Ergebnis Formel 1 GP Abu Dhabi 2018

Resultate Training, Qualifying & Rennen

Lewis Hamilton - GP Abu Dhabi 2018 Foto: sutton-images.com 57 Bilder

Lewis Hamilton hat sich in Abu Dhabi mit dem elften Saisonsieg in die Winterpause verabschiedet. Wie in der WM-Wertung landete Sebastian Vettel hinter dem Weltmeister auf Rang 2. Das Podium komplettierte Max Verstappen.

Der beste Fahrer des Jahres hat auch das letzte Rennen des Jahres gewonnen. Lewis Hamilton ließ am Sonntag (25.11.2018) in Abu Dhabi von der Pole Position nichts anbrennen. Die Strategen erleichterten dem Briten die Arbeit beim Nachtrennen in der Wüste. Ein früher Boxenstopp in einer virtuellen Safety-Car-Phase in der achten Runde verschaffte Hamilton einen Vorteil, den er souverän in den 73. Grand Prix-Sieg ummünzte.

Die virtuelle Safety-Car-Phase wurde unfreiwillig von Kimi Räikkönen ausgelöst, der auf der Zielgerade mit einem Antriebsproblem ausgerollt war. Zuvor hatte Bernd Mayländer nach einem schweren Unfall von Nico Hülkenberg auch schon mit seinem richtigen Safety-Car auf die Strecke gemusst. Der Renault-Pilot hatte sich nach einer Kollision mit Romain Grosjean überschlagen, blieb aber zum Glück unverletzt.

Bottas fällt auf Rang 5 zurück

Nico Hülkenberg - GP Abu Dhabi 2018 Foto: sutton-images.com
Für Hülkenberg endete die Saison kopfüber.

Nach der ereignisreichen Anfangsphase musste der nach seinem Stopp zunächst auf Platz 5 zurückgefallene Hamilton nur warten, bis ein Konkurrent nach dem anderen vor ihm zum Pflichtreifenwechsel abbog. Bei seinem eigenen Stopp unter VSC hatte der Brite so viel Zeit gespart, dass die einzige Aufgabe darin bestand, die Gummis im langen zweiten Stint über die Distanz zu bringen.

Mit Donuts auf der Zielgeraden feierte Hamilton den Sieg. Danach zeigte er sich erleichtert, dass die Strategie aufgegangen war: „Unsere Ingenieure reden immer von einem frühen Stopp. Aber ich im Auto muss es dann ausbaden und über die Distanz bringen. Das war heute auch nicht so einfach. Sebastian hat viel Druck gemacht.“

Dass es keine ganz einfache Spazierfahrt war, zeigte das Schicksal von Valtteri Bottas. Der zweite Silberpfeil-Pilot war auf einer konventionellen Strategie unterwegs, verlor aber im Laufe des Rennens immer mehr an Pace. Zunächst schob sich Sebastian Vettel vorbei. Dann auch noch die beiden Red Bull von Max Verstappen und Daniel Ricciardo.

Drei Teams auf dem Podium

Vorjahressieger Bottas landete auf einem enttäuschenden fünften Platz. In der WM-Wertung musste er damit sogar noch Verstappen vorbeiziehen lassen. Beide blieben aber knapp hinter Kimi Räikkönen, der trotz des Ausfalls den dritten Platz im Klassement hinter Hamilton und Vettel verteidigen konnte.

Der Heppenheimer zeigte sich einigermaßen zufrieden, die Saison mit einem Podium beenden zu können: „Ich habe alles gegeben und gekämpft. Zwischendurch dachte ich, dass ich näher komme und noch einen Angriff wagen kann. Leider hat es nicht gereicht. Lewis ist dieses Jahr der Champion. Und er hat den Titel auch verdient. Wir werden versuchen, stärker aus der Winterpause zurück zu kommen und im nächsten Jahr mehr Gegenwehr zu liefern.“

Auch Verstappen konnte nach der Enttäuschung von Brasilien wieder strahlen, obwohl das Finalrennen nicht nach Plan begonnen hatte: „Das war kein einfaches Rennen. Mein Motor ging am Start in den Sicherheitsmodus. Da habe ich viele Plätze verloren. Aber wir haben es geschafft, uns nach vorne zurückzukämpfen. Am Ende habe ich nichts mehr gesehen, weil ich Öl von dem Toro Rosso auf dem Visier hatte. Da war ich sehr zufrieden, dass es noch für den dritten Platz gereicht hat.“

