Ergebnis Formel 1 GP Ungarn 2018

Resultate Training, Qualifying & Rennen

Podest - GP Ungarn 2018 - Budapest - Rennen Foto: Wilhelm 68 Bilder

Lewis Hamilton hat von der Pole-Position aus das 12. Saisonrennen auf dem Hungaroring gewonnen. Für den Weltmeister ist es der fünfte Saisonsieg. Hamilton baute damit die WM-Führung auf Sebastian Vettel, der Zweiter wurde, auf 24 Punkte aus.

Mercedes hat den Sieg beim GP Ungarn schon am Samstag klargemacht. Ferrari hat das Rennen im Qualifying verloren. Lewis Hamilton gewann den Start und kontrollierte danach den Abstand nach hinten bis ins Ziel. Die Führung gab der nun 67-malige GP-Sieger nur zwischen den Runden 25 und 39 ab, weil er früher als Sebastian Vettel stoppte.

Eine Einstopp-Strategie mit der Reifenfolge Ultrasoft-Soft führte den Weltmeister zum Sieg. Für Hamilton ist es der sechste Triumph in Ungarn. „Was für ein wundervoller Tag. Wir wussten, dass Ferrari das schnellere Auto hat. Dieser Sieg ist ein Bonus“, freute sich Hamilton. Valtteri Bottas hätte den Mercedes-Doppelerfolg perfekt machen können. Doch in der Schlussphase brachen dem Finnen die Reifen ein.

In der 65. Runde bekam Verfolger Sebastian Vettel seine Chance. Der Heppenheimer attackierte in der ersten Kurve auf der Außenseite, doch Bottas wehrte ab. Mit der besseren Traktion beschleunigte Vettel den Mercedes bis zur zweiten Kurve aus. Allerdings steckte der Finne nicht zurück, übertrieb es und krachte Vettels Ferrari ins Heck. Der WM-Zweite hatte Glück, dass er dabei nicht umgedreht wurde, kein Reifen kaputtging und er den zweiten Platz ins Ziel brachte.

Bottas kollidiert auch mit Ricciardo

Vettel hatte sich in der Startphase um eine Position verbessert. In der zweiten Kurve lenkte er seinen Ferrari außen herum am Teamkollegen vorbei. Doch von der Überlegenheit, die Ferrari in den Longruns am Freitag ausgestrahlt hatte, war nicht mehr viel übrig. Ferrari hielt Vettel bis zur 39. Runde mit den Softreifen auf der Strecke. Man taktierte anders als Mercedes und steckte für den zweiten Stint auf Ultrasoftreifen um. Kimi Räikkönen stoppte zwei Mal und wurde Dritter.

Bottas war in der Schlussphase auch noch in eine zweite Kollision verwickelt. Mit gebrochenem Frontflügel krachte er Ricciardo ins Auto, der einen Angriff lancierte. Im zweiten Versuch schaffte es der Australiers dann trotz beschädigtem Auto doch noch auf Platz 4: Im letzten Umlauf krallte er sich den waidwunden Mercedes. Gegen Bottas läuft nach den Zwischenfällen eine Untersuchung. Ricciardos Teamkollege Max Verstappen scheiterte in der Frühphase mit defekter MGU-K.

Pierre Gasly startete als Sechster und brachte seinen Toro Rosso auch auf dieser Position ins Ziel. Es ist das zweitbeste Ergebnis für den Franzosen nach einem vierten Platz in Bahrain. Kevin Magnussen verbesserte sich vom neunten auf den siebten Rang. Fernando Alonso machte drei Positionen gut und belegte den achten Platz. Ein langer erster Stint zahlte sich für den Spanier aus. Eine gute taktische Leistung von McLaren. Teamkollege Stoffel Vandoorne hätte es mit derselben Strategie ebenfalls in die Punkte geschafft, scheiterte aber mit Getriebedefekt. Die letzten Punkte staubten Carlos Sainz und Romain Grosjean ab.

