Entwicklungsarbeit

Kein Weihnachten in der Formel 1

Foto: Red Bull

Die große Regelreform in der Formel 1 zeigt erste Auswirkungen. Bei den meisten Teams werden über die Weihnachtsfeiertage die Lichter nicht ausgehen.

Eine komplett neue Aerodynamik, das Comeback der Slicks, die Einführung von KERS und die Verdoppelung der Lebensdauer der Motoren fordern alle Abteilungen. Gleichzeitig setzen die Testbeschränkungen die Teams unter Zeitdruck. Bis zum Saisonbeginn gibt es nur 20 Testtage. Pro Team ist nur ein Auto erlaubt. Nach dem GP Australien darf kein Kilometer mehr getestet werden.

Umso wichtiger ist es, dass die neuen Autos so früh wie möglich fertig werden, dass die nötigen Crashtests bestanden sind. Williams hat am Donnerstag (18.12.) den letzten der obligatorischen Crashtests für den neuen FW31 bestanden. "Wir sind gut im Zeitplan", freut sich Technikchef Sam Michael. Williams hat sich wie Toyota, Renault und McLaren für den ersten der fünf Testtermine im portugiesischen Portimao ab dem 19. Januar eingeschrieben.

Red Bull mit Verspätung

Auch Ferrari plant mit diesem Termin. Red Bull muss noch bis zur zweiten Februarwoche warten. Weil das neue Auto spät dran ist, sind freie Tage für die Mitarbeiter Luxus. Teamchef Christian Horner sagte bei der Weihnachtsfeier den 600 Angestellten: "Ich wünsche Euch gute Erholung über die Feiertage. Für die meisten von Euch findet die Erholung hier in der Fabrik statt."

Die Testrestriktionen erweisen sich schon heute als Schuss, der nach hinten losgeht. Statt Geld zu sparen, wird es die Kosten nach oben treiben, weil die Teams nach Ersatzlösungen suchen. Ferrari-Technikdirektor Aldo Costa gibt zu: "Wir haben unsere Arbeitsprozeduren umgestellt. Jedes Problem, das bei einem Test auftritt, muss bis zum nächsten gelöst werden." Das bedeutet mehr Personalaufwand, mehr Prüfstandsarbeit. Generell aber werden die Formel 1-Teams schrumpfen.

Entlassungswelle in der Formel 1 ?

Im Januar wird eine Entlassungswelle erwartet. Renault, McLaren und Red Bull haben bereits einen Stellenabbau angekündigt. Auch Ferrari wird einige Mitarbeiter mit anderen Aufgaben betrauen. Gerade in den Motorenabteilungen gibt es weniger zu tun. Ferrari hat in der abgelaufenen Saison 180 Motoren für drei Teams präpariert. 2009 wird die Zahl auf 40 plus ein paar Prüfstandsmotoren sinken. Erstens dürfen pro Team nur noch 20 Triebwerke im Jahr eingesetzt werden, und zweitens hat Ferrari seinen Kunden Force India an Mercedes verloren.

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