Ergebnis Formel 1 GP Italien 2018

Resultate Training, Qualifying & Rennen

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Italien - 2. September 2018 Foto: sutton-images.com 66 Bilder

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von Italien gewonnen. Der Mercedes-Pilot kam vor Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas ins Ziel. Hamilton und Sebastian Vettel berührten sich am Start, der Ferrari-Pilot wurde noch Vierter.

Rot hielt am Start die besten Karten in der Hand, doch am Ende jubelte wieder Silber im Königlichen Park von Monza. Ferrari musste beim Heimspiel den Sieg Mercedes überlassen. Lewis Hamilton feierte den 68. Erfolg seiner Karriere und den 6. der Saison. Damit baute er die Führung in der Weltmeisterschaft auf 30 Punkte aus. Vettel wurde nur Vierter, nachdem er kurz nach dem Start mit Hamilton aneinander geriet und mit einem beschädigten Frontflügel bis ans Ende des Feldes zurückfiel.

Räikkönen vs. Hamilton

Fortan war Kimi Räikkönen der größte Gegner von Hamilton. Doch zunächst behielt der Iceman einen kühlen Kopf. Nach der Safety-Car-Phase, bei der die Trümmer des Startgetümmels beseitigt wurden, wechselten Räikkönen und Hamilton zweimal die Plätze. Dann gab der Ferrari mit der Startnummer 7 das Tempo vor.

Um einem Undercut von Mercedes zuvor zu kommen, kam Räikkönen bereits in Runde 20 zum Reifenwechsel von supersoft auf soft. Hamilton fuhr erst acht Runden später zu seinen Mechanikern. Doch durch den noch späteren Stopp von Valtteri Bottas in Runde 36 geriet Räikkönen in die Mercedes-Zange. Bottas erhielt von der Mercedes-Box den Auftrag, Räikkönen hinter sich zu halten.

Nachdem Bottas dann auch zum Stopp ging, kam es erneut zum direkten Duell zwischen Hamilton und Räikkönen. Dabei hatte am Ende der Mercedes-Pilot die besseren Karten, weil sich der Ferrari tiefe Blasen in die Hinterreifen gefahren hatte. Acht Runden vor Schluss ergatterte Hamilton in der ersten Schikane die Führung, setzte sich sofort ab und gab diese bis im Ziel nicht mehr her. Er hatte am Ende 8,7 Sekunden Vorsprung.

„Ferrari hat einen tollen Job gemacht und sich einen tollen Kampf mit uns geliefert“, sagte Hamilton. „Danke auch an die Fans zuhause, die mich unterstützt haben. Ich habe so viele britische Flaggen da draußen gesehen. Ich habe die negative Stimmung in positive Energie umgewandelt. Auch danke an Valtteri für seine Hilfe.”

Räikkönen meinte nach dem Rennen: “Wir waren schnell genug, aber die Hinterreifen haben aufgegeben. Danach konnte ich nur verlieren. Das ist nicht ideal, aber wir haben das Maximum gegeben.”

Strafe für Verstappen

Bottas sicherte den Silberpfeilen im Heimrennen von Ferrari noch einen weiteren Podiumsplatz. Er kämpfte mit Max Verstappen im Red Bull, musste dabei aber den Notausgang nehmen, weil er vom Holländer abgedrängt wurde. Die Sportkommissare brummten Verstappen, der eigentlich als Dritter die Ziellinie überquerte, dafür eine 5-Sekunde-Strafe auf, wovon Bottas am Ende profitierte. „Ich habe alles versucht, um aufs Podium zu kommen. Die erste Aufgabe war, Kimi hinter mir zu halten. Mit Max war das Duell nicht ganz so fair wie erhofft.”

Auch Vettel konnte durch die Strafe für Verstappen noch um einen Platz aufrücken und betrieb mit Rang vier und einer tollen Aufholjagd Schadensbegrenzung. Er setzte bei seiner Strategie auf zwei Stopps: supersoft – soft – supersoft. Den ersten Wechsel erwischte er zusammen mit dem Tausch des Frontflügels noch günstig, weil ohnehin das Safety Car draußen war.

