Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017 98 Bilder

Einstopprennen in Spielberg

Softreifen besser als erwartet

Der GP Österreich 2017 dürfte ein Einstopprennen werden. Es sei denn, es kommt zu Safety Car-Phasen. Allerdings ist die Reifenfolge nicht ganz klar. Weil die Softmischung näher am Supersoft liegt als erwartet.

Pirellis Bilanz nach zwei Trainingssitzungen liest sich ordentlich. Alle Reifentypen funktionieren. Die Reifen kommen schneller auf Temperatur als noch in Montreal und Baku. Und sie bauen wenig bis gar nicht ab. Der eine Reifenschaden am Auto von Romain Grosjean in der Früh ist dem italienischen Gummilieferanten nicht anzulasten. „Er fuhr zu hart über die Randsteine. Die Luft ist daraufhin auf der Sturzseite entwichen“, sagt Pirelli-Technikchef Mario Isola.

Soft harmoniert mit dem Red Bull-Ring

Trotzdem gab es ein paar Ungereimtheiten. Das Delta zwischen der Ultrasoft-Mischung und dem Supersoft ist kleiner als errechnet. Pirelli erwartete einen Abstand von einer halben Sekunde. „Es sind in der Realität drei Zehntel.“ Manche im Fahrerlager sprechen sogar von einem Patt. Überraschend gut arbeitet dafür die härteste Mischung in Österreich. Lewis Hamilton schaffte im ersten Freien Training mit der Softgarnitur sogar die schnellste Rundenzeit überhaupt.

„Die Strecke hat sich sehr stark entwickelt in der Früh. Ich denke, dass Hamilton deshalb mit dem Soft so gut war. Er fuhr seine Zeit ja im zweiten Teil“, meint Isola. Es bestätigte sich auch am Nachmittag, dass die gelbmarkierten Pirellis gut mit dem Red Bull-Ring harmonieren. Der Soft liegt bei der Leistung nahe am Supersoft. Teams sprechen von vier Zehntelsekunden auf eine Runde. „Zwischen dem Supersoft und Soft ist es schwer, den wahren Abstand einzuschätzen“, gibt sich Pirellis Technikchef zurückhaltender.

Heiße Temperaturen für die Softmischung

Im Longrun verkleinert sich der Abstand. Der Softreifen verliert praktisch nicht an Performance. Er ist ein Dauerbrenner. Das macht ihn zu einem interessanten Rennreifen. Womit vorher wohl die wenigsten gerechnet hatten. Isola erklärt, warum die Softmischung in Österreich so gut funktioniert. „Es ist ein Reifen für heiße Temperaturen. Die beiden anderen Mischungen arbeiten dagegen bei kühlerem Wetter besser.“ Am Nachmittag heizte die Sonne das Asphaltband auf 42 Grad auf. Die Lufttemperatur betrug um die 29, 30 Grad.

Jolyon Palmer - Renault - GP Österreich - Spielberg - Formel 1 - Freitag - 7.7.2017
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Der Softreifen arbeitet gut bei hohen Asphalttemperaturen.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum Supersoft und Ultrasoft ihre weichere Zusammensetzung nicht ausspielen können. Der Red Bull-Ring hat nur zehn Kurven. Ein Problem, die Reifen zu erhitzen, gibt es im Gegensatz zu den beiden letzten Wochenenden in Montreal und Baku nicht. Vorder- und Hinterreifen kommen gleichmäßig auf Temperatur.

Pirelli spricht nach zwei Mal 90 Minuten von einem Einstopprennen. Es sei denn, das Wetter spielt verrückt oder Unfälle treiben das Safety Car auf die Rennstrecke. Isola geht davon aus, dass die ersten zehn im Qualifying auf den Ultrasoftreifen starten werden. Der Italiener glaubt nicht, dass Mercedes oder Ferrari pokern, und versuchen, mit dem Softreifen den zweiten Quali-Teil zu überstehen. „Das Risiko ist dafür zu groß. Sie hätten nur einen Schuss und könnten den Reifen beschädigen. Zum Beispiel durch ein stehendes Rad und einem daraus resultierenden Bremsplatten.“

Pirelli-Simulationen immer genauer

Dann wäre die Softgarnitur keine Option mehr fürs Rennen. Zehn der 20 Fahrer haben nur zwei Sätze des Softs verfügbar. Dazu gehören Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo, Max Verstappen und Kimi Räikkönen. Sebastian Vettel dagegen hat nur einen Softsatz vor dem Wochenende bestellt. Wie Valtteri Bottas und sechs weitere Fahrer im Feld. Es ist der Pflichtsatz. Nach dem Start auf Ultrasoft könnte es auf einen langen zweiten Stint mit dem gelbmarkierten Gummi hinauslaufen. „Vielleicht 45 oder 50 Runden“, schätzt Isola. „Mit dem Softreifen reduziert sich das Risiko. Keiner weiß, was mit dem Supersoft nach 30, 40 Runden passiert. Das kannst du im Training nicht ausprobieren.“

Graining ist im Gegensatz zum Vorjahr kein Thema. „Die alte Reifengeneration war anfälliger dafür. 2016 war es so, dass der rechte Vorderreifen in den ersten vier Linkskurven kalt blieb. Dann folgte plötzlich die lange Rechtskurve, was die Belastung erhöhte.“ Dadurch stiegen die Temperaturen schlagartig an der Oberfläche, während der Reifenkern kalt blieb. Die Oberfläche körnte. Im ersten Training stellte Pirelli Blasenbildung auf dem Ultrasoft fest. „Es betraf nur die Vorderreifen bei manchen Autos.“

Die vorgesetzten Werte für Sturz und Reifendrücke wird der Reifenlieferant am Wochenende wohl nicht mehr anpassen. Der Mindestdruck am Start beträgt vorn 21,5 PSI, hinten 19,5 PSI. Das Limit für den Reifenstutz schreibt Pirelli mit minus 3,5 Grad an der Vorderachse und minus 2,0 Grad an der Hinterachse fest. „Die Genauigkeit unserer Simulationen im Vorfeld wird immer besser. Da bedarf es meistens keiner Korrekturen mehr.“ Ein Grund dafür ist auch, dass die Lernkurve bei den Teams langsam abflacht. Kaum einer zündet noch die ganz großen Updates. Es sind eher viele kleine Schritte.

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