Einheitsmotor

Mosley stößt auf Kritik

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FIA-Präsident Max Mosley hat wieder eine Bombe platzen lassen. Fünf Minuten vor Ende des zweiten Freitagstrainings (17.10.) wurde eine Pressemitteilung der FIA im Fahrerlager von Shanghai verteilt. Auf der lädt Mosley zu einer Ausschreibung eines Einheitsmotors und einer einheitlichen Kraftübertragung für die Jahre 2010 bis 2012 ein.

Die Provokation an die Automobilhersteller platzte mitten in die Diskussionen, wie man die Kosten reduzieren konnte. Nächsten Dienstag findet in Genf ein Krisengipfel mit allen Teamchefs dazu statt.

Für einen Einheitsmotor ist nur Renault. Toyota, Honda, BMW, Mercedes und Ferrari lehnen ein Triebwerk von der Stange ab. Sie haben in den letzten Tagen Vorschläge erarbeitet, wie man die Motorenkosten in den Griff bekommen könnte. Im nächsten Jahr sollen die aktuellen Achtzylinder drei statt zwei GP-Wochenenden halten. Als letztes Team gab Ferrari grünes Licht. Die Motoren der Zukunft sollen zwischen sechs und zehn Wochenenden überstehen. Die Hersteller glauben jetzt, dass Mosleys Bombe sie jetzt wieder auseinander dividieren soll.

Wettbewerb gehört zu diesem Sport

Der FIA-Präsident gerät immer mehr in die Kritik. Er wolle die Hersteller aus persönlichen Gründen aus dem Geschäft drängen, so der Tenor. Inzwischen weiß Mosley nicht einmal mehr Ferrari hinter sich. Einheitsmotoren haben nichts mit dem Grundgedanken des Motorsports zu tun. "Wettbewerb gehört zu diesem Sport", heißt es allenthalben. Mit dem Sparen meint es der Präsident offenbar nicht besonders ernst. Einerseits spricht er von Einheitsmotoren, andererseits protegiert er ungehemmte Entwicklung beim Hybridantrieb. Bis spätestens 2013 soll ein neues Motorenformat kommen. "Was wir durch den Einheitsmotor einsparen, geben wir doppelt und dreifach wieder mit dem Hybridantrieb und den neuen Motor aus", schimpfen die Herstellervertreter. Nach Berechnungen von Mercedes wird der Hybridantrieb die Hersteller in den nächsten drei Jahren über 100 Millionen Euro kosten.

Auch Fernando Alonso erteilt dem Mosley-Plan eine klare Absage: "Das hat nichts mehr mit der Formel 1 zu tun. Es gehört zu diesem Sport, dass die großen Autowerke dabei sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hersteller bei einem Einheitsmotor mitspielen."

Theoretisch könnte die neu gegründete Teamvereinigung FOTA die Mosley-Agenda ablehnen. Dazu bräuchte es 70 Prozent Zustimmung unter den zehn Teams. Honda-Teamchef Ross Brawn zweifelt: "Wir sechs Hersteller stehen vielleicht zusammen. Die vier Privatteams haben andere Prioritäten. Wenn die nicht mitspielen, können wir bei der FIA auch nicht geschlossen auftreten."

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