Ecclestone

Warnung an Mosley

Foto: dpa

Update ++ Bernie Ecclestone hat FIA-Präsident Max Mosley mit deutlichen Worten vor einem Machtkampf in der Formel 1 gewarnt.

Während sich Teams und Fahrer vor dem erstmaligen Besuch des Chefs des Internationalen Automobilverband FIA bei einem Grand Prix nach Bekanntwerden des Sex-Videoskandals weitgehend bedeckt halten, ging Ecclestone in die Offensive. Er hoffe «aufrichtig, dass es keine Kriegserklärung war», sagte Ecclestone der Londoner Zeitung "The Times" (21.5.), nachdem Mosley in einem Brief an die Präsidenten der FIA-Mitgliedsverbände unter anderem vor seiner Abwahl gewarnt und Bezüge zu aktuellen Verhandlungen über das Sagen in der "Königsklasse" hergestellt hatte.

"Sollte das aber die Botschaft gewesen sein, dann werden wir uns zu verteidigen haben", meinte der britische Formel-1-Chef. Er glaube zwar nicht, dass Mosley, der an diesem Wochenende den Großen Preis von Monaco besuchen will, dies mit dem Brief habe aussagen wollen. "Ich möchte keine Krieg mit Max haben. Ich hoffe, er will keinen mit mir", sagte Ecclestone der Zeitung.

Machtkampf bei der FIA

Mosley hatte in dem Brief an die Präsidenten der FIA-Mitgliedsverbände, der eine Woche vor dem Klassiker in Monaco durch die FIA veröffentlicht worden war, vor seiner möglichen Abwahl am 3. Juni bei der außerordentlichen Generalversammlung in Paris gewarnt und weiter seine Verschwörungstheorie geschürt. Sollte er vorzeitig - seine Legislaturperiode endet im Oktober 2009 - aus dem Amt scheiden (müssen), drohe der FIA ein Matchtverlust. Die Gegenseite, so die logische Schlussfolgerung aus Mosleys Zeilen, dürfte also mehr zu Sagen bekommen.

Es geht um Verhandlungen der kommerziellen Rechteinhaber (CVC-Gruppe), Ecclestone und der FIA. Zum einen diskutieren die Geschäftspartner die sogenannte 100-Jahresübereinkunft, die der CVC die Rechte bis 2101 sichert. Im Gegenzug soll die FIA ohne Angabe von Gründen bei einem Verkauf ihr Veto einlegen können. Zum anderen steht das neue "Concorde Agreement", das auch die Verteilung der Gelder regelt, noch aus.

Ecclestone: "Keine Krise"

Laut Mosley, der seit Veröffentlichung des Videos, das ihn beim Tête-à-tête mit fünf Prostituierten zeigt, einen freiwilligen Rücktritt immer ausschloss, würde seine Abwahl die Verhandlungen aufhalten oder gar stoppen. Weder von Verschwörung noch von Krise will Ecclestone etwas wissen. "Ich sehe keine Probleme bis vor ein paar Wochen", sagte der 77-Jährige der "Times".

Damit dürfte Ecclestone die Veröffentlichung des Videos durch die "News of the World" am 30. März meinen. Mosley selbst dementiert seine Teilnahme daran nicht, wohl aber vehement die von dem Blatt hergestellten Bezüge zum Nationalsozialismus. Hersteller und Verbände forderten teilweise bereits seinen Rückzug. Bis zur Versammlung in Paris hüllen sie sich nun aber weitgehend in Schweigen. Bei Mosleys Besuch in Monaco, wo die Fürstenfamilie Medienberichten zufolge gemeinsame Bilder nicht wünscht, dürften ihn eisige Blicke treffen.

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