Sauber überschlägt sich

Feder als Ursache für Ericsson-Crash

Marcus Ericsson - Sauber - GP Italien 2018 Foto: sutton-images.com 76 Bilder

Der Horror-Unfall von Marcus Ericsson im zweiten Training war das Thema am Freitag. Der Schwede blieb unverletzt, doch die Bilder jagten einem Angst ein. Drei Mal überschlug sich der Sauber-Pilot. Die Ursache lag im DRS-System.

Nach dem gruseligen Unfall von Spa hat die Formel 1 nur eine Woche später wieder einen furchteinflößenden Crash in Monza erlebt. Nur eine Minute nach Beginn des zweiten Trainings bog Marcus Ericsson am Ende der Zielgeraden kurz nach dem 150 Meter-Schild beim Anbremsen der ersten Schikane einfach nach links ab. Er hatte die ersten Schikane aus 325 km/h etwas früher als üblich angebremst.

Dreifacher Salto von Ericsson

Der Schwede überschlug sich daraufhin gleich drei Mal – inklusive einer Schraube. Danach waren die Trümmer über die ganze Strecke verteilt. Wie durch ein Wunder konnte er selbst aus dem Auto aussteigen. Auch die anschließenden Untersuchungen im Medical Center gaben keinen Anlass zur Sorge. Nach zwei Stunden begann der Sauber-Pilot seine Nackenmuskulatur zu spüren. „So richtig werde ich erst am Samstag die Auswirkungen kennenlernen“, berichtete der Schwede. Der Unfallpilot war immer bei Bewusstsein. Er konnte sich an die komplette Unfallsequenz erinnern. Die Sitzung wurde nach dem Unfall für 20 Minuten unterbrochen.

Auf den ersten Blick konnte man an den TV-Bildern erkennen, dass das DRS nicht ordnungsgemäß geschlossen hatte. Dieser Eindruck erhärtete sich, nachdem auch bei Teamkollege Charles Leclerc anschließend Probleme auftraten. Bei einem Test zwischen Lesmo 2 und der Ascari-Schikane monierte der Monegasse, dass sich das System nicht einmal manuell schließen ließ. Er kam daraufhin zur Reparatur an die Box. Erst später konnte er wieder auf die Bahn, bekam aber die Anweisung, es manuell zu betätigen. Teamchef Frederic Vasseur bestätigte nach dem Training, dass es bei Ericssons Unfall ebenfalls darum ging. „Das DRS ist offen geblieben”, sagte er.

Marcus Ericsson - Sauber - GP Italien 2018 Foto: Motorsportpics / Bratic
Der Unfall von Marcus Ericsson gehörte zu der heftigen Sorte.

Feder als Ursache für Unfall?

Nur weshalb hat der Mechanismus nicht richtig funktioniert? Ein Grund könnte eine Feder gewesen sein, die normalerweise den Flap wieder zurückholt. Fatalerweise öffnete Ericsson den Flap, als er gerade im Windschatten eines anderen Autos lag. Dabei öffnete sich das obere Flügelelement nicht wie gewohnt auf 5 sondern auf 6,5 Zentimter im Vergleich zum Hauptblatt. Weil der Flap in der Monza-Konfiguration eine andere Form mit weniger Fläche hat, reichte die Kraft der Feder nicht aus, das Flügelelement aus dem geöffneten Zustand zu schließen. Sauber reduzierte daraufhin die Spalte vorübergehend auf drei Zentimeter, wird aber bis zum Samstag weitere Korrekturen anbringen, um wieder mit dem gewohnten DRS-Effekt zu fahren.

Beim Aufprall in die Leitplanken wurde eine V erzögerung von 24 g gemessen. Bei den drei Überschlägen schwankten die Verzögerungswerte zwischen 23 und 28 g. Deshalb musste Ericsson auch zum Check in die Medizin-Station an der Strecke. Die Saltos wurden möglicherweise durch die herumwirbelnden Vorderräder verursacht. Da die Radträger über die Sicherungsseile mit dem Chassis verbunden blieben, könnte dieses Moment das Auto in einen Überschlag gezwungen haben. Das war auch bei Fernando Alonsos Crash 2016 in Melbourne der Grund für die seitlichen Rollen, die der McLaren damals schlug.

Sicherheitszelle hat überlebt

Ericsson meldete sich nach dem Unfall zu Wort: “Mir gehts gut, das war heftig. Die Sicherheit des Autos ist unglaublich. Es ist toll, dass wir darauf so einen Fokus legen. Ich fühle mich gut und morgen sollten wir wieder dabei sein.” Das Chassis ist äußerlich so stark beschädigt, dass man nun für den Rest des Wochenendes ein neues aufbauen wird. Die Sicherheitszelle hat überlebt.

In unserer Fotoshow finden Sie alle Bilder vom Unfall und die Highlights vom Trainingsfreitag.

Neuester Kommentar

Im Aufmacher wird behauptet, es sei die Feder gewesen,

weiter unten könnte, könnte, könnte.

Wenn ihr nichts wisst, dann behauptet auch nicht und lebt nur von Bilder, weil Text zu schwierig.

Wichtig und erstaunlich zugleich ist, dass der Fahrer sich offenbar nicht verletzt hat.

Ansonsten unterlasst mal diese notorische Leserverarsche, eingangs Tatsachen zu behaupten, sich im Artikel dann aber nur über Vermutungen zu ergehen.

Wir sind hier nicht in der Klippschule.

Nabob 1. September 2018, 06:07 Uhr
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