Sainz rast von 11 auf 6

Bester Mittelfeld-Pilot war Carlos Sainz im Renault. Der Spanier schaffte es mit einer guten Pace und einem späten Boxenstopp von Platz 11 auf Platz 6 nach vorne. Charles Leclerc, der die gleiche Strategie wie Hamilton fuhr, musste sich mit Rang 7 begnügen. Für Sauber reichte es in der Teamwertung nicht, Force India von Rang 7 zu verdrängen, weil Sergio Perez souverän Platz 8 nach Hause fuhr.

Weil Esteban Ocon im zweiten rosa Rennauto kurz vor Schluss mit einem Motorproblem ausfiel, schafften es auch die beiden Haas-Renner von Romain Grosjean und Kevin Magnussen in die Punkte. Fernando Alonso verfehlte in seinem letzten Rennen trotz Anfeuerungen seines Renningenieur auf Platz 11 knapp die Zähler.

GP Abu Dhabi 2018: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:39:40.382 Std.
2. Sebastian Vettel Ferrari + 0:02.581 Min.
3. Max Verstappen Red Bull + 0:12.706
4. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:15.379
5. Valtteri Bottas Mercedes + 0:47.957
6. Carlos Sainz Renault + 1:12.548
7. Charles Leclerc Sauber + 1:30.789
8. Sergio Perez Force India + 1:31.275
9. Romain Grosjean HaasF1 + 1 Runde
10. Kevin Magnussen HaasF1 + 1 Runde
11. Fernando Alonso McLaren + 1 Runde
12. Brendon Hartley Toro Rosso + 1 Runde
13. Lance Stroll Williams + 1 Runde
14. Stoffel Vandoorne McLaren + 1 Runde
15. Sergey Sirotkin Williams + 1 Runde
16. Pierre Gasly Toro Rosso Ausfall
17. Esteban Ocon Force India Ausfall
18. Marcus Ericsson Sauber Ausfall
19. Kimi Räikkönen Ferrari Ausfall
20. Nico Hülkenberg Renault Ausfall

Ergebnis Qualifying: Erste Reihe glänzt silbern

Lewis Hamilton hat sich in Abu Dhabi die elfte Pole Position der Saison gesichert. Der Weltmeister startet das Rennen vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas in der ersten Reihe. Sebastian Vettel wurde nur Dritter.

Als ob es noch eines Beweises für die Extraklasse des alten und neuen Weltmeisters bedurft hätte fuhr Lewis Hamilton in Abu Dhabi mit neuem Streckenrekord zum 83. Mal in seiner Karriere auf Pole Position. Der Mercedes-Pilot umrundete den 5,554 Kilometer langen Wüstenkurs in seinem letzten Q3-Versuch in 1.34.795 Minuten – das konnte keiner unterbieten.

„Es war mit diesem Auto nicht immer einfach dieses Jahr. Ich habe schon eine enge emotionale Verbindung zu ihm aufgebaut. Heute hat es besonders viel Spaß gemacht, das Auto an seine Grenzen zu bringen“, strahlte Hamilton anschließend. „Meine erste Runde war noch nicht besonders gut. Im zweiten Run bin ich dann etwas ruhiger angegangen und habe mich zum Ende der Runde immer mehr gesteigert. Der letzte Sektor war richtig gut. Es ist toll, die Saison auf diese Weise abzuschließen.“

Mercedes-Rekord in Abu Dhabi

Hamilton, Bottas & Vettel - GP Abu Dhabi 2018 Foto: xpb
Zum fünften Mal in Folge das gleiche Bild in Abu Dhabi: Zwei Mercedes starten aus der ersten Reihe.

Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil musste sich im Teamduell mal wieder geschlagen geben. Immerhin schaffte es der Vorjahressieger mit anderthalb Zehnteln Rückstand auf den zweiten Platz. Mercedes stellte damit seine beiden Autos schon zum fünften Mal in Folge in Abu Dhabi in die erste Reihe. Das gelang noch keinem anderen Konstrukteur in der Formel-1-Geschichte.

