Englisches TV meutert bei Qualifikation

Foto: dpa

ITV will das Abschlusstraining bei den Grand Prix 2005 nicht live zeigen. Der englische Sender hält den neuen Quali-Modus für unattraktiv.

Die britischen Formel 1-Fans gucken 2005 am Sonntagmorgen vergebens in die Röhre. Das morgendliche Qualifying - vier Stunden vor dem Rennen - soll nicht live übertragen werden. Beim verantwortlichen Sender ITV fällt wegen der Zeitverschiebung beim Australien-GP definitiv aus, bei den anderen Rennen ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Die Mehrheit der die Formel 1 übertragenden Sender begrüßt dagegen das neue Quali-Format mit einem Einzelzeitfahren am Samstagmittag und einem am Sonntagmorgen um zehn Uhr, bei dem die Addition beider Zeiten entscheidend für die Startaufstellung ist.

Frank Williams: "Format nicht gut"

Der neue Modus entstand beim Großen Preis von Japan 2004, als wegen eines Taifuns das Samstagstraining komplett abgesagt werden musste. Die Qualifikation fand am Sonntagmorgen statt, und spontan hielten die meisten Teams das zusätzliche Spektakel am Renntag für eine gute Idee.

Nun melden sich die ersten Zweifler: "Die meisten TV-Zuschauer haben kein Benzin im Blut. Die ITV-Entscheidung ist für mich keine Überraschung. Das neue Format ist nicht gut", sagt Frank Williams gegenüber der englischen Zeitschrift "Autosport".

RTL vermisst den Warm Up

FIA-Präsident glaubt die wahren Schuldigen in Deutschland gefunden zu haben: "RTL hat sich bei Bernie beschwert, dass es keinen Warm Up mehr gibt, und sie deshalb dafür keine Werbezeiten mehr verkaufen können." Die Kölner versuchten sich seit Abschaffung des halbstündigen Aufwärmtrainings 2003 mit einem mehrstündigen Vorprogramm vor dem Rennstart um 14 Uhr über Wasser zu halten. Glücklich war man auch damit nicht, ohne Live-Spektakel hatte die Redaktion Mühe, die Sendezeit mit sinnvollen Inhalten zu füllen.

Eine Rückkehr zum Warm Up ist im Formel 1-Fahrerlager allerdings auch keine beliebte Lösung. "Für mich ist das, wie Farbe beim Trocknen zuzusehen", lästert Max Mosley. Den FIA-Chef packt bei der nun aufkommenden Diskussion das Grausen. Eine erneute Änderung ist nur bei einer einstimmigen Entscheidung aller Teams möglich. Mosley sieht schon das nächste "Abstimmungs-Desater" kommen.

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