GP Ungarn 2018: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:37.16,427 Std.
2. Sebastian Vettel Ferrari + 0:17.123 Min.
3. Kimi Räikkönen Ferrari + 0:20.101
4. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:46.419
5. Valtteri Bottas Mercedes + 0:50.000
6. Pierre Gasly Toro Rosso + 1:13.273
7. Kevin Magnussen HaasF1 + 1 Runde
8. Fernando Alonso McLaren + 1 Runde
9. Carlos Sainz Renault + 1 Runde
10. Romain Grosjean HaasF1 + 1 Runde
11. Brendon Hartley Toro Rosso + 1 Runde
12. Nico Hülkenberg Renault + 1 Runde
13. Esteban Ocon Force India + 1 Runde
14. Sergio Perez Force India + 1 Runde
15. Marcus Ericsson Sauber + 2 Runde
16. Sergey Sirotkin Williams + 2 Runde
17. Lance Stroll Williams + 2 Runde
18. Stoffel Vandoorne McLaren Ausfall
19. Max Verstappen Red Bull Ausfall
20. Charles Leclerc Sauber Ausfall

GP Ungarn 2018 – Qualifying

Hamilton schwimmt zur Pole

Lewis Hamilton steht beim 12. Rennen des Jahres auf der Pole-Position. Im verregneten Qualifying von Budapest setzte sich der Weltmeister gegen Teamkollege Valtteri Bottas durch. Ferrari ist geschlagen und nimmt nur die zweite Reihe ein.

Mercedes brauchte Regen. Andernfalls wäre Ferrari im Qualifying zum GP Ungarn wohl nicht beizukommen gewesen. Und die Gebete der Fahrer, Ingenieure und Teamführung wurden erhöht. Es regnete. Und Lewis Hamilton stürmte zur Pole-Position, während WM-Rivale Sebastian Vettel schwächelte. Der WM-Führende Hamilton schwamm im letzten Versuch in 1:35.658 Minuten um die 14 Kurven des Hungaoring. Damit sicherte er sich die fünfte Pole des Jahres. In seiner Karriere ist es die 77. Der Engländer baute damit seinen Rekord weiter aus.

Valtteri Bottas parkt seinen Mercedes ebenfalls in der ersten Reihe. Es fehlten zweieinhalb Zehntelsekunden auf den Spitzenreiter. Mercedes ist im Regen eine Bank. Ferrari dagegen strauchelte. Vor allem Sebastian Vettel. Der Heppenheimer war nach dem dritten Training der große Favorit auf den besten Startplatz. Es wurde am Ende nur der vierte Rang. „Wir hätten natürlich lieber weiter vorne gestanden. Aber bei den Bedingungen kann alles passieren“, nahm Vettel die Niederlage nüchtern. „Für morgen müssen wir mal sehen. Ich denke, dass mit einem guten Start und über die Strategie noch was möglich ist.“

Teamkollege Kimi Räikkönen kam mit den kniffligen Verhältnissen etwas besser zurecht. Der Finne steht direkt neben Vettel auf Startplatz 3. Die Statistik spricht allerdings für Mercedes. 20 Mal in 32 Rennen startete der Sieger in Ungarn aus der ersten Startreihe. Vom vierten Platz stürmten in der Geschichte nur drei Fahrer zum Erfolg in Budapest. Da braucht es für Vettel wohl ein bisschen Glück am Rennsonntag.

Carlos Sainz zeigte ein starkes Qualifying und stellte seinen Renault auf den fünften Platz. Pierre Gasly wurde sensationeller Sechster. Das ist ein Topergebnis für Toro Rosso. Der große Bruder musste dagegen eine herbe Schlappe einstecken. Red Bull hatte keine Chance, Mercedes und Ferrari anzugreifen. Stattdessen dümpelte man im Mittelfeld herum. Max Verstappen landete auf der siebten Position. Brendon Hartley arbeitete sich auf den achten Startplatz. Es folgt das Haas-Duo von Kevin Magnussen und Romain Grosjean.

Prominente Namen scheitern in Q2

Der heftige Regen hatte zum Beginn des Q2 eingesetzt. Da die Regenintensität dann im Verlauf weiter zunahm, zählte es, früh auf der Strecke zu sein. Nur Sebastian Vettel hatte zu Beginn alles richtig gemacht. Er rollte direkt auf den Intermediates heraus. Der Rest irrte und robbte zunächst auf den Slicks um die 14 Kurven. Sie mussten umdisponieren. Die Niete im Regenpoker von Budapest zogen große Namen. Die prominentesten Ausfälle im Q2 hießen Fernando Alonso und Daniel Ricciardo.

