Lewis Hamilton - GP Deutschland 2007 Motorsport Images
Webber, Hamilton & Vettel - Formel 1 - GP Deutschland 2013
Felipe Massa - Formel 1 - GP Deutschland 2013
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Deutschland 2013
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Deutschland 2013 64 Bilder

Eifel-Grand-Prix Nürburgring: Vorschau & Zeitplan

Vorschau Eifel-GP am Nürburgring Wieder Chaos in der Eifel?

Die Formel 1 kehrt zurück an den Nürburgring. Die Grand-Prix-Strecke in der Eifel ist bekanntlich immer für Action und Überraschungen gut. In diesem Jahr rechnen einige Experten mit einer extra Portion Chaos. Wir haben die letzten Infos in unserer Vorschau.

Vor ein paar Monaten schien es noch unmöglich, dass die Formel 1 noch einmal am Nürburgring gastiert. Doch dank Corona feiert die Königsklasse schon dieses Wochenende ihr großes Comeback in der Eifel. Zuletzt war der schnellste Kreisverkehr der Welt in der Saison 2013 zu Gast im Mutterland des Automobils.

Im Vergleich zu den früheren Grand-Prix-Rennen in der Eifel findet die Party dieses Jahr deutlich später statt. Die Wetterbedingungen Mitte Oktober bereiten den Ingenieuren und den Fahrern ordentlich Kopfschmerzen. Bei kühlen Temperaturen um die 10°C-Marke befürchten Experten größere Schwierigkeiten beim Aufwärmen der Gummis und die Gefahr von Graining vor allem auf der weichsten Mischung.

Neben der Kälte droht natürlich ganz Eifel-typisch auch Regen. Nachdem die ersten Prognosen noch einigermaßen freundlich aussahen, deutet der Trend mittlerweile immer stärker auf feuchte Bedingungen hin. Das Regenrisiko wird für alle drei Tage mit mehr als 80 Prozent beziffert. Aber das kann sich in der Eifel bekanntlich auch schnell wieder zum Guten wenden. Noch ein Hinweis: Um bei einem möglichen Chaosrennen genug Zeit nach hinten zu haben, wurde der Start um eine Stunde auf 14.10 Uhr nach vorne gesetzt.

Die Piloten und die Ingenieure wünschen sich bei den ersten Übungsrunden im Freien Training am Freitag natürlich trockenen Asphalt unter den Rädern. Vom Starterfeld des letzten Nürburgring-Rennens 2013 sind nur noch sieben Fahrer übrig. Der Rest betritt Neuland. Zu den F1-Debütanten in der Eifel gehören auch die beiden Ferrari-Junioren Mick Schumacher und Callum Ilott, die im ersten Training ihr Talent für Alfa Romeo und Haas zeigen dürfen.

Die Strecke: Der Nürburgring GP-Kurs

Bis 1976 wurden Formel 1-Rennen noch auf der alten 22,8 Kilometer langen Nordschleife ausgetragen. Nach vielen Umbauten des Grand-Prix-Kurses müssen die Fahrer heute nur noch 5,148 Kilometer zurücklegen. Das aktuelle Layout braucht sich nicht hinter anderen F1-Kursen verstecken. Mit langsamen, mittelschnellen und schnellen Passagen bietet der Nürburgring viel Abwechslung. Zudem geht es ständig bergauf und bergab.

Es gibt zwei längere Vollgasteile, auf denen die Piloten locker die 300 km/h-Marke knacken. Überholen ist allerdings schwierig. Die Zielgerade eignet sich nur bedingt für Manöver. Die relativ langsame Zielkurve erschwert es dem Hinterherfahrenden, nahe genug dranzubleiben. Besser sind die Chancen auf dem schnellen Abschnitt vor der Schikane. Wie beim letzten F1-Gastspiel hat die FIA auf beiden längeren High-Speed-Passagen DRS-Zonen eingerichtet, um für Action zu sorgen.

Spannend wird zu sehen, wie sich die Performance der aktuellen Autos auf den Charakter des Traditionskurses auswirkt. Die Kurven 8 und 9, aus denen das Schumacher-S gebildet wird, waren früher noch als Highspeed-Kurven bekannt. Nun erwarten die Ingenieure, dass die Links-Rechts-Kombination vielleicht sogar mit Vollgas durchfahren werden kann – natürlich nur bei trockenen Bedingungen.

Streckengrafik - Pirelli - Eifel Grand Prix 2020
Pirelli
Am Nürburgring kommen die drei mittelharten Mischungen C2, C3 und C4 zum Einsatz. Mehr im Fokus könnten allerdings die Regenreifen stehen.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,148 Kilometer
  • Rennrunden: 60
  • Renndistanz: 308,617 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 15 (9 rechts, 6 links)
  • Pirelli-Reifen: C2, C3 & C4
  • DRS-Zonen: 2 (vor T1 und vor T13)

Setup:

Die Grand Prix-Variante des Nürburgrings stellt die Ingenieure mit ihrem abwechslungsreichen Layout normalerweise nicht vor extreme Probleme. Die Reifenbelastung ist gering. Pirelli verzichtet zudem auf großes Risiko und reist mit den drei mittelharten Mischungen (C2, C3 und C4) in die Eifel. Wie erwähnt könnte mangels schneller Kurven nicht der Verschleiß sondern das Aufwärmen ein Problem darstellen.

