Eddie Jordan - BBC 2010 Foto: xpb
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Eddie Jordan über Schumi

"Das war ein anderer Schumacher in Suzuka"

In Singapur erklärte Ex-Teamchef Eddie Jordan noch, dass er Michael Schumacher wegen seiner schwachen Leistungen rausgeschmissen hätte. In Japan zeigte sich der Ire plötzlich voll des Lobes: "Das war ein anderer Schumacher, den wir in Suzuka gesehen haben."

Eddie Jordan ist bekannt für seine harten Worte und markigen Sprüche. Mit Kritik hält der ehemalige Formel 1-Teamchef und Besitzer des gleichnamigen Rennstalls nie lange hinter dem Berg, wenn er für die BBC Formel 1-Rennen analysiert. Zuletzt hieß Jordans Lieblingsopfer Michael Schumacher.

Schumis Tiefpunkt in Singapur

"Er war schrecklich in Singapur. Das war das schlechteste Rennen, das ich je von ihm gesehen habe", wiederholte der BBC-Experte in Japan seine Kritik an dem Deutschen. Direkt nach dem Rennen in Singapur hatte Jordan schon mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, dass er Schumi wegen schlechter Leistung bereits rausgeschmissen hätte, wäre er Teamchef des Rennstalls.

In Japan aber wandelte sich das Bild. Jordan war mit der Leistung seines ehemaligen Schützlings zufrieden. "So schlecht wie in Singapur konnte es ja nicht weitergehen", grinste der 62-Jährige, nachdem Schumacher beim GP Japan auf Rang sechs über die Ziellinie gefahren war.

Schumacher mag Suzuka

Statt Kritik fand der Hobbyschlagzeuger in Suzuka leise Töne. "Im Vergleich zu Singapur war das eine große Verbesserung. Ich denke, er ist gut gefahren. Schon am Freitag hat es gut ausgesehen. Er lag im Training vor Rosberg, was wir nicht so oft sehen", sagte der TV-Experte in der BBC.

Die Begründung für die plötzliche Leistungssteigerung hatte Jordan auch direkt parat. "Das war ein anderer Michael Schumacher, den wir in Suzuka gesehen haben. Er mag Suzuka und er hat hier eine beeindruckende Erfolgsserie vorzuweisen. Das konnte man genau erkennen. Er hat sich einfach wohl gefühlt. Suzuka ist eine brillante Fahrerstrecke und Michael ist ein brillanter Rennfahrer. Ich denke, er hat wieder etwas von seinem alten Schwung gezeigt."

Stallregie für Schumacher gegen Rosberg?

Der Ire ist sogar der Meinung, dass Schumacher noch besser abschneiden hätte können, wenn er nicht von Teamkollege Rosberg aufgehalten worden wäre. "Man kann darüber diskutieren, ob das Team eine verschlüsselte Überholerlaubnis hätte geben sollen. Michael war eindeutig schneller zu diesem Zeitpunkt."

BBC-Kollege und Ex-F1-Pilot Martin Brundle wurde in puncto Strategie schon deutlicher: "Ich denke, es war ein Fehler, in nicht vorbeiziehen zu lassen. Er hatte das schnellere Paket. Als wir 1992 gemeinsam in einem Team fuhren, da war ich öfter schneller als er. Da hat er mich als Jungspund auch im Rennen blockiert. Zwei, drei Jahre später haben wir gemeinsam zu Abend gegessen und er sagte zu mir: 'Man war ich dumm, Dich 1992 zu blockieren, oder?'. Ich bin mir sicher, dass Michael der Meinung war, dass er deutlich weiter vorne hätte sein können, wenn man ihn nur vorbeigelassen hätte."

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