Force India - Esteban Ocon - Sergio Perez - GP Brasilien 2018 Wilhelm
Start - Formel 1 - GP Brasilien 2018
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Brasilien 2018
Max Verstappen - Formel 1 - GP Brasilien 2018
Kimi Räikkönen - Formel 1 - GP Brasilien 2018 22 Bilder

Durchhänger für Force India

Nur 16 Punkte aus sechs Rennen

Der Vorwärtsdrang von Force India ist vorerst gebremst. Das Team hat aus den letzten sechs Rennen nur 16 Punkte geholt. Doch Sergio Perez sagt dem Rennstall nach dem Ende der Geldsorgen eine große Zukunft voraus.

Für Force India begann die zweite Saisonhälfte mit null Punkten. Nach dem Besitzerwechsel wurde das gesamte Konto der ersten Halbzeit gestrichen. Und da waren immerhin 59 Punkte drauf. Kaum waren die Geldsorgen getilgt, legte der wiederbelebte Rennstall los wie die Feuerwehr. 18 Punkte in Spa, 14 in Monza.

Da wurden schnell neue Ziele gesetzt. Platz 7 war Pflicht, Rang 6 vor McLaren eine mutige aber machbare Ansage. In der virtuellen Wertung mit allen Punkten zusammen wollte man Renault schlagen. Um wie 2016 und 2017 wieder auf Platz 4 zu landen. Doch acht Rennen später muss Force India eher über die Schulter schauen. Sauber ist nur noch 6 Zähler weit weg und der 7. Platz in Gefahr.

Das Abfangen von McLaren wird schwierig. Da müsste Force India im letzten Rennen 14 Punkte gutmachen. Würden alle Rennen gezählt, hätte Force India jetzt 107 Zähler. Sieben weniger als Renault. Auch dieses Ziel ist in weite Ferne gerückt, da der Yas Marina Circuit in Abu Dhabi wieder eine Rennstrecke ist, die den Renault liegen sollte. Force India hat in den letzten Rennen einfach zu viele Punkte liegen lassen. 16 Zähler in sechs Grand Prix ist unterdurchschnittlich. Renault hat im gleichen Zeitraum 28 Punkte gesammelt, Sauber 23.

Druck weg, Spannung weg

In Singapur ging Force India nach einer Kollision der beiden Fahrer leer aus. In Sotschi hingen Esteban Ocon und Sergio Perez das ganze Rennen hinter Kevin Magnussen fest. Die Disqualifikation von Ocon in Austin wegen Überschreitung der Durchflussmenge kostete unter dem Strich nur einen Punkt, da Perez zwei Positionen aufrückte. In Mexiko klaute ein Leck im Bremssattel Perez den 7. Platz. Ocons Hoffnungen lösten sich schon nach einem Kilometer in einem Hagel aus Karbonsplittern auf. Der Franzose büßte im Duell mit Nico Hülkenberg den Frontflügel ein. In Brasilien waren die Force India schlicht zu langsam. Perez konnte weder den Sauber noch den HaasF1 folgen. Da spielte die Strafe für Ocon wegen der Kollision mit Verstappen auch schon keine Rolle mehr.

Verstappen - Ocon - GP Brasilien 2018 - Rennen
xpb
Esteban Ocon legte sich in Brasilien mit Max Verstappen an.

Irgendwie hat man den Eindruck, als sei bei Force India die Spannung raus, seit die Investorengruppe um Lawrence Stroll das Team gerettet hat und der ganz große Kostendruck weg ist. Sergio Perez sieht es anders. „Wir wussten die erste Saisonhälfte nie, ob wir überleben. Das war hart, im Auto und außerhalb.“ Der ständige Balanceakt am Existenzminimum zehrte nicht nur an den Nerven. Er sorgte auch immer wieder dafür, dass das neue Auto bei den Wintertestfahrten nur halb fertig am Start stand. Weil die Rechteinhaber im Winter zwei Monate lang kein Geld ausschütten, blieben viele Entwicklungen erst einmal im Produktionsstau hängen und das Team musste zum Teil bis zum Europa-Auftakt in Spanien warten, bis das Auto auf dem Stand war, der eigentlich für den Saisonauftakt geplant war.

Perez erwartet großartige Dinge

Diese Verzögerungen haben im ersten Saisondrittel dann für einen Rückstand in der Konstrukteurs-WM gesorgt. Force India hat ihn jedes Mal wieder aufgeholt und am Ende der Saison als Vierter abgeschlossen. Das wird dieses Jahr schwer fallen. Das Team muss jetzt zwar nicht mehr jeden Dollar einzeln umdrehen, doch hier geht es auch um die Ehre und das Selbstverständnis. Im Schnitt war der Force India VJM11 das bessere Rennauto als der Renault R.S.18. Er war nirgendwo richtig schlecht. Dass am Ende weniger Punkte auf dem Konto stehen, heißt nichts anderes, dass Renault sein Potenzial effizienter genutzt hat. Und das tut dem Effizienz-Weltmeister natürlich weh.

Red Bull - Formel 1 - GP Brasilien 2018
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Sergio Perez lässt sich dennoch in seinem Optimismus nicht bremsen: „Ich erwarte nächstes Jahr großartige Dinge von diesem Team. Wir werden 2019 vom ersten Tag an ein Auto haben, das schnell ist und werden auch keinem Rückstand mehr hinterherlaufen.“ Der Mexikaner sieht mit den geordneten Finanzen aber auch eine gewisse Pflicht verbunden: „Jetzt müssen wir zeigen, was in diesem Team wirklich steckt. Wenn einer die Lücke zu den Top-Teams schließen kann, dann wir.“

Momentan steckt Force India noch mitten drin im Pulverdampf des Mittelfeldes, in dem jedes Wochenende ein anderer Vierter sein kann. Der Rennstall aus Silverstone war es zuletzt in Suzuka. Für Perez findet das wirkliche Rennen sowieso erst ab Platz 7 statt. „Bei uns ist es viel spannender als vorne. Ein Zehntel hin oder her kann mehrere Positionen ausmachen. Deshalb musst du auch bei der Strategie absolut richtig liegen. Welche Reifen du wählst, wann du deine Boxenstopps machst, wann du besser die Position auf der Strecke hältst. Wir waren in Singapur die schnellsten im Mittelfeld, und sind trotzdem leer ausgegangen, weil wir nach dem Boxenstopp hinter die falschen Leute gefallen sind.“

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