FIA reagiert auf DTM-Unfälle

Budapest-Beton wird sandgestrahlt

Lucas Auer - Force India - Formel 1 - Test - Ungarn - Budapest - 1. August 2017 Foto: xpb 40 Bilder

Die Unfälle in der Boxengasse beim letzten DTM-Rennen in Budapest sind allen noch frisch im Gedächtnis. Die FIA hat für das Formel 1-Rennen am 29. Juli bereits reagiert. Die Betonfläche vor den Boxengaragen wird aufgeraut.

Das hätte auch der Formel 1 passieren können. Beim DTM-Rennen am vergangenen Wochenende auf dem Hungaroring kam es nach einem Regenschauer in der Boxengasse zu drei Unfällen, bei denen Mechaniker und Streckenposten zum Teil schwer verletzt wurden.

Die überflutete Betonfläche vor den Boxengaragen verwandelte sich in eine Eisbahn. Lucas Auer, Bruno Spengler und Edoardo Mortara konnten mit ihren Slicks auf der spiegelglatten Fläche nicht mehr rechtzeitig bremsen und rammten dabei ihre Mechaniker-Crews oder in Auers Fall auch unglücklichen Marshalls in der Mercedes-Box.

Beton-Oberfläche wird aufgeraut

Marco Wittmann - DTM - Budapest 2018 DTM Budapest Unfälle überschatten Ungarn-Rennen

Das Pech der DTM war, dass sie die erste Rennserie war, die seit dem Umbau der Boxengasse mit Regen konfrontiert wurde. 2016 wurde in der Boxengasse des Hungarorings eine topfebene Betonfläche eingezogen. Beton eignet sich als Boxenvorplatz besser als Asphalt, weil er nicht mit Öl und Benzin reagiert. Aber er kann bei einer bestimmten Machart auch extrem rutschig sein, besonders bei Nässe.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting war zufällig vor Ort und sah das Drama aus nächster Nähe. Der Engländer war wegen der Formel 3 in Budapest. Er bat den Veranstalter, bis zum Grand Prix von Ungarn am 29. Juli zu reagieren. „Sie werden den Beton sandstrahlen, damit die Oberfläche rauer wird.“

Shanghai und Singapur haben schon reagiert

Das Problem ist nicht ganz neu. Die Reaktion darauf auch nicht. „Wir hatten das bereits 2004 in Shanghai und später auch in Singapur. Beiden hatten die Innenseite der Boxengasse mit einer Betonfläche versehen. Shanghai hat auf unsere Bitte den Beton aufgeraut. Singapur hat ihn mit einer Spezialfarbe behandelt, die viel Grip bietet. Diese Lösung ist den meisten aber zu teuer“, erzählt Whiting.

Auch in Montreal ist der Boxenvorplatz aus Beton. Doch dort haben diverse kanadische Winter schon viele Rillen in die Oberfläche gefressen. In Mexiko gibt es dagegen kein Problem. Auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez ist die gesamte Boxengasse asphaltiert. Nach ein paar Jahren wird man die Wunden reparieren müssen, die Öl und Benzinreste angerichtet haben.

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