Der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 sorgte für den Lacher des Qualifyings. Sein Ingenieur fragte ihn: „Fernando, sollen wir für den letzten Versuch besser Intermediates oder Vollregenreifen aufziehen.“ Der Spanier antwortete: „Wir sollten am besten in die Garage fahren. Ihr könnt mir Vollregenreifen aufziehen. Aber wenn wir damit 25 Sekunden langsamer fahren, ist es vergebene Liebesmühe. Selbst mit einer Rakete kommen wir nicht ins Q3.“

Daniel Ricciardo widerlegte Alonso ein Stückweit. Der zweifache Saisonsieger verbesserte sich im letzten Umlauf auf Regenreifen, blieb aber trotzdem in Q2 hängen. Hinter dem Le Mans-Sieger von 2017 und dem Red Bull-Pilot startet Nico Hülkenberg ins morgige Rennen. Eigentlich wären es die Verhältnisse des langen Rheinländers gewesen. Jedoch passte das Timing nicht.

Das war mitunter technischen Schwierigkeiten geschuldet. „Es gab vor dem Q2 irgendein Problem mit der Betankungsanlage. Wir haben nicht den Sprit reinbekommen, den wir wollten. Das hat uns zwei Minuten gekostet – gerade als die Strecke am Besten war. Für morgen bedeutet das viel Arbeit“, erklärte Hülkenberg. Auch Marcus Ericsson und Lance Stroll, der sich ausgangs Kurve neun drehte und mit der Nase voran die Leitplanke küsste, kletterten vorzeitig aus ihren Autos.

Doppel-Schock für Force India

Schon der erste Qualifying-Teil entwickelte sich zu einem Thriller. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn hatte es leicht angefangen zu regnen. Die Fahrer fanden deshalb eine feuchte Strecke vor und wählten für die ersten Runden den Intermediate-Reifen. Nach etwa der Hälfte steckten sie auf Slickreifen um, die auf immer stärker abtrocknender Piste deutlich schnellere Rundenzeiten erlaubten.

Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Die Bestzeiten purzelten, das Klassement wurde im Sekundentakt durcheinandergewirbelt. Am Himmel donnerte und blitzte es. Am Ende erwischte es Stoffel Vandoorne, Charles Leclerc, Esteban Ocon, Sergio Perez und Sergey Sirotkin. Für Vandoorne geht die Negativ-Serie damit weiter. Im Zweikampf mit Teamkollege Alonso konnte er noch kein einziges Mal in der Qualifikation punkten.

Leclerc verpasste im Gegensatz zu Ericsson den Sprung in Q2. Für Force India kam es doppelt bitter. Das Team, das seit dem gestrigen Freitag unter Gläubigerschutz steht, rechnete damit, mindestens in den zweiten Teil zu gelangen. Stattdessen war schon nach 18 Minuten Schluss. „Diese verzweigte Strecke passt nicht zu unserem Auto mit dem langen Radstand“, meint Force India-Teamchef Robert Fernley.

GP Ungarn 2018: Ergebnis Qualifikation

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:17.419 1:31.242 1:35.658
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:17.123 1:32.081 1:35.918
3. Kimi Räikkönen Ferrari 1:17.526 1:32.762 1:36.186
4. Sebastian Vettel Ferrari 1:16.666 1:28.636 1:36.210
5. Carlos Sainz Renault 1:17.829 1:30.771 1:36.743
6. Pierre Gasly Toro Rosso 1:18.577 1:31.286 1:37.591
7. Max Verstappen Red Bull 1:16.940 1:31.178 1:38.032
8. Brendon Hartley Toro Rosso 1:18.429 1:32.590 1:38.128
9. Kevin Magnussen HaasF1 1:18.314 1:32.968 1:39.858
10. Romain Grosjean HaasF1 1:17.901 1:33.650 1:40.593
11. Fernando Alonso McLaren 1:18.208 1:35.214
12. Daniel Ricciardo Red Bull 1:18.540 1:36.442
13. Nico Hülkenberg Renault 1:17.905 1:36.506
14. Marcus Ericsson Sauber 1:18.641 1:37.075
15. Lance Stroll Williams 1:18.560 ohne Zeit
16. Stoffel Vandoorne McLaren 1:18.782
17. Charles Leclerc Sauber 1:18.817
18. Esteban Ocon Force India 1:19.142
19. Sergio Perez Force India 1:19.200
20. Sergey Sirotkin Williams 1:19.301

