Nico Hülkenberg - Formel 1 - GP Australien 2019 Wolfgang Wilhelm

Elektrikdefekt legt Hülkenberg lahm

Renault auf Haas-Niveau

Für Renault endete die erste Qualifikation des Jahres mit einer Enttäuschung. Keiner der beiden Fahrer schaffte es in die Top Ten. Nico Hülkenberg legte ein Elektrikdefekt lahm, Daniel Ricciardo war zu langsam.

Das Ziel im Lager von Renault war klar abgesteckt. Mit beiden Autos in die Top Ten. Am Ende schaffte es keiner der Renault-Piloten ins Q3. Nico Hülkenberg saß in der Boxengarage und musste tatenlos mit ansehen, wie sein Name immer weiter die Rangliste hinunterrutschte und am Ende von Sergio Perez aus den Top Ten gekickt wurde.

Ein Elektrikdefekt hatte den Renault mit der Startnummer 27 lahmgelegt. Somit hatte Hülkenberg im Q2 keinen zweiten Versuch mehr. „Es kam ganz plötzlich. Der Motor verlor Leistung. Dann haben sie mich an die Box gerufen.“ Einsatzleiter Alan Permane erklärte: „Es gab ein Problem mit der Elektrik auf der Chassis-Seite. Aber heute, wo alles miteinander vernetzt ist, konnte der Motor nicht mehr die volle Power geben.“

Daniel Ricciardo - Formel 1 - GP Australien 2019
Jerry André
Daniel Ricciardo hatte kein gutes erstes Qualifying mit Renault.

Daniel Ricciardo verfehlte den Sprung ins Q3 um 0,038 Sekunden. „Ein halbes Zehntel, das tut weh. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich war in meiner Aufwärmrunde zu langsam. Alles staute sich vor mir. Die Reifen hatten zu Beginn der Runde noch nicht den richtigen Grip. So fehlte mir beim ersten Anbremsen das Vertrauen.“

Normalerweise hätte sich der Australier mit dem zweiten Reifensatz um drei Zehntel steigern müssen, doch der ehemalige Red Bull-Pilot ist noch nicht auf Du und Du mit seinem neuen Sportgerät. „Bei Red Bull wusste ich im Schlaf, was mich erwartet, wenn ich mit dem Frontflügel zwei Klicks raufgehe. Im Renault fehlt mir noch diese Sicherheit. Das wird mit mehr Übung alles kommen.“

Freie Reifenwahl kein Vorteil

Trotz der Startplätze 11 und 12 zieht Hülkenberg eine vorsichtig optimistische Bilanz des ersten Kräftemessens. „Ohne die Probleme hätte ich es ins Q3 geschafft und die zwei Haas splitten können. Es ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber hier sah es so aus, als würden Haas und wir das Mittelfeld anführen.“ Hülkenberg bewies es bei seinem Longrun am Freitag: „Da hat einfach alles gepasst. Das Auto, das Setup, der Rhythmus. Die Balance des Autos war genauso, wie ich sie für mich haben will. Es war einfach alles im Fluss.“

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 15. März 2019
xpb
Nico Hülkenberg im Pech: die Elektrik spielte dem Deutschen einen Streich.

Das gute Renntempo wird Hülkenberg am Sonntag genauso wenig helfen wie der Luxus, als Elfter die Reifen frei wählen zu dürfen. „Wenn es irgendwo kein großer Vorteil ist, dann hier.“ Das Überholproblem spitzt den Ausgang des Rennens auf die Startposition und die Startrunde zu. Hülkenberg befürchtet die große Prozession wie im Vorjahr, vor allem weil auch die Reifen ewig halten. „Die Bremswege sind einfach zu kurz. Du kannst nirgendwo deine Nase reinhalten.“

Für Daniel Ricciardo ist das Gefühl neu, die Reifen frei wählen zu dürfen. „Ich bin schon länger nicht mehr im Q2 hängengeblieben.“ Das Ziel müssen trotzdem WM-Punkte sein. „Im Plural bitte“, lacht der Mann aus Perth, der sich die gute Laune nicht durch ein enttäuschendes Training nehmen lassen will.

Seine Erkenntnis: „Das Mittelfeld liegt so eng zusammen, dass du dafür bezahlst, wenn du wie ich nicht alles aus deinem Auto rausgeholt hast.“ Die Überraschung des ersten Trainingstages hat für Hülkenberg und Ricciardo einen Namen: Lando Norris. Dem Neuling im Renault-Kundenteam McLaren hatte man keinen Platz in den Top Ten zugetraut.

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Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Australien 2019
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