Defekt bei Ricciardo

Hinter Verstappen kam Romain Grosjean im Haas F1 auf Position 6 als bester Mittelfeld-Pilot ins Ziel, die beiden Force India-Fahrer Esteban Ocon und Sergio Perez sicherten sich die Plätze 7 und 8. Allerdings wurde das Auto von Haas F1 nachträglich disqualifiziert wegen einer nicht regelkonformen Bodenplatte, weshalb die Konkurrenz aufrückt. Carlos Sainz und Lance Stroll komplettieren die Top-Ten. Sergey Sirotkin bekommt unverhofft noch einen Punkt wegen der Strafe gegen Grosjean.

Nico Hülkenberg, der als Letzter gestartet war, wurde noch 14. Daniel Ricciardo beendete sein Rennen vorzeitig. Es sah nach einem Motorschaden aus, aber Renault gab bekannt, es wäre wohl eher ein Kupplungsproblem. Red Bull war mit der neuen C-Spezifikation des Renault-Motors unterwegs. Auch Fernando Alonso musste den McLaren mit einem Problem abstellen.

GP Italien 2018: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:16.54,484 Std.
2. Kimi Räikkönen Ferrari + 0:08.705 Min.
3. Valtteri Bottas Mercedes + 0:14.501
4. Sebastian Vettel Ferrari + 0:16.669
5. Max Verstappen Red Bull + 0:18.208
6. Esteban Ocon Force India + 0:58.831
7. Sergio Perez Force India + 0:59.781
8. Carlos Sainz Renault + 1:19.026
9. Lance Stroll Williams + 1 Runde
10. Sergey Sirotkin Williams + 1 Runde
11. Charles Leclerc Sauber + 1 Runde
12. Stoffel Vandoorne McLaren + 1 Runde
13. Nico Hülkenberg Renault + 1 Runde
14. Pierre Gasly Toro Rosso + 1 Runde
15. Marcus Ericsson Sauber + 1 Runde
16. Kevin Magnussen HaasF1 + 1 Runde
17. Daniel Ricciardo Red Bull Ausfall
18. Fernando Alonso McLaren Ausfall
19. Brendon Hartley Toro Rosso Ausfall
Romain Grosjean HaasF1 Disqualifikation

Räikkönen holt Ferrari-Pole

Das Qualifying zum Grand Prix von Italien war ein echter Krimi, der wie im Märchen endete. Ferrari stellt die erste Startreihe beim Heimrennen in Monza. Kimi Räikkönen startet vor Sebastian Vettel und Lewis Hamilton von Pole.

Seit dem Grand Prix von Monaco 2017 wartete Kimi Räikkönen auf seine insgesamt 18. Pole-Position. Ausgerechnet beim Heimrennen in Monza hat er es geschafft und steht vor Sebastian Vettel. Ein Ausrufezeichen in einer Phase, in der darüber entschieden wird, ob er bei Ferrari bleiben darf.

Vettel freut sich zu früh

“Es war bisher nur die halbe Miete. Aber für unser Team ist das sicher der beste Platz um auf Pole-Position zu stehen. Es ging viel um Windschatten und so. Das Auto hat super funktioniert und ich hoffe, es bleibt für morgen so”, sagte der 38-Jährige.

Der Iceman lieferte mit einer Zeit von 1.19,119 Minuten eine fehlerfreie Leistung ab und hängte Vettel um 0,161 Sekunden ab. Allerdings in letzter Sekunde und mit einer absoluten Bestzeit in Sektor 3, denn zunächst stand Vettel ganz oben in der Zeitentabelle. Während die Tifosi ausflippten, war die Freude des WM-Zweiten kurz getrübt. Vettel freute sich mit einem „Yesss” am Funk, ehe er mitgeteilt bekam, dass nicht er sondern sein Teamkollege ganz vorne steht. Er antwortete: “Wir sprechen später.” Räikkönens Zeit bedeutet auch einen neuen Rekord. Die bisherige Bestmarke lag bei 1:20.264 Minuten von Juan-Pablo Montoya im Williams 2004.

„Mit der letzten Runde war ich nicht ganz happy, ich wusste ich brauche sie für die Pole”, sagte ein sichtlich geknickter Vettel. “Die Runde war einfach nicht gut genug, es gab nicht den einen Fehler. Glückwunsch an Kimi, er hatte eine gute Runde erwischt. Es ist toll die Tifosi jubeln zu sehen, aber natürlich bin ich am Ende nicht ganz zufrieden mit meiner Quali-Runde.”

