Ecclestone

"US-Grand Prix nicht wichtig"

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Die Formel 1 fährt in den USA auf Bewährung: Nach dem Reifen-Fiasko im Vorjahr ist auf der größten Motorsportbühne der Welt vor allem Wiedergutmachung angesagt. Doch schon vor dem Grand Prix in Indianapolis sorgt Boss Bernie Ecclestone für Wirbel.

"Es ist für die Formel 1 nicht wichtig, ob wir einen Grand Prix in den Vereinigten Staaten haben oder nicht," poltert Ecclestone vor dem zehnten Saisonrennen. Mit seinen provokanten Äußerungen baut Ecclestone vor, denn nach der Rückkehr der selbst ernannten Königsklasse des Motorsports ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Jahr 2000 läuft der Vertrag mit dem Indianapolis Motorspeedway aus.

Der Skandal des Vorjahres, als nur sechs Autos auf dem berühmten Oval starten konnten, liefert den Betreibern der Rennstrecke handfeste Argumente, die Veranstaltungsgebühr in zweistelliger Millionenhöhe zu drücken.

Als Ralf Schumacher in seinem Toyota im Training genau in jener Kurve abflog, in der er auch schon 2004 verunglückt war, begann die Misere. Der französische Reifenhersteller Michelin empfahl später seinen Teams den Startverzicht aus Sicherheitsgründen, obwohl der zweite Toyota-Pilot Jarno Trulli am Samstag noch auf die Pole-Position gefahren war.

Lediglich die drei von Bridgestone ausgestatteten Teams starteten am Sonntag. Michael Schumacher im Ferrari siegte, wurde aber von den rund 110.000 Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen. "Vergangenes Jahr ist vergangenes Jahr, man sollte gewisse Dinge nicht überbewerten", sagte der Rekordweltmeister. Längst hat Michelin Abbitte geleistet und sich bei den Fans entschuldigt.

Vor dem US-Grand-Prix geht der Hersteller in die PR-Offensive. Die Piloten, allen voran der spanische Weltmeister Fernando Alonso, geben Autogramme und beantworten Fragen der Fans. Michelin spendete an karitative Einrichtungen, übernahm Rückzahlungsforderungen und sponserte 20.000 Karten für das Rennen - vielleicht werden auch deshalb gut 100.000 Menschen am Sonntag (2.7.) erwartet.

"Das zeigt, dass es in diesem Land doch Formel-1-Fans gibt", sagte Indy-Chef Joie Chitwood, der mit einem stärkeren Zuschauerschwund gerechnet hatte. Bei der Premiere vor sechs Jahren waren allerdings noch 200.000 Fans auf die Formel 1 neugierig gewesen. Danach gingen die Zuschauerzahlen am Ort der berühmten Indycar-Rennen kontinuierlich zurück. "In Indianapolis stellt sich die Formel 1 auf einer Strecke in die zweite Reihe, auf der ganz Amerika an etwas anderes denkt als an die Formel 1. Ein Rennen in Las Vegas oder New York wäre wesentlich besser geeignet, um Medieninteresse anzuziehen", glaubt Ralf Schumacher.

Norbert Haug: "Hätte gern zwei US-Rennen"

Für die Automobil-Hersteller wie Mercedes, BMW oder Ferrari ist der US-Markt von enormer Bedeutung. "Wenn ich könnte, würde ich mir mindestens zwei Rennen in Amerika wünschen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wir hoffen sehr, dass die amerikanischen Rennsportfans die Enttäuschung von 2005 überwunden haben. Wir wollen ihnen 2006 umso besseren Sport bieten", kündigte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen an.

"Gemessen am Absatzvolumen sind die USA der wichtigste Markt für die BMW Group, dort befinden sich auch die größten Produktionsstätten außerhalb Deutschlands", so Theissen. Auch Ferrari verkauft viele Autos in den Staaten, "daher ist es für die Präsenz von Ferrari und der Formel 1 wichtig, dort zu fahren", sagte Teamchef Jean Todt.

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