GP Ungarn 2018 – Ergebnis 3. Training

Vettel führt, Red Bull fällt ab

Sebastian Vettel ist der Gejagte beim GP Ungarn. Der WM-Zweite sicherte sich im dritten Training die Spitzenposition. Mercedes verbesserte sich, zeigte aber ungewöhnlich viele Fehler. Red Bull fiel im Vergleich zum Vortag ab.

Für Sebastian Vettel ist es die zweite Bestzeit in drei Trainings. Gestern hießen seine Verfolger Max Verstappen und Daniel Ricciardo. In der dritten Übungseinheit war es Valtteri Bottas im Mercedes.

Vettel knackte in 1:16.170 Minuten die Pole-Position-Zeit aus dem Vorjahr um über eine Zehntelsekunde. Man kann davon ausgehen, dass in der Qualifikation am Samstagnachmittag die 1:16er Marke fallen wird. Ferrari geht als Favorit ins Qualifying. Das rote Auto profitiert im ersten Sektor vom stärksten Motor im Feld, und ist auch in den kurvenreichen Passagen bei der Musik.

Bottas und Hamilton rutschen aus

Kimi Räikkönen reduzierte im Vergleich zum Vortag den Abstand zum Teamkollegen um etwa eine Zehntelsekunde, muss aber weiter zulegen, sofern er sich die 18. Pole-Position seiner Karriere schnappen möchte. Ein Hoffnungsschimmer für die finnischen Fans: Räikkönens Runden auf den Ultrasoftreifen waren alles andere als perfekt. Doch auch Vettel scheint Reserven zu haben. Zwischen die beiden Ferrari schob sich Bottas im schnelleren der beiden Mercedes. Der 28-Jährige büßte auf den 4,381 Kilometern nur 59 Tausendstel ein.

Daniel Ricciardo - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Samstag - 28.7.2018 Foto: sutton-images.com
Red Bull und Mercedes müssen noch Zeit finden.

Mercedes macht Fortschritte. Die schnellen Runden gehen den Fahrern aber nicht so leicht von der Hand wie Vettel. Sowohl Lewis Hamilton als auch Valtteri Bottas müssen mit vollem Einsatz fahren, um den Anschluss an Ferrari zu halten. Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge, der schnell in Fahrfehler mündet.

Im dritten Training drehten sich sowohl Bottas als auch Lewis Hamilton in der Schikane. Das Auto des Finnen rutschte sogar seitwärts mit der linken Fahrzeugseite in die Leitplanken. Allerdings mit einer geringen Geschwindigkeit. Die Mechaniker entdeckten keinen Schaden. Hamilton war über eine halbe Sekunde langsamer als der Garagennachbar und musste sich mit der vierten Position abfinden. Im Auto des Weltmeisters verbaute Mercedes vor dem Training die zweite Batterie und Steuereinheit. Alles im Rahmen des erlaubten.

Red Bull enttäuscht

Die Enttäuschung des dritten Trainings heißt Red Bull. Daniel Ricciardo steigerte sich verglichen mit dem Samstag nur um zwei Zehntel. Max Verstappen war sogar langsamer als am Trainingsfreitag. Ferrari dagegen legte um sieben Zehntel zu, Mercedes um 1,3 Sekunden. Entweder Red Bull hat sich beim Setup verzockt oder fuhr mit mehr Benzin an Bord. Dritte Erklärung: Ferrari und Mercedes haben mehr Leistung freigemacht und Red Bulls Renault-Motor hatte nichts mehr im Köcher.