Die Bremsenbelastung ist mit nur drei härteren Bremsmanövern pro Runde ebenfalls durchschnittlich. Die kühlen Temperaturen helfen, die Carbon-Stopper am Leben zu halten. Wegen der wenigen langen Geraden werden die Teams die Flügel auf maximalem Abtrieb stellen. Die Bodenfreiheit kann auf dem relativ ebenen Asphalt etwas niedriger gewählt werden. Das sorgt außerdem für Stabilität bei den Richtungswechseln.

Updates:

Das vorhergesagte schlechte Wetter erschwert nicht nur den Fahrern die Eingewöhnung. Sie macht auch den Ingenieuren die Datensammlung mit neuen Teilen schwer. Ferrari hat bereits angekündigt, dass am Nürburgring weitere Schritte kommen sollen, mit denen man die Aero-Balance und die Effizienz verbessern will. Nach unseren Informationen gehört zum Paket ein neuer Unterboden. Aus Italien kommen Gerüchte, dass auch an den Bargeboards und den hinteren Aufhängungen gefeilt wurde.

Bei McLaren ist die Weiterentwicklung ebenfalls noch nicht eingestellt. Die neue Nase und der neue Frontflügel, mit denen Lando Norris in Sotschi unterwegs war, stellen nur den den ersten Teil eines größeren Aero-Pakets dar, das nun nach und nach vervollständig wird. Was genau kommt, wissen wir leider noch nicht. Klar ist dagegen, dass bei Racing Point endlich beide Autos mit dem großen Upgrade-Paket ausgerüstet sind. Bisher war nur Lance Stroll in den Genuss der neuen Teile gekommen.

Favoriten:

Eine für unbekannte Strecke und extreme Wetterkapriolen sind schon mal zwei gute Zutaten für einen hohen Überraschungsfaktor. Mercedes hinterließ zuletzt allerdings einen so starken Eindruck, dass wir uns nur schwer vorstellen können, wie Wind und Wetter die Silberpfeile aus der Bahn werfen sollen. Dass es nicht unmöglich ist, zeigt der Blick auf den letzten Deutschland-Grand-Prix am Hockenheimring, als die Dauersieger beim verregneten Heimspiel nach mehreren Pannen mit nur zwei WM-Punkten abreisen mussten.

Momentan gibt es allerdings nur einen Herausforderer für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, der bekanntlich Max Verstappen heißt. Gerade bei feuchten Bedingungen dürfte der Holländer seine Chance wittern. Bei nur einem Sieg in den zehn Rennen der aktuellen Saison sollten aber nur risikobereite Zocker ihr Geld auf den Red-Bull-Piloten setzen.

Dahinter muss sich wohl wieder Verstappens Teamkollege Alex Albon mit dem Rest des Mittelfeldes herumschlagen. Nach den Eindrücken der letzten Rennen sehen wir Racing Point als ersten Konkurrenten um die vorderen Punkteplätze. McLaren wird es schwer haben, die dritte Position in der Teamwertung zu verteidigen. Hier kommt es darauf an, wie gut die Upgrades einschlagen. Das gleiche gilt übrigens auch für Ferrari. Sebastian Vettel bräuchte aber nicht nur neue Teile sondern auch noch ein Wunder, wenn er seinen Sieg von 2013 wiederholen will. Schon kleine Punkte wären ein Erfolg für die Scuderia.

So lief das letzte Nürburgring-Rennen – GP Deutschland 2013:

Mit seinem Sieg konnte Vettel 2013 endlich seinen großen Heimfluch beenden. Es war der erste Erfolg des Heppenheimers auf deutschem Boden überhaupt. Leicht hatte es Vettel dabei nicht. Nach dem gewonnenen Start, bei dem er sich an Pole Setter Lewis Hamilton vorbeigeschoben hatte, kristallisierten sich schnell die beiden Lotus als schärfste Gegner heraus. Die schwarz-goldenen Autos gingen pfleglicher mit ihren Reifen um und wollten über die gesamte Distanz nicht aus den Rückspiegeln des Red Bulls verschwinden.

Doch Vettel bot Kimi Räikkönen und Romain Grosjean keine Angriffsfläche und ließ sich auch durch eine Safety-Car-Phase zur Rennmitte nicht aus der Ruhe bringen. Die Rennleitung musste das Feld neutralisieren, nachdem der Marussia von Jules Bianchi Feuer fing. Kurz nachdem der Franzose sein Auto verlassen hatte, machte sich der rote Renner selbstständig und rollte rückwärts einmal quer über die Strecke. Zum Glück krachte niemand in das führerlose Fahrzeug.

Für eine weitere spektakuläre Szene sorgte Mark Webber. Beim Boxenstopp des Australiers hatten die Red-Bull-Schrauber das rechte Hinterrad nicht richtig festgeschraubt. Kaum war Webber angefahren, löste sich das Rad und sprang wie ein Flummi durch die Boxengasse. Ein Kameramann wurde am Rücken getroffen und musste mit Knochenbrüchen und einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Die Highlights vom Deutschland-GP 2013 zeigen wir Ihnen zur Einstimmung noch einmal in der Galerie.

Zeitplan Eifel-Grand-Prix 2020

Session Uhrzeit
1. Training Fr. 9. Oktober - 11:00 - 12:30
2. Training Fr. 9. Oktober - 15:00 - 16:30
3. Training Sa. 10. Oktober - 12:00 - 13:00
Qualifikation Sa. 10. Oktober - 15:00 - 16:00
Rennen So. 11. Oktober - 14:10 Uhr
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