennen in Barcelona waren oft eine Prozession. In diesem Jahr strafte der Circuit de Catalunya die Kritiker Lügen. Es gab 18 Überholmanöver, darunter einige der Extraklasse. Auch die verlängerte DRS-Zone half.

Barcelona hat uns selten verwöhnt. In den schlimmen Jahren haben wir viele langweilige Prozessionen erlebt. Platzwechsel fanden nur in der Box statt. 2006 zählte das Protokoll 4 Überholmanöver, 2007 waren es 7. Erst mit DRS und den kurzlebigen Pirelli-Reifen schnellten die Überholzahlen auch auf dem Circuit de Catalunya in die Höhe. 2014 wurde 43 Mal überholt, 2015 waren es 29 Positionswechsel, im letzten Jahr sogar 54.

Damit war diesmal nicht zu rechnen. Seit die Formel 1 auf breitere Autos und eine noch extreme Aerodynamik umgestellt hat, ist Überholen wieder deutlich schwerer geworden. Das hatte man schon bei den ersten vier Rennen in dieser Saison beobachtet. In Melbourne sank die Zahl der Überholmanöver von 37 auf 5, in Shanghai von 128 auf 33, in Bahrain von 84 auf 33 und in Sotschi von 29 auf 1. Und der Platztausch der Sauber-Piloten in Russland war auch noch angeordnet.

Massa forderte, die DRS-Zone zu verlängern

Das ließ für die Strecke in Barcelona das Schlimmste befürchten. Vor den potenziellen Überholstellen am Ende der Zielgeraden, in Kurve 4 und Kurve 10 lauern schnelle Kurven. Wenn der Hintermann nicht aufschließen kann, hilft auch der normale Tempoüberschuss durch Windschatten nichts. Wenn überhaupt, dann bietet sich die 1.047 Meter lange Zielgerade an. Rund 800 Meter davon durfte der Verfolger von DRS profitieren. Der Top-Speed-Überschuss liegt bei mindestens 20 km/h.

Nicht genug, meinte Felipe Massa und stellte im Fahrerbriefing den Antrag, die DRS-Zone um 100 Meter zu verlängern. Die anderen Fahrer begrüßten den Vorschlag des Brasilianers. Die FIA legte daraufhin den Aktivierungspunkt von 157 auf 57 Meter hinter die letzte Kurve. Es sollte sich lohnen.

Der GP Spanien zählte in diesem Jahr immerhin 18 Überholmanöver und auch einige fehlgeschlagenen Versuche. Und einige der Zweikämpfe waren Extraklasse. Der von Sebastian Vettel gegen Valtteri Bottas, oder Lewis Hamilton gegen Sebastian Vettel oder Carlos Sainz gegen Kevin Magnussen. In zwei Fällen ging es um die Führung. Wann hatten wir das zuletzt? Die Befürchtung von Sergio Perez, dass die Rennen in Zukunft am Samstag, beim Start oder durch Boxenstopps entschieden werden, wurde widerlegt.

Überholkönig war Ericsson mit drei Treffern

Hamilton gab zu: „Ohne die Verlängerung der DRS-Zone wäre es härter geworden. Sie hat mir 4 bis 6 Meter geschenkt.“ Es wurde den Fahrern trotzdem nicht zu leicht gemacht, wie vielerorts befürchtet. Carlos Sainz kam das ganze Rennen weder an Kevin Magnussen noch an Pascal Wehrlein vorbei. Daniil Kvyat knackte Magnussen erst mit der Brechstange. Überholkönig war übrigens Marcus Ericsson mit 3 erfolgreichen Versuchen. Zwei Mal gegen Lance Stroll, ein Mal gegen Fernando Alonso.

Nicht nur das DRS-Geschenk half. Auch die unterschiedliche Bereifung generierte Speed-Unterschiede. Im Duell Vettel gegen Bottas hatte Vettel frische und Bottas uralte Soft-Reifen am Auto. Hamilton boxte sich mit dem Grip-Vorteil des Soft-Reifens gegen den auf Medium-Gummis fahrenden Vettel durch. Das Delta lag je nach Abnutzungsgrad bei 1,5 bis 2,3 Sekunden.

Die FIA will die DRS-Zonen von Fall zu Fall prüfen und dort verlängern, wo es Sinn macht. Also auf Strecken, wo es aufgrund des Layouts sonst fast unmöglich ist. Beispiele sind Silverstone, Budapest, Suzuka oder Abu Dhabi.

Auf einigen Strecken sind der Behörde die Hände gebunden. In Monte Carlo ist kein Platz für längere DRS-Zonen. Der Aktivierungspunkt auf der Zielgeraden befindet sich schon 18 Meter hinter der Zielkurve. Viel früher geht nicht. Und im Tunnel ist es den Sicherheitsexperten zu gefährlich.

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