Im Mittelfeld zeichnet sich ein ganz enger Kampf ab. Mit Vorteilen für Renault und HaasF1. Carlos Sainz und Nico Hülkenberg reihten sich hinter den drei Topteams ein. Es folgte Romain Grosjean im HaasF1 VF-18. Toro Rosso kann sich berechtigte Hoffnungen auf ein Top-10-Ergebnis in der Qualifikation machen. Pierre Gasly schaffte es zum zweiten Mal an diesem Wochenende unter die besten zehn Fahrer. Und auch Brendon Hartley als 12. hinterließ einen anständigen Eindruck.

Sauber zeigte sich formverbessert. Was auch damit zu tun haben könnte, dass Ferrari den Schweizer Rennstall mehr Leistung abrufen lässt. Dagegen schwächelte Force India ähnlich wie im ersten Training. Upgrades gibt es bei McLaren zu vermelden. Das Team aus Woking bestückt den MCL33 mit einem Diffusor, dessen Ausßenkanten abgeändert wurden.

Auch das dritte Training war mit 30 Grad Luft- und 60 Grad Streckentemperatur eine heiße Angelegenheit. Die Regenwahrscheinlichkeit für die Quali beträgt laut Vorhersage 60 Prozent.

GP Ungarn 2018: Ergebnis 3. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:16.170 Min. 16
2. Valtteri Bottas Mercedes + 0.059 Sek. 17
3. Kimi Räikkönen Ferrari +0.203 16
4. Lewis Hamilton Mercedes + 0.579 17
5. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.633 11
6. Max Verstappen Red Bull + 0.776 14
7. Carlos Sainz Renault + 1.584 17
8. Nico Hülkenberg Renault + 1.913 18
9. Romain Grosjean HaasF1 + 1.914 19
10. Pierre Gasly Toro Rosso + 1.969 22
11. Kevin Magnussen HaasF1 + 2.060 17
12. Brendon Hartley Toro Rosso + 2.082 19
13. Charles Leclerc Sauber + 2.206 19
14. Fernando Alonso McLaren + 2.297 15
15. Esteban Ocon Force India + 2.342 20
16. Sergey Sirotkin Williams + 2.460 17
17. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.619 14
18. Marcus Ericsson Sauber + 2.672 18
19. Sergio Perez Force India + 2.792 18
20. Lance Stroll Williams + 2.962 20

GP Ungarn 2018 – Ergebnis 2. Training

Vettel übernimmt, Red Bull stark

Sebastian Vettel drehte auf dem Hungaroring im zweiten freien Training die schnellste Runde. Seine beiden nächsten Verfolger saßen im Red Bull. Mercedes kämpft mit überhitzenden Reifen. Das Resultat: Die Fahrer machen kleinere Fehler.

Der erste Trainingstag von Budapest verspricht einen engen Zweikampf zwischen Ferrari und Red Bull. Oder einen Dreikampf zwischen Sebastian Vettel, Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Der Australier, Sieger des GP Ungarn 2014, hatte in der ersten Übungseinheit die Bestzeit gesetzt. Am Nachmittag stellte Vettel seinen Ferrari dann vor die beiden Red Bull.

Der Ungarn-Sieger der Jahre 2015 und 2017 pilotierte seinen SF71H in 1:16.834 Minuten um die 14 Kurven des Hungaroring. Es reichte damit knapp für die Spitzenposition. Verstappen war auf dem 4,381 Kilometer langen Kurs gerade einmal 74 Tausendstel langsamer. Ricciardo verlor 0,274 Sekunden.

Red Bull holt hinten heraus auf

Die einzelnen Sektoren zeigen, wo die Stärken der jeweiligen Autos liegen. Ferrari und Vettel dominieren im ersten Abschnitt. Dort profitieren sie auf der Zielgerade und dem Stück zwischen Kurve drei und vier vom starken Ferrari-Motor. Verstappen büßt allein auf den ersten 27 Sekunden 3 Zehntel ein. Bei Ricciardo ist es sogar eine halbe Sekunde.

