Ecclestone

Concorde-Agreement ist ein Auslaufmodell

Foto: dpa

Bernie Ecclestone will ebenso wie die Motoren-Hersteller die Formel 1 in ihrer gegenwärtigen Struktur Ende 2007 zu Grabe tragen. Allerdings verfolgt der Formel 1-Impressario ganz andere Pläne als die Herstellervereinigung GPWC.

Während in diesem Herbst von allen Seiten Drohungen und Annäherungsversuche kommen, um eine Spaltung der Formel 1 zu verhindern und doch die eigenen Interessen durchzusetzen, lässt nun auch Formel 1-Vermarkter Bernie Ecclestone durchblicken, dass er an der oft herbeigebeteten Fortschreibung des Concorde-Abkommens selbst kein Interesse mehr hat.

Was von ihm und den Banken bisher als unerlässlicher Faktor für die Stabilität der automobilen Königsklasse propagiert wurde, ist nun ein Auslaufmodell. "Es geht auch ohne. Ich verhandle mit den Teams und nicht mehr mit der FIA", sagt Eccelstone. Die Idee: Mit Einzelverträgen will er jedes einzelne Team bis Ende 2012 an sich binden. Um die Rennställe zu ködern, bietet er ihnen bis zum Auslaufen des Concorde-Abkommens Ende 2007 eine Extrazahlung von insgesamt 500 Millionen Dollar an.

Formel 1 nach Gutsherrenart

Sollte der Coup gelingen, hat Ecclestone die Teams auf seiner Seite und die Herstellervereinigung GPWC ausgebremst. Die nimmt er trotz massiven Säbelrasselns ohnehin immer noch nicht allzu ernst: "Hin und wieder sendet mir Ex-Mercedes-Chef Jürgen Hubbert Signale, aber ich kann sie nicht deuten", lästert Ecclestone und fügt an: "Die GPWC spricht mit Rennstrecken und Sponsoren. Ich bin mal gespannnt, wer sich darauf einlässt."

Zur Zeit setzt der 74-Jährige die Verträge für die Teams auf. "Jeder hat seine Sonderwünsche", meint Ecclestone. Mit einer Unterschrift erhalten die Teams zwar Geld, aber sie verkaufen ihr allgemeines Mitspracherecht. Läuft das Concorde-Abkommen aus, kann die Sporthoheit FIA ohne Rücksprache mit den Rennställen das Reglement nach Gutdünken festlegen. Einstimmigkeit unter den Teams ist dann nicht mehr erforderlich. Von dieser Lösung träumt der diskussionsmüde FIA-Chef Max Molsey schon lange. Er könnte dann die Formel 1 mit seinem Freund Ecclestone nach Gutsherrenart dirigieren.

Warnschüsse aus Maranello

Seine eigene Allmachtsphantasie pflegt dagegen Ferrari-Chef Luca Montezemolo. Er droht: "Ferrari ist wichtig für die Formel 1. Wer das Reglement ändern will, muss erst Mal nach Maranello kommen und seine Vorschläge unterbreiten. Dann sehen wir weiter."

Warum Bernie Ecclestone meint, dass die Banken, die ihn vor Gericht zerrten dennoch äußerst zufrieden mit ihm seien, lesen Sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 1, ab 22. Dezember im Handel.

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