Bottas war trotz des guten Teamergebnisses natürlich nicht ganz zufrieden: „Ich habe natürlich wie im Vorjahr auf die Pole Position gehofft. Aber der zweite Platz ist auch nicht schlecht. Das zeigt, auf welch hohem Level dieses Team bis zum Ende der Saison operiert. Ich habe in den Kurven 17 und 18 etwas Zeit verloren. In diesem Abschnitt macht man schnell mal ein Fehler. Lewis war heute einfach schwer zu schlagen. Er hat den besseren Job erledigt.“

Vettel will Silber-Wand im Rennen knacken

Im letzten Qualifying des Jahres musste sich Sebastian Vettel mit Rang 3 hinter der silbernen Wand zufrieden geben. Der Rückstand fiel mit gut 3 Zehnteln deutlich aus. „Mir hat es heute richtig Spaß gemacht. Im ersten Q3-Versuch habe ich eine gute Runde hinbekommen. Da lag ich nur knapp hinter Lewis. Ich habe auch eine ordentliche zweite Runde hinbekommen und alles rausgeholt, aber offenbar hatte Mercedes für den letzten Run noch etwas mehr in Petto als wir.“

Sebastian Vettel - GP Abu Dhabi 2018 Foto: xpb
Sebastian Vettel konnte die Mercedes im Qualifying nicht gefährden.

Für das Rennen sei aber noch nichts entschieden. Vettel kündigte für das große Saisonfinale am Sonntag einen harten Kampf an: „Ich freue mich schon auf morgen. Wir werden alles geben, um die Jungs da vorne etwas herauszufordern. Ich bin ganz zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird.“ Neben Vettel wird Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari aus der zweiten Reihe starten.

Red Bull blieb im Qualifying wieder mal nur die dritte Kraft. Daniel Ricciardo auf Position 5 und Max Verstappen auf Startplatz 6 müssen darauf hoffen, dass der Reifenverschleiß im Rennen wieder zum Joker wird. Allerdings kamen sowohl die beiden Mercedes als auch die beiden Ferrari im Q2 mit der mittelharten Mischung ultrasoft durch, was ihnen erlaubt auch auf diesen relativ haltbaren Gummis zu starten. Verstappen muss als einziger Pilot in den Top-6 auf den Hypersoft losfahren und mit einem frühen Boxenstopp rechnen.

Alonso behält weiße Weste

Bester Mittelfeld-Pilot war wie schon im Freien Training Romain Grosjean. Der Rückstand fiel auch im letzten Rennen des Jahres mit 1,3 Sekunden deutlich aus. Knapp dahinter ließ Charles Leclerc auf Startplatz 8 noch einmal sein Talent aufblitzen. Die letzten beiden Top-Ten-Plätze belegten Esteban Ocon im Force India und Nico Hülkenberg im Renault.

Fernando Alonso beendete sein vorerst letztes Qualifying in der Formel 1 auf Rang 15. Dass es der Spanier mit dem nicht konkurrenzfähigen McLaren überhaupt in die zweite Runde schaffte, kann aber schon als Erfolg verbucht werden. Teamkollege Stoffel Vandoorne konnte auf Rang 18 nur die beiden Williams hinter sich lassen. Damit hat Alonso in diesem Jahr alle 21 Duelle gegen den Belgier gewonnen.

GP Abu Dhabi 2018: Ergebnis Qualifikation

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:36.828 1:35.693 1:34.794
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:36.789 1:36.392 1:34.956
3. Sebastian Vettel Ferrari 1:36.775 1:36.345 1:35.125
4. Kimi Räikkönen Ferrari 1:37.010 1:36.735 1:35.365
5. Daniel Ricciardo Red Bull 1:37.117 1:36.964 1:35.401
6. Max Verstappen Red Bull 1:37.195 1:36.144 1:35.589
7. Romain Grosjean HaasF1 1:37.575 1:36.732 1:36.192
8. Charles Leclerc Sauber 1:37.124 1:36.580 1:36.237
9. Esteban Ocon Force India 1:36.936 1:36.814 1:36.540
10. Nico Hülkenberg Renault 1:37.569 1:36.630 1:36.542
11. Carlos Sainz Renault 1:37.757 1:36.982
12. Marcus Ericsson Sauber 1:37.619 1:37.132
13. Kevin Magnussen HaasF1 1:37.934 1:37.309
14. Sergio Perez Force India 1:37.255 1:37.541
15. Fernando Alonso McLaren 1:37.890 1:37.743
16. Brendon Hartley Toro Rosso 1:37.994
17. Pierre Gasly Toro Rosso 1:38.166
18. Stoffel Vandoorne McLaren 1:38.577
19. Sergey Sirotkin Williams 1:38.635
20. Lance Stroll Williams 1:38.682