Der Grund ist ein Mix aus Leistungsdefizit und Reifenmanagement. Im mittleren und letzten Streckenteil trumpfen die Red Bull dann stark auf. Dort können die Fahrer das gute Chassis und den Abtriebsvorteil des RB14 ausspielen. Kimi Räikkönen, der am Hungaroring 2005 auf McLaren gewann, belegte den vierten Platz. Es trennten den Finnen über 3 Zehntelsekunden vom Teamkollegen.

Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - 27.7.2018 Foto: xpb
Max Verstappen verpasste im zweiten Training nur knapp die Bestzeit.

Für gewöhnlich können Ferrari und Mercedes am Samstag im Qualifying noch ein wenig mehr Power mobilisieren. Dieser Joker sticht in Ungarn aber nicht so sehr wie zuletzt in Hockenheim oder Silverstone. Wir werden vermutlich bis zum dritten Qualifyingdurchgang warten müssen, ob Red Bull tatsächlich ein Anwärter auf die Pole-Position ist.

Mercedes kämpft, wie vor dem Wochenende erwartet, um den Anschluss. Im ersten Training überhitzten an den silbernen Autos die Hinterreifen. Auch in der zweiten Probeeinheit schwächelte Mercedes. Vettel brummte seinem WM-Rivalen und fünfmaligen Budapest-Sieger Lewis Hamilton über 7 Zehntel auf eine Runde auf. Bei Valtteri Bottas betrug der Rückstand mehr als eine Sekunde.

Beide Mercedes-Fahrer erzielten ihren schnellsten Umlauf auf der weichen Mischung. Als erster Top-Rennstall schickte das Weltmeisterteam seine Fahrer nach etwa einer halben Stunde mit den Ultrasofts raus. Doch weder Hamilton noch Bottas steigerten sich. Stattdessen bauten sie Fehler in ihre Runden ein. Danach widmete sich Mercedes lieber den Longruns, um Daten zum Überhitzungsproblem bei zwischenzeitlich 30 Grad Luft- und 49 Grad Asphalttemperatur zu sammeln.

Hülkenberg kommt erst zur Halbzeit

Das Tempo im Mittelfeld bestimmt Romain Grosjean, der sich im HaasF1 von Carlos Sainz, Pierre Gasly und Esteban Ocon absetzte. Grosjeans Rennwagen trägt in Ungarn bereits den dritten Motor. Es ist die dritte Spezifikation von Ferrari. Teamkollege Kevin Magnussen erhält neben einem neuen Motor auch die dritte Elektromaschine MGU-H und den dritten Turbo der Saison. Dasselbe gilt für die beiden Sauber-Fahrer Charles Leclerc und Marcus Ericsson. Das Werksteam wird erst nach der Sommerpause nachziehen.

Nico Hülkenberg tauchte erst zur Halbzeit der zweiten Sitzung auf der Rennstrecke auf. Bis dahin wechselte Renault den kaputten Energiespeicher im R.S.18. Im Auto steckt nun eine alte Batterie. So konnte der Rheinländer eine Strafe verhindern. Wenige Runden bedeuten weniger Rhythmus und resultieren in einem Setup, das vergleichsweise in den Kinderschuhen steckt. Das Ergebnis: Platz 14 für Hülkenberg.

Force India arbeitete sich nach einem durchwachsenen ersten Training nach vorne. Noch gibt es keine Neuigkeiten über den Verkauf des Rennstalls aus Silverstone, der sich aber in einer entscheidenden Phase befinden soll. Toro Rosso präsentierte sich mit Pierre Gasly auf Rang 9 stark. Der verwinkelte Kurs sollte dem STR13 entgegenkommen.

McLaren, mit elf Siegen übrigens das erfolgreichste Team in Budapest, dürfte es erneut schwer haben, in den dritten Qualifikationsteil einzuziehen. Auf eine Runde fehlt es dem MCL33 an Speed. Trotz eines neuen Chassis hängt Stoffel Vandoorne weiterhin weit zurück hinter Teamkapitän Fernando Alonso. Im zweiten Training betrug der Abstand fast eine Sekunde. Einen Highspeed-Dreher überstand der Belgier, ohne einzuschlagen.

