Dunkle Wolken über Renault

Steht die Schumi-Konkurrenz beim Rennen im Regen? Der Wetterbericht für die Cote Azur lässt nichts Gutes für die Michelin-Teams erahnen.

Flavio Briatore bejubelte die Startplätze eins für Jarno Trulli und drei für Fernando Alonso nur kurz. Dann sah der Renault-Teamchef sorgenvoll zum Himmel: "Der Wetterbericht ist Mist. Das ist das Letzte, was wir brauchen", sagte der Italiener.

Ein Tiefdruckgebiet mit Regen bringt Briatore in Wallung. Schon während des Qualifyings zogen aus Richtung Nizza dunkle Wolken über der Altstadt von Monaco auf, zehn Minuten nach dem Qualifying fing es an zu tröpfeln. Die Asphalt-Temperatur sank innerhalb einer Stunde von 48 auf 35 Grad Celsius. Während die einen Wetter-Auguren voraussagen, dass es nur in der kommenden Nacht regnen wird, prognostizieren die anderen einen trostlosen Sonntag.

Schumi: "Ein völliges Rätsel"

Sollte es tatsächlich regnen, wäre Michael Schumacher seinem sechsten Monaco-Sieg trotz Startplatz vier schlagartig einen Riesenschritt näher gekommen, denn die Michelin-Konkurrenz der Renault, BAR, Williams und McLaren hinkt seinen Bridgestone-Reifen auf nassem Geläuf immer noch hinterher.

Bei trockenen Verhältnissen war es in der Qualifikation der Weltmeister, der zunächst hilflos herumrutschte. Bei gleichem Setup verlor Schumacher im Vergleich zum freien Training am Morgen 1,9 Sekunden auf seiner schnellen Runde. "Das ist mir ein völliges Rätsel", sagte Schumacher.

Bei Ferrari hat man die vor der Qualifikation auf die Strecke geschickten Kehrmaschinen im Verdacht, für das Übel verantwortlich zu sein. Diese hätten möglicherweise den Dreck vom Streckenrand auf der Ideallinie verteilt. So viel zur Theorie. In der Praxis will sich Michael Schumacher beim Rennen zurückhalten: "Vielleicht kann ich nur um Punkte fahren."

Ralf Schumacher trotz besserer Zeit 0:6 gegen Montoya

Auch ohne Regen und Dreck rutschten Takuma Sato und Juan Pablo Montoya mit rauchenden Reifen durch die Straßen von Monte Carlo. "Es würde reichen, wenn Takuma es bei seinem Einsatz einmal bei 100 Prozent belassen würde", knurrte man im BAR-Team. Montoya übernahm zum ersten Mal in dieser Saison nicht das Setup von Kollege Ralf Schumacher und fiel prompt auf die Nase.

Während der Kolumbianer schmollte, freute sich sein Teamkollege trotz der Rückstufung um zehn Startplätze wegen eines Motorschadens am Freitag: "Mir war nur wichtig, hier gut auszusehen", gestand Ralf, der trotz seinem Kantersieg gegen Montoya offiziell 0:6 in der Trainingsbilanz zurückliegt, denn der Mann aus Bogota startet am Sonntag (23.5.) zwei Plätze vor ihm.

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