Ergebnis Training 3 – Erste Bestzeit für Hamilton

Lewis Hamilton scheint rechtzeitig zum Qualifying in Form zu kommen. Im dritten Training setzte der Weltmeister seine erste Bestzeit des Abu Dhabi-Wochenendes. Zu viel sollte man aber nicht in die Zeitentabelle interpretieren.

Es ist jedes Jahr der gleiche Ärger in Abu Dhabi. Während das erste und das dritte Training in der heißen Mittagssonne absolviert werden, ist die Strecke im Qualifying und im Rennen bei späteren Startzeiten deutlich kühler. Die Daten über den Reifenverschleiß und Rundenzeiten sind somit also nur bedingt repräsentativ. Im schlimmsten Fall führen die Bedingungen die Techniker in die Irre, wenn es mit dem Setup in die falsche Richtung geht.

Die Fans von Lewis Hamilton sollten also noch nicht zu früh über die erste Trainingsbestzeit des Weltmeisters jubeln. Der Mercedes-Pilot fuhr in 1:37.176 Minuten die schnellste Runde des Wochenendes. Kimi Räikkönen als erster Verfolger fehlten 0,288 Sekunden auf die Hamilton-Marke. Der Iceman musste aber nach der Sitzung nochmal bei den FIA-Stewards vorbeischauen, weil er die weiße Linie am Boxeneingang überfuhr. Die Schiedsrichter beließen es aber bei einer Verwarnung.

Ricciardo wieder mal mit Technik-Pech

Dahinter folgte mit Sebastian Vettel direkt der zweite Ferrari. Der Heppenheimer bekam seine Quali-Simulation nicht ganz fehlerfrei zusammen, was sich in einem Rückstand von gut vier Zehnteln widerspiegelte. Auf Position vier folgte mit Max Verstappen der erste Red Bull – eine gute halbe Sekunde hinter der Bestzeit. Der Niederländer kämpfte dabei aber mit der Technik. Die Batterien wollten nicht so schnell aufladen wie gewünscht.

Noch schlimmer erwischte es wieder mal Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo. Der zweite Red Bull blieb fünf Minuten vor dem Ende der Sitzung mit abgefallenem Wasserdruck in Kurve 9 stehen. Die Mechaniker schafften die Reparatur aber bis zum Qualifying.

Grosjean im Clinch mit Gasly

Pierre Gasly - GP Abu Dhabi 2018 Foto: sutton-images.com
Pierre Gasly legte sich kurz vor dem Ende der Sitzung mit Romain Grosjean an.

Der schnellste Pilot aus dem Mittelfeld hieß wie schon am Vortag Romain Grosjean. Der Franzose war kurz vor dem Ende der Sitzung in Kurve 17 in eine Kollision mit seinem Landsmann Pierre Gasly involviert. Der Toro Rosso lief in einer schnellen Runde auf den langsamen Haas-Renner auf. Gasly nahm eine Hand vom Lenkrad um ein Handzeichen rüberzuschicken, wobei der Toro Rosso die Linie des Grosjeans-Autos kreuzte. Dabei gingen die seitlichen Abweiser von Gasly fliegen.

Nach dem Training kam Grosjean in die Garage von Gasly um die Situation im persönlichen Gespräch zu klären. Die Szene wurde auch von den FIA-Kommissaren untersucht. Die verzichteten beim letzten Rennen des Jahres aber auf eine Bestrafung. Hinter Grosjean kamen auch die beiden Renaults von Nico Hülkenberg und Carlos Sainz in die Top Ten. Es folgten die beiden Force India von Esteban Ocon und Sergio Perez auf den Plätzen 10 und 11. Ocon verlor allerdings mit einem Antriebsproblem viel Trainingszeit. Der Franzose kam nur auf 7 Runden.