Ferrari auf der Geraden schneller

Ernüchterung dürfte auch bei Mercedes herrschen. Im Gegensatz zu Spa konnte man das Blatt im Zeittraining nicht wenden. Dabei hatte Hamilton im ersten Versuch noch vorgelegt und es sah alles nach einem Duell zwischen Hamilton und Vettel aus. Beide Ferrari-Piloten konnten sich im zweiten Anlauf aber deutlicher steigern. 0,175 Sekunden büsste Hamilton auf Räikkönen ein.

„Der erste Versuch war gut, der zweite auch, aber es hätte besser sein können”, so Hamilton. “Wir haben alles gegeben, was wir konnten. Es ist unglaublich knapp, aber Ferrari hat dieses Wochenende bisher die Oberhand behalten. Wir verlieren die meiste Zeit auf den Geraden. Ich kann mir nicht erklären warum.”

Red Bull abgeschlagen

Valtteri Bottas hatte hingegen nur wenig im Kampf um die Pole-Position zu melden. Zwar ließ er zwischenzeitlich mit einer Sektorbestzeit aufhorchen, am Ende fehlten aber eine halbe Sekunde auf den Pole-Setter und 0,3 Sekunden auf den Stallrivalen. Für einen Schreckmoment sorgte er, als er sich in Q2 auf einer Pfütze in der Boxengasse drehte. Red Bull stellte mit Max Verstappen die dritte Kraft auf Platz 5. Der Holländer hatte die neue C-Spezifikation des Renault-Motors an Bord. Der Abstand ist mit 1,4 Sekunden allerdings eine Welt.

Romain Grosjean beendete das Zeittraining im Haas auf Rang 6 und gab damit eine gute Visitenkarte ab. Auch Carlos Sainz und Esteban Ocon waren gut in Form und stellten den Renault und den Force India auf die Position 7 und 8. Wie ein kleiner Sieg muss sich der 9. Platz für Pierre Gasly im Toro Rosso anfühlen. Und auch Lance Stroll bestätigte einmal mehr, dass ihm die Strecke in Monza liegt und bescherte Williams mit Rang 10 ein Top-Ergebnis.

Magnussen vs. Alonso

Die Top-Ten knapp verpasst hat Kevin Magnussen im Haas F1. Dafür sorgte er für Unterhaltung. Der Däne lieferte sich ein heißes Rad-an-Rad Duell mit Fernando Alonso am Ende des zweiten Trainingsabschnitts in der ersten Schikane. Alonso lachte am Funk und meinte: „Er wollte Rennen fahren.” Die Sportkommissare untersuchten de Vorfall, sprachen aber keine Strafe aus. Alonso schaffte es noch auf Rang 13, zwischen die beiden Streithähne schob sich Sergey Sirotkin im Williams. Nico Hülkenberg im Renault und Daniel Ricciardo waren ebenfalls noch in Q2 dabei und belegten die Plätze 14 und 15, müssen wegen ihrer Startplatzstrafen aber von hinten starten (Hülkenberg 20., Ricciardo 18.)

Im ersten Trainingsabschnitt musste ganz überraschend Sergio Perez dran glauben. Der Mexikaner hatte noch im nassen Auftakttraining am Freitag die Bestzeit gesetzt. Dieses Mal war es denkbar knapp: Es fehlte nur eine Tausendstelsekunde für den Einzug in Q2. Nun bleibt nur der Start von weit hinten. Auch bei beiden Sauber-Piloten dürfte es Frust gegeben haben. Weder Charles Leclerc noch Marcus Ericsson schafften es in den zweiten Qualifikations-Abschnitt. Dabei hatten sich die Mechaniker so ins Zeug gelegt, das Auto von Ericsson über Nacht nach dem Horror-Crash wieder aufzubauen. Brendon Hartley im Toro Rosso und Stoffel Vandoorne gaben mit ihrem Ausscheiden in Q1 auch nicht gerade eine bestechende Empfehlung ab, um einen Formel-1-Sitz für 2019 zu ergattern.