Williams verhungert auf den Rängen 18 und 20. Heißes Wetter und Kurven mit langen Radien sind Gift für den FW41. Und auch Sauber machte eine schwächere Figur, als anzunehmen war. Marcus Ericsson war der Dreher-König des ersten Trainingstages. Dazu droht dem Schweizer Rennstall noch eine Geldstrafe, weil man den Schweden nach einem Boxenstopp mit einem lockeren Rad losgeschickt hat. Zwar konnte Ericsson sein Auto noch vor dem Boxenausgang stoppen, doch in solchen Fällen kennen die FIA-Kommissare bekanntlich keine Gnade.

GP Ungarn 2018: Ergebnis 2. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:16.834 Min. 45
2. Max Verstappen Red Bull + 0.074 35
3. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.227 36
4. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.319 40
5. Lewis Hamilton Mercedes + 0.753 43
6. Valtteri Bottas Mercedes + 1.034 46
7. Romain Grosjean HaasF1 + 1.231 39
8. Carlos Sainz Renault + 1.661 38
9. Pierre Gasly Toro Rosso + 1.684 43
10. Esteban Ocon Force India + 1.927 41
11. Sergio Perez Force India + 2.016 42
12. Fernando Alonso McLaren + 2.023 38
13. Kevin Magnussen HaasF1 + 2.046 35
14. Nico Hülkenberg Renault + 2.079 23
15. Brendon Hartley Toro Rosso + 2.082 41
16. Marcus Ericsson Sauber + 2.209 42
17. Charles Leclerc Sauber + 2.303 38
18. Lance Stroll Williams + 2.811 45
19. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.878 38
20. Sergey Sirotkin Williams + 2.936 45

GP Ungarn 2018 – Ergebnis 1. Training

Ricciardo knapp vor Vettel

Red Bull und Ferrari gehen als die Favoriten in den GP Ungarn 2018. Im ersten Training positionierten sich die dunkelblauen und roten Autos auf den ersten vier Plätzen. Daniel Ricciardo war der schnellste Mann. Mercedes ist zum Auftakt nur dritte Kraft im Feld.

Es ist wie im Vorjahr und auch wie vor einer Woche in Hockenheim: Daniel Ricciardo schnappt sich im ersten Freien Training zum GP Ungarn die Spitzenposition. Der Australier, der seinen Vertrag bei Red Bull noch immer nicht verlängert hat, umkurvte den Hungaroring in 1:17.613 Minuten. Damit war der siebenmalige GP-Sieger zum einen deutlich schneller als im ersten Training 2017. Zum anderen aber auch über 1,4 Sekunden langsamer als die Pole-Marke aus der Vorsaison.

Red Bull startete auf der härtesten Mischung (Medium) und wechselte gegen Mitte des Trainings auf die weichen Pirelli-Reifen. Die Ultrasoftreifen blieben noch in den Heizdecken. Auch Mercedes verzichtete in den ersten 90 Minuten auf die weichste Mischung. Sebastian Vettel hingegen spulte sein Programm komplett auf den Ultrasofts ab. Dem Vorjahressieger fehlten damit nur 79 Tausendstel auf die Spitzenmarke.

Vettel im Red Bull-Sandwich

Besonders auffällig: Vettel war im ersten Streckenteil über eine halbe Sekunde schneller als Ricciardo. Der Australier wiederum drehte im Mittel- und Schlusssektor auf. Die 4,381 Kilometer lange Strecke geht mit ihren überwiegend langsamen und mittelschnellen Kurven auf die Hinterreifen. Deshalb müssen die Fahrer über die Runde hinweg taktisch besonnen fahren. Wer zu Beginn der Runde den Reifen zu viel abverlangt, bezahlt hinten heraus. Ricciardo half im Vergleich zu Vettel sicher auch die etwas härtere Mischung im letzten Abschnitt.

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 27.7.2018 Foto: sutton-images.com
Sebastian Vettel wurde zum Auftakt Zweiter.

Max Verstappen belegte auf den Soft-Reifen den dritten Rang mit einem Rückstand von 88 Tausendsteln. Sein Dreher in der ersten Kurve nach etwa 38 Minuten blieb ohne Folgen. Beide Red Bull fahren in Ungarn übrigens mit neuem Benzin. Das Team hofft, damit mehr Leistung aus dem Renault-V6 zu kitzeln. Jedes Zusatz-PS ist willkommen, um auf den Geraden weniger Zeit zu verlieren. Noch ist man zurückhaltend. „Warten wir mal ab. Theorie und Papier sind geduldig“, sagt Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko.