Einen ungeplanten Reparaturstopp musste auch Charles Leclerc einlegen. Der Franzose war nach einer halben Stunde in Kurve 19 abgeflogen und rückwärts in die Bande gerutscht. Dabei beschädigte sich der Monegasse den Heckflügel. Erst kurz vor dem Ende der Sitzung war der Sauber wieder einsatzbereit. Es reichte immerhin noch für Platz 13 hinter Brendon Hartley im Toro Rosso.

GP Abu Dhabi 2018: Ergebnis 3. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:37.176 Min. 17
2. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.288 Sek. 18
3. Sebastian Vettel Ferrari + 0.411 15
4. Max Verstappen Red Bull + 0.571 15
5. Valtteri Bottas Mercedes + 0.757 16
6. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.914 11
7. Romain Grosjean HaasF1 + 1.128 13
8. Nico Hülkenberg Renault + 1.674 15
9. Carlos Sainz Renault + 1.794 16
10. Esteban Ocon Force India + 1.835 7
11. Sergio Perez Force India + 1.877 15
12. Brendon Hartley Toro Rosso + 1.898 18
13. Charles Leclerc Sauber + 2.106 10
14. Kevin Magnussen HaasF1 + 2.436 13
15. Pierre Gasly Toro Rosso + 2.564 12
16. Fernando Alonso McLaren + 2.798 13
17. Marcus Ericsson Sauber + 2.821 20
18. Lance Stroll Williams + 2.941 18
19. Stoffel Vandoorne McLaren + 3.057 14
20. Sergey Sirotkin Williams + 4.006 22

Ergebnis Training 2: Bottas setzt Tagesbestzeit

Vorjahressieger Valtteri Bottas hat sich im zweiten Training zum Abu-Dhabi-Grand-Prix die Bestzeit gesichert. Der Mercedes-Pilot hielt das Red-Bull-Duo aber nur knapp hinter sich. Ferrari kämpft mit Rückstand und erhöhtem Reifenverschleiß.

Gelingt Valtteri Bottas im letzten Rennen des Jahres doch noch der erste Saisonsieg? Der Auftakt am Freitag (23.11.2018) lief für den Finnen schon mal ganz vielversprechend. In 1:37.236 Minuten drehte der WM-Vierte im zweiten Training die schnellste Runde des Tages. Dabei drehte Mercedes die Motoren wie üblich noch gar nicht auf volle Power hoch.

Max Verstappen musste sich nach seiner Bestzeit in der ersten Sitzung knapp geschlagen geben. Mit 44 Tausendsteln blieb dem Red Bull-Piloten am Ende nur Rang 2 im Klassement. Verstappen war es auch, der für die spektakulärste Szene sorgte: Kurz nach Beginn der Sitzung nahm der Holländer die hohen Kerbs vor der Zielkurve etwas zu aggressiv. Das Auto setzte mit dem Unterboden auf und rutschte wie ein Skateboard auf dem Randstein entlang, ohne dass der Pilot eingreifen konnte.

Guter Tag für Red Bull

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Abu Dhabi 2018 Foto: Red Bull
Red Bull zeigt sich auch in Abu Dhabi gut in Form.

Bei der unfreiwilligen Stunteinlage beschädigte Verstappen den Frontflügel und die Holzplanke an der Unterseite seines Autos, was eine 20-minütige Reparaturpause zur Folge hatte. Trotz der Verzögerung schaffte es der 21-Jährige am Ende, Teamkollege Daniel Ricciardo in Schach zu halten. Der Australier landete mit knapp zwei Zehnteln Rückstand auf der dritten Position.

Das Fazit fiel trotzdem bei beiden Piloten positiv aus: „Ich hatte von der ersten Runde kaum Grund zur Klage. Das Auto funktioniert hier wirklich gut“, strahlte Verstappen. Ricciardo fügte an: „Das war ein guter Tag. Hoffentlich bleibt es so. Ich denke, wir haben beim Reifenverschleiß einen Vorteil. Je heißer die Bedingungen desto besser ist es also für uns.“

Wie immer müssen wir an diesem Punkt anmerken, dass Red Bull im Qualifying gegenüber Mercedes und Ferrari wegen des PS-Nachteils ein paar Zehntel einbüßen wird. Die Fans von Lewis Hamilton sollten also noch nicht allzu besorgt sein. Der Weltmeister ließ sich knapp hinter Ricciardo die viertschnellste Runde notieren.