GP Italien 2018: Ergebnis Qualifikation

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Kimi Räikkönen Ferrari 1.20,722 1.19,846 1.19,119
2. Sebastian Vettel Ferrari 1.20,542 1.19,629 1.19,280
3. Lewis Hamilton Mercedes 1.20,810 1.19,798 1.19,294
4. Valtteri Bottas Mercedes 1.21,381 1.20,427 1.19,656
5. Max Verstappen Red Bull 1.21,381 1.20,333 1.20,615
6. Romain Grosjean HaasF1 1.21,887 1.21,239 1.20,936
7. Carlos Sainz Renault 1.21,732 1.21,552 1.21,041
8. Esteban Ocon Force India 1.21,570 1.21,315 1.21,099
9. Pierre Gasly Toro Rosso 1.21,834 1.21,667 1.21,350
10. Lance Stroll Williams 1.21,838 1.21,494 1.21,627
11. Kevin Magnussen HaasF1 1.21,783 1.21,669
12. Sergey Sirotkin Williams 1.21,813 1.21,732
13. Fernando Alonso McLaren 1.21,850 1.22,568
14. Nico Hülkenberg* ** Renault 1.21,801 keine Zeit
15. Daniel Ricciardo** Red Bull 1.21,280 keine Zeit
16. Sergio Perez Force India 1.21,888
17. Charles Leclerc Sauber 1.21,889
18. Brendon Hartley Toro Rosso 1.21,934
19. Marcus Ericsson* Sauber 1.22,048
20. Stoffel Vandoorne McLaren 1.22,085
* + 10 Plätze Strafe
** Start von hinten wegen Motorwechsel

Vettel gibt weiterhin den Ton an

Ferrari ist auf der Heimstrecke in Monza auch im dritten Training das Team, das es zu schlagen gilt. Lewis Hamilton gelang es aber, die Ferrari-Party zu sprengen. Er schob sich zwischen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen auf Platz 2.

Bisher stehen die Zeichen für eine Ferrari-Pole in Monza ganz gut. Das Regenwetter hat sich verzogen, die Sonne schaut ab und zu durch die Wolken und Sebastian Vettel dominiert auch im dritten Probelauf zum Grand Prix von Italien das Zeitenklassement. Der Heppenheimer umrundete den 5,793 Kilometer langen Kurs in 1,20,509 Minuten auf Supersoft-Reifen.

Vettel mit Vibrationen

Eine ganz lockere Nummer wird es trotz der beiden Bestzeiten für die Roten nicht. Auch wenn sie natürlich die volle Unterstützung der Tifosi haben, die ihre Begeisterung nicht nur mit Flaggen sondern auch Motivations-Gesängen zeigen. Lewis Hamilton robbte sich immerhin 0,081 Sekunden an Vettel ran und war damit auch schneller als Kimi Räikkönen, dem auf seinen Teamkollegen 0,173 Sekunden fehlten. Das gleiche Schicksal teilte sein Landsmann Valtteri Bottas, der sogar 0,522 Sekunden langsamer als Hamilton war.

Wie Spa gezeigt hat, kann es im Qualifying also immer noch eine Überraschung geben. Vettel klagte auch über Vibrationen in den Sektoren 2 und 3. Insgesamt bot die Strecke noch wenig Grip, weil es über Nacht geregnet hatte.

Verstappen auch mit C-Version

Max Verstappen beendete die Generalprobe vor dem Zeittraining auf dem fünften Rang. Er hat nun wie Daniel Ricciardo die neue C-Spezifikation des Renault-Motors unter dem Blechkleid, die rund ein bis zwei Zehntel bringt. Dahinter unterstreicht Haas-Pilot Kevin Magnussen auch die Stärke des Ferrari-Motors auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke. Der 7. Platz geht an Esteban Ocon im Force India, der noch immer nicht weiß, in welchem Cockpit er in Zukunft sitzen wird. Daniel Ricciardo erreichte Position 8 vor Charles Leclerc im Sauber und Romain Grosjean im zweiten Haas.

Marcus Ericsson - Sauber - GP Italien 2018 Sauber überschlägt sich Feder Ursache für Ericsson-Crash

Sauber ging als erstes Team mit beiden Autos in das einstündige Training. Über Nacht hatte man das Auto von Marcus Ericsson nach dem Horror-Unfall am Vortag wieder neu aufgebaut – inklusive neuem Chassis und Motor. Dafür gibt es eine Startplatzstrafe. Das eigentliche Wunder ist aber, dass Ericsson überhaupt wieder fit ist. Er drehte 9 Runden im Training. Dabei stand auch der erneute Test des DRS im Fokus, was am Vortag der Grund für den Unfall war.