Die besten Drei lagen innerhalb einer Zehntelsekunde. Dahinter klaffte eine Lücke. Kimi Räikkönen büßte auf den Softreifen schon 0,335 Sekunden ein. Mercedes tat sich ebenfalls noch ein bisschen schwer. Des Öfteren sah man an den Silberpfeilen stehende Vorderräder. Und Lewis Hamilton lieferte in der Schikane von Kurve sechs und sieben zwischendurch eine kleinen Showeinlage mit einem heftigen Quersteher. Der Sieger von Hockenheim hinkte der Bestzeit um 0,423 Sekunden hinterher. Sein Teamkollege Valtteri Bottas war weitere 4 Zehntel langsamer. Man sollte aber noch nicht zu viel ins Ergebnis hineininterpretieren.

Duell zwischen HaasF1 und Renault

Freud und Leid bei Renault: Nico Hülkenberg und Carlos Sainz belegten lange die Positionen hinter den drei Top-Teams, bis sich Romain Grosjean kurz vor Schluss der Sitzung noch vorbeischob. Kleine Anpassungen an Frontflügel und Bargeboards sollen die gelb-schwarzen Rennwagen schneller machen. Die Franzosen ließen ihre Piloten Vergleichstests der neuen und alten Teile fahren und schickten Hülkenbergs Auto zu Beginn mit einem großen Messgitter auf die Strecke.

Doch das Training des Le Mans-Siegers von 2015 war nach einer Stunde vorzeitig beendet. Der WM-Siebte parkte seinen Renault zwischen Kurve fünf und sechs am Streckenrand. Noch ist die Defektursache unklar. Onboard-Aufnahmen zeigten, wie plötzlich das Lenkraddisplay ausfiel.

Kevin Magnussen platzierte sich unmittelbar hinter den Renaults. Platz sieben und zehn trennen nur etwas mehr als zwei Zehntel. Das verspricht Spannung im Duell HaasF1 gegen Renault. McLaren erprobte im ersten Training weitere Experimentalteile und Updates, die auch am Samstag und Sonntag am Auto bleiben sollen. Die rechte Diffusor-Seite am Auto von Fernando Alonso war mit FloViz-Farbe versehen.

Auch Williams nutzte das Freitagstraining, um den FW41 besser zu verstehen, um die genaue Entwicklungsrichtung zu definieren. Sauber schwächelte zum Auftakt. Charles Leclerc schaute zu, während Ersatzmann Antonio Giovinazzi den C37 auf den 18. Rang lenkte. Marcus Ericsson wurde sogar Letzter. Der Schwede machte durch einen Dreher, bei dem er sich den Unterboden beschädigte, unfreiwillig auf sich aufmerksam.

GP Ungarn 2018: Ergebnis 1. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Daniel Ricciardo Red Bull 1:17.613 Min. 30
2. Sebastian Vettel Ferrari + 0.079 sek. 24
3. Max Verstappen Red Bull + 0.088 29
4. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.335 23
5. Lewis Hamilton Mercedes + 0.423 28
6. Valtteri Bottas Mercedes + 0.857 20
7. Romain Grosjean HaasF1 + 1.362 17
8. Nico Hülkenberg Renault + 1.412 14
9. Carlos Sainz Renault + 1.515 32
10. Kevin Magnussen HaasF1 + 1.574 29
11. Pierre Gasly Toro Rosso + 1.739 30
12. Fernando Alonso McLaren + 2.077 24
13. Brendon Hartley Toro Rosso + 2.228 32
14. Lance Stroll Williams + 2.399 33
15. Esteban Ocon Force India + 2.452 30
16. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.538 28
17. Sergio Perez Force India + 2.546 27
18. Antonio Giovinazzi Sauber + 2.680 31
19. Sergey Sirotkin Williams + 2.694 28
20. Marcus Ericsson Sauber + 3.084 12
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