Ferrari nur dritte Kraft

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Abu Dhabi 2018 Foto: sutton-images.com
Ferrari kämpfte im Freien Training noch mit Problemen.

Ferrari präsentierte sich am Trainingsfreitag sogar nur als dritte Kraft. Der Rückstand von Kimi Räikkönen (+ 0,225s) und Sebastian Vettel (+ 0,333s) hielt sich allerdings einigermaßen in Grenzen. Mehr Grund zur Beunruhigung liefert der erhöhte Reifenverschleiß über den sich beide Piloten auf ihren Longuns beklagten.

„Wir sind noch nicht schnell genug und können deshalb auch noch nicht ganz zufrieden sein. Ich hoffe, dass sich das morgen ändern wird“, erklärte Vettel wenig begeistert. „Im Rennen könnte der Reifenverschleiß wieder eine wichtige Rolle spielen. Ich denke, das wird ganz eng.“

Der beste Mittelfeldpilot hieß am Freitag in Abu Dhabi Romain Grosjean. Der Rückstand zur Spitze betrug für den Haas-Piloten bereits gut acht Zehntel. Teamkollege Kevin Magnussen auf Position 9 war der erste Pilot mit mehr als einer Sekunde Abstand zur Bottas-Marke. Zwischen die beiden Haas konnte sich noch Nico Hülkenberg mit seinem Renault schieben.

Die letzte Top-Ten-Position belegte Esteban Ocon, der von Mercedes-Teamchef Toto Wolff in der Mittagspause als 2019er Ersatz- und Simulator-Pilot für das Werksteam bestätigt wurde. Einen ordentlichen Eindruck hinterließ auch Fernando Alonso. Bei seiner Abschiedsvorstellung kam der McLaren-Pilot im zweiten Training auf Platz 13. Stoffel Vandoorne konnte das Tempo seines Teamkollegen mal wieder nicht mitgehen. Der Belgier ließ sich von Technik-Problemen eingebremst auf Platz 18 nur die beiden Williams hinter sich.

GP Abu Dhabi 2018: Ergebnis 2. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Valtteri Bottas Mercedes 1:37.461 Min. 36
2. Max Verstappen Red Bull + 0.044 31
3. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.192 30
4. Lewis Hamilton Mercedes + 0.207 34
5. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.225 39
6. Sebastian Vettel Ferrari + 0.333 38
7. Romain Grosjean HaasF1 + 0.824 29
8. Nico Hülkenberg Renault + 0.994 35
9. Kevin Magnussen HaasF1 + 1.082 29
10. Esteban Ocon Force India + 1.166 32
11. Pierre Gasly Toro Rosso + 1.270 31
12. Carlos Sainz Renault + 1.275 36
13. Fernando Alonso McLaren + 1.489 34
14. Sergio Perez Force India + 1.570 30
15. Charles Leclerc Sauber + 1.595 32
16. Brendon Hartley Toro Rosso + 1.721 34
17. Marcus Ericsson Sauber + 2.266 35
18. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.702 17
19. Lance Stroll Williams + 2.810 32
20. Sergey Sirotkin Williams + 3.699 38

Ergebnis Training 1

Verstappen setzt erste Bestmarke

Max Verstappen hat sich im ersten Freien Training von Abu Dhabi die Bestzeit gesichert. Der Red Bull-Pilot fuhr fast eine halbe Sekunde schneller als der Rest der Formel-1-Welt. Allerdings ist die Zeitentabelle der Auftaktsitzung mit Vorsicht zu genießen.

Die Formel-1-Saison rast unaufhaltsam ihrem Ende entgegen. In der letzten FP1-Sitzung des Jahres am Freitag konnte sich Max Verstappen eine deutliche Trainingsbestzeit notieren lassen. Der Niederländer umrundete den 5,554 Kilometer langen Wüstenkurs auf Hyper-Soft-Reifen in 1:38.491 Minuten. Nur Teamkollege Daniel Ricciardo konnte einigermaßen mithalten. Dem zweiten Red Bull fehlten 0,454 Sekunden auf die Bestmarke.