DRS-Problem bei Renault

Kurioserweise blieben die Schweizer nicht die einzigen mit DRS-Problemen. Auch Nico Hülkenberg kam mit einem nicht wieder zugeklappten Flap zum Service an die Box. Der Renault-Pilot absolvierte insgesamt nur 4 Runden und wurde 19.

GP Italien 2018: Ergebnis 3. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:20.509 min 18
2. Lewis Hamilton Mercedes +0.081s 14
3. Kimi Räikkönen Ferrari +0.173s 16
4. Valtteri Bottas Mercedes +0.603s 18
5. Max Verstappen Red Bull +0.879s 15
6. Kevin Magnussen HaasF1 +1.502s 15
7. Esteban Ocon Force India +1.546s 16
8. Daniel Ricciardo Red Bull +1.801s 15
9. Charles Leclerc Sauber +1.804s 17
10. Romain Grosjean HaasF1 +1.848s 16
11. Sergio Perez Force India +1.977s 13
12. Pierre Gasly Toro Rosso +2.122s 20
13. Carlos Sainz Renault +2.228s 15
14. Sergey Sirotkin Williams +2.269s 20
15. Lance Stroll Williams +2.351s 19
16. Marcus Ericsson Sauber +2.373s 25
17. Fernando Alonso McLaren +2.383s 23
18. Stoffel Vandoorne McLaren +2.478s 16
19. Nico Hülkenberg Renault +2.640s 10
20. Brendon Hartley Toro Rosso +2.655s 19

Training 2: Sauber-Crash und Vettel-Bestzeit

Im zweiten Training zum GP Italien hielt die Formel-1-Welt den Atem an: Marcus Ericsson überschlug sich drei Mal im Sauber, blieb aber unverletzt. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ließen die Tifosi über Platz 1 und 2 jubeln.

Kaum hatte das zweite Training am Freitagnachmittag zum GP Italien begonnen, wurde es auch schon wieder unterbrochen. Nach nur einer Minute sorgte Marcus Ericsson für einen Schreckmoment bei den Fans. Der Schwede bremste auf der Start-Ziel-Geraden für die erste Schikane an und bog dann plötzlich links in die Leitplanke weg. Daraufhin überschlug er sich drei Mal – inklusive Schraube. Überall waren Trümmerteile verstreut, die Sitzung wurde sofort unterbrochen.

Ericsson überschlägt sich drei Mal

Ericsson konnte selbst aus dem Sauber aussteigen und wurde zum Check ins Medical Center gebracht, kurze Zeit später auch wieder entlassen. Die Aufräumarbeiten dauerten rund 20 Minuten, ehe es wieder losgehen konnte. Vor 40 Jahren kam Ericssons Landsmann Ronnie Peterson an dieser Stelle ums Leben. Ericsson posierte am Donnerstag noch mit einer Flagge, die an Peterson erinnerte.

Die Unfallursache schien schnell geklärt. In den TV-Bildern erkennt man, dass der DRS-Flap vor dem Anbremsen nicht geschlossen war. Somit fehlte der Anpressdruck auf der Hinterachse. Kurz nach dem Vorfall gab auch Teamkollege Charles Leclerc über Funk durch: “Das DRS schließt nicht.” Und auch beim zweiten Test mit dem DRS gab es wieder Probleme mit dem Mechanismus, ehe es später zu funktionieren schien.

Vettel mit Bestzeit für Ferrari

Sebastian Vettel - GP Italien 2018 Foto: sutton-images.com
Sebastian Vettel war der schnellste Pilot am Trainingsfreitag.

Als Trainingsbester beendete Sebastian Vettel die Sitzung im Trockenen vor Kimi Räikkönen mit einer Zeit von 1.21,105 Minuten. Die Ferrari-Fans dürfte es freuen. Kurz gab es für die Tifosi aber auch einen Schreckmoment, als 30 Minuten vor Ende des Trainings in der Parabolica von der Strecke ins Kies rutschte. Der Ferrari touchierte die Reifenstapel mit dem Heck ganz leicht. Danach kam der Pilot zu einem Check an die Box, es schien aber bis auf eine Kleinigkeit nichts beschädigt worden zu sein.

