Eine Runde in Singapur

Zwei Chancen zum Abkürzen

Foto: Singapur GP

Der Mittwochmorgen (24.9.) in Singapur zeigte den Formel 1-Teams, was sie beim ersten Nachtrennen der GP-Geschichte erwarten könnte. Es regnete zwei Stunden lang in Strömen.

Die Temperatur fiel trotzdem nicht unter 28 Grad. So schnell wie der Tropenregen die Strecke unter Wasser setzte, so schnell trocknete sie in der Waschküche des Äquatorklimas wieder ab.

Verkehrszeichen bilden Rutschgefahr

Doch Vorsicht: Der Asphalt ist voller aufgemalter Verkehrszeichen, und die weißen Flächen sind tückisch glatt, auch wenn sie nur feucht sind. Außerdem fällt immer wieder Laub von den Bäumen auf die Strecke.

Der 5,067 Kilometer lange Kurs selbst beeindruckte bei der ersten Besichtung. Wer die 24 Kurven zwischen Riesenrad und Anderson Bridge zu Fuß abging, war überrascht, wie breit die Strecke teilweise ist. An einigen Stellen über 20 Meter. Dagegen wirkt die Passage am alten Parlamentsgebäude wie ein Nadelöhr. Auf eine Länge von 30 Metern verteilen sich drei Kurven. „Gefühlt ist es dort nur fünf Meter breit“, urteilte Ferrari-Teammanager Luca Baldisseri. Tatsächlich sind es zehn Meter. „In Monte Carlo wäre das die breiteste Stelle“, brüstet sich der Veranstalter.

Abkürzungen an sechs Stellen möglich

Ab sechs Stellen könnte man die Streckenführung abkürzen, was spätestens nach dem Hamilton-Urteil in Spa eine gewisse Bedeutung erlangt hat. FIA-Rennleiter Charlie Whiting sieht tatsächlich nur in zwei Passagen ein Problem, dass einer mogeln könnte. „In der Schikane vor der Anderson Bridge und in der Links-Rechts-Linkspassage nach Start und Ziel könnte man einen Zeitvorteil haben, wenn man abkürzt oder außen herumfährt. Wir werden prüfen, ob wir das durch entsprechende Abweiser in den Auslaufzonen verhindern, oder ob wir eine verbindliche Regel für den Fall des Abschneidens aufstellen. Die könnte dann so aussehen: Wer die Umleitung nimmt, muss stoppen, bevor er auf die Rennstrecke zurückkehrt.“

Da in vielen Kurven die Randsteine in die Ideallinie mit einbezogen werden können, müssen die Ingenieure ihre Simulationen möglicherweise korrigieren. Renault rechnete mit Rundenzeiten von knapp über 1.40 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 175 km/h. „Es könnte schneller gehen, weil man über die meisten Randsteine drüberfahren kann“, meinte Renault-Chefingenieur Pat Symonds.

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