Mit Respektsabstand von fast einer Sekunde folgte Vorjahressieger Valtteri Bottas im schnellsten Silberpfeil auf Rang 3. Weltmeister Lewis Hamilton musste sich eine weitere Zehntel dahinter mit der viertbesten Zeit zufrieden geben. Der Brite überraschte seine Fans in der ersten Sitzung mit einer neuen Startnummer. Statt der „44“ erlaubte die FIA dem amtierenden Champion für ein Rennwochenende die „1“ auf die Nase zu kleben.

Über den Rückstand der Mercedes müssen sich die Fans noch keine allzu großen Sorgen machen. Hamilton beklagte sich zwar über das Fahrverhalten seines Dienstwagens, doch im zweiten Training nach Sonnenuntergang auf dann kühlerem Asphalt könnten die Karten wieder ganz neu gemischt werden. Auch das Qualifying und der Großteil des Rennens werden bekanntlich erst nach Sonnenuntergang absolviert.

Ferrari testet für 2019

Lewis Hamilton - GP Abu Dhabi 2018 Foto: Mercedes
Lewis Hamilton fährt in Abu Dhabi mit Startnummer 1.

Ferrari verzichtete im ersten Training ebenfalls komplett auf Bestzeitenjagd. Das Ergebnis: Kimi Räikkönen landete mit knapp zwei Sekunden Rückstand noch hinter Force-India-Pilot Esteban Ocon und Kevin Magnussen im Haas-Renner auf der siebten Position. Sebastian Vettel ließ sich knapp dahinter die achtschnellste Zeit notieren.

Bei Ferrari nutzte man die Zeit, um schon mal für die kommende Saison zu üben und Aero-Daten zu sammeln. Räikkönen fuhr auf den ersten Runs der Sitzung einen Vergleich zweier Frontflügel-Varianten. Bei einer davon wurden die vertikalen Finnen abgebaut und die Endplatten vereinfacht, wie es das Reglement für 2019 vorsieht. Mit Sensoren bestückte Alu-Gitter hinter den Vorderrädern zeichneten die Luftströmung auf.

Nico Hülkenberg verpasste auf Rang 12 die Top Ten. Ganz am Ende des Feldes fanden sich zwei Routiniers wieder: Fernando Alonso begann sein vorerst letztes Rennwochenende seiner F1-Karriere nur auf Rang 19. Robert Kubica, der 2019 sein Comeback geben wird, musste im Williams Entwicklungsarbeit leisten. Der Pole wurde in der Zeitentabelle auf dem letzten Platz geführt.

Ericsson rutscht in die Bande

Für die spektakulärste Szene der ersten Sitzung sorgte Marcus Ericsson. 35 Minuten nach dem Start des Trainings erwischte der Schwede am Ausgang der ersten Kurve das Kunstgras mit dem rechten Hinterrad, wodurch das Heck des Saubers ausbrach. Beim Versuch sein Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bekommen, rutschte Ericsson vorwärts in die Bande. Der Pilot konnte sich mit beschädigtem Frontflügel zurück an die Boxen retten. Nach einer kurzen Reparaturpause setzte er sein Trainingsprogramm fort.

GP Abu Dhabi 2018: Ergebnis 1. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Max Verstappen Red Bull 1:38.491 Min. 27
2. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.454 Sek. 19
3. Valtteri Bottas Mercedes + 0.961 29
4. Lewis Hamilton Mercedes + 1.052 26
5. Esteban Ocon Force India + 1.611 26
6. Kevin Magnussen HaasF1 + 1.744 21
7. Kimi Räikkönen Ferrari + 1.926 24
8. Sebastian Vettel Ferrari + 1.962 21
9. Carlos Sainz Renault + 2.097 21
10. Romain Grosjean HaasF1 + 2.172 24
11. Pierre Gasly Toro Rosso + 2.180 17
12. Nico Hülkenberg Renault + 2.532 24
13. Sergio Perez Force India + 2.584 23
14. Brendon Hartley Toro Rosso + 2.646 26
15. Lance Stroll Williams + 3.002 22
16. Antonio Giovinazzi Sauber + 3.171 24
17. Marcus Ericsson Sauber + 3.437 22
18. Stoffel Vandoorne McLaren + 3.623 22
19. Fernando Alonso McLaren + 3.822 16
20. Robert Kubica Williams + 4.501 26
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