Mercedes musste sich bei Ferrari hinten anstellen. Lewis Hamilton fehlten 0,287 Sekunden auf die Zeit seines Titelrivalen. Valtteri Bottas beendete das Training hinter seinem Teamkollegen auf dem vierten Rang. Bei Red Bull trat man ebenfalls geschlossen auf. Allerdings verwundert die Reihenfolge. Denn Daniel Ricciardo, der Sechster wurde, testete die C-Version des Renault-Motors, von der man sich mehrere Zehntel versprach. Zwischen Verstappen, der mit der alten Variante ausgestattet war, und Ricciardo lagen aber 0,142 Sekunden zugunsten des Holländers. Natürlich weiß man aber nie, in welchen Konfigurationen unterwegs war. Red Bull bewertete den Test anschließend positiv.

Esteban Ocon und Sergio Perez kamen auf die Plätze 7 und 8 und konnten damit ihren Sprung in die Top 3 am Morgen auf nasser Bahn wie erwartet bei trockenen Verhältnisse nicht wiederholen. Charles Leclerc erreichte im Sauber trotz der Probleme mit dem DRS und der Reparaturzeit noch den 9. Rang vor Nico Hülkenberg im Renault.

GP Italien 2018: Ergebnis 2. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:21.105 Min. 27
2. Kimi Räikkönen Ferrari +0.270 Sek 31
3. Lewis Hamilton Mercedes + 0.287 31
4. Valtteri Bottas Mercedes + 0.698 35
5. Max Verstappen Red Bull + 1.049 28
6. Daniel Ricciardo Red Bull + 1.191 28
7. Esteban Ocon Force India + 1.825 30
8. Sergio Perez Force India + 1.837 32
9. Charles Leclerc Sauber + 1.860 20
10. Nico Hülkenberg Renault + 1.958 30
11. Romain Grosjean HaasF1 + 1.972 31
12. Carlos Sainz Renault + 2.088 32
13. Kevin Magnussen HaasF1 + 2.128 28
14. Pierre Gasly Toro Rosso + 2.297 34
15. Sergey Sirotkin Williams + 2.409 28
16. Brendon Hartley Toro Rosso + 2.426 16
17. Lance Stroll Williams + 2.461 29
18. Fernando Alonso McLaren + 2.636 23
19. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.979 30
20. Marcus Ericsson Sauber keine Zeit 2

Training 1: Perez mit Bestzeit im ersten Training

Auf nasser Piste erzielte Sergio Perez die schnellste Zeit im ersten Training zum GP Italien in Monza. Der Force India-Pilot verdrängte in letzter Sekunde Kimi Räikkönen von der Spitze. Dritter wurde Perez’ Teamkollege Esteban Ocon.

Wer am Freitagmorgen (31.8.) das Fahrerlager im Königlichen Park von Monza betreten hat, kam sich vor, als breche die Nacht herein. Dunkle Regenwolken hingen über der 5,793 Kilometer langen Strecke im Königlichen Park. Es schüttete in Strömen. Das GP3-Training wurde sogar komplett abgesagt. Die Formel 1 konnte um 11 Uhr pünktlich in die eineinhalbstündige Sitzung starten, weil der Regen etwas nachgelassen hatte.

Ferrari von Spitze verdrängt

Wie üblich herrschte auf der nassen Piste nicht gerade Hochbetrieb. Zum Leid für die Zuschauer auf der vollgepackten Haupttribünen. Der Grund: Zum einen sind die Regen- und Intermediate-Reifen limitiert, zum anderen ist für den Rest des Wochenendes kein Regen angesagt. Und so war das Risiko auf der rutschigen Strecke für die meisten Teams einfach zu hoch.

Lando Norris - McLaren - GP Italien 2018 Foto: McLaren
Bei McLaren durfte wieder Lando Norris ein Training absolvieren.

Beinahe hätte es mit der Entschädigung für die Tifosi geklappt: Nur wenige Sekunden vor Ende des ersten Trainings zum 69. Grand Prix von Italien stand mit Kimi Räikkönen ein Ferrari-Pilot vorne. Doch Perez schaffte es, sich auf abtrocknender Strecke in seinem letzten Versuch auf Intermediates noch auf eine Rundenzeit von 1.34,000 Minuten zu steigern. Damit nahm er dem Finnen 0,550 Sekunden ab.

Es war in diesem Jahr die erste Trainingsbestzeit, die nicht von Mercedes, Ferrari oder Red Bull gesetzt wurde. Überhaupt scheint Force India gut in Form zu sein. Auch Esteban Ocon gelang noch der Sprung in die Top 3. Der Franzose hing Räikkönen mit 0,043 Sekunden Rückstand direkt im Nacken.

Red Bull testet C-Version von Renault

Wenige Minuten vor dem Ende der Session hatte noch alles nach einer Bestmarke von Toro Rosso und Red Bull ausgesehen. Brendon Hartley musste sich am Ende aber mit Rang 4 und 1,024 Sekunden Rückstand zufrieden geben, weil die Ingenieure keinen weiteren Versuch auf dem immer schneller werdenden Kurs zuließen. Daniel Ricciardo schloss das erste Kräftemessen auf Position 5 ab. Bei ihm stand die Erprobung der neuen C-Version des Renault-Motors im Fokus.

Der Australier wartete zu Beginn der Session als Erster am Ende der Boxengasse, um möglichst früh rausfahren zu können. Doch schon in der Outlap rollte er langsam um die Bahn. „Ich habe keine Power, wenn ich aufs Gas gehe”, gab er über Funk durch. Rund eine halbe Stunde wurde in der Box daran gearbeitet, das Software-Problem zu beheben, ehe es wieder auf die nasse Piste ging.

Vettel lässt es ruhig angehen

Max Verstappen war noch mit der B-Version des Renault-Motors an Bord unterwegs und sorgte zwischenzeitlich mit einem Dreher in der Parabolica für Aufsehen. Dabei ging zum Glück nichts kaputt. Der Holländer unterbot als Erster die 1.36er Marke auf Intermediate-Reifen, die bereits nach 40 Minuten zum Einsatz kamen, und schaffte es auf Rang 7. Zwischen die Red Bull-Piloten reihte sich Pierre Gasly im Toro Rosso ein.

Auch bei Renault trat man geschlossen mit Carlos Sainz und Nico Hülkenberg auf den Rängen 8 und 9 auf. Valtteri Bottas und Lewis Hamilton hielten die Mercedes-Fahnen auf Platz 10 und 11 hoch. Die beiden ließen sich allerdings nur 8 und 6 Runden notieren. Auf noch weniger Kilometer brachte es Sebastian Vettel, der bereits kurz nach Halbzeit um 11.51 Uhr Feierabend machte. Nach nur 4 Runden wechselte Ferrari das Ersatzgetriebe aus.

Bei McLaren saß übrigens wie in Spa wieder Nachwuchs-Hoffung Lando Norris im Auto. Dieses Mal musste Stoffel Vandoorne aussetzen. Der Brite bildete das Schlusslicht mit etwas mehr als acht Zehntelsekunden Rückstand auf Teamkollege Fernando Alonso, der 14. wurde. Teamchef Zak Brown war trotzdem beeindruckt, denn als beide zeitgleich auf der Strecke waren, fehlten Norris wohl nur 0,3 Sekunden auf den Spanier.

GP Italien 2018: Ergebnis 1. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sergio Perez Force India 1:34.000 Min. 18
2. Kimi Räikkönen Ferrari +0.550 Sek 28
3. Esteban Ocon Force India 0.593 17
4. Brendon Hartley Toro Rosso + 1.024 17
5. Daniel Ricciardo Red Bull + 1.207 13
6. Pierre Gasly Toro Rosso + 1.438 19
7. Max Verstappen Red Bull + 1.665 10
8. Carlos Sainz Renault + 1.995 15
9. Nico Hülkenberg Renault + 2.107 15
10. Valtteri Bottas Mercedes + 2.238 8
11. Lewis Hamilton Mercedes + 2.546 6
12. Charles Leclerc Sauber + 2.648 10
13. Kevin Magnussen HaasF1 + 3.066 13
14. Fernando Alonso McLaren + 3.426 14
15. Romain Grosjean HaasF1 + 3.683 13
16. Marcus Ericsson Sauber + 3.790 11
17. Sebastian Vettel Ferrari + 3.867 4
18. Sergey Sirotkin Williams + 3.929 10
19. Lance Stroll Williams + 4.253 8
20. Lando Norris McLaren + 4.282 9
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