Erste Reaktion auf Bianchi-Unfall

Das virtuelle SafetyCar funktioniert

Virtual Safety Car - Formel 1 - GP USA - 31. Oktober 2014 Foto: Red Bull 16 Bilder

Es ist die erste Reaktion auf den Unfall von Jules Bianchi. Die Fahrer sollen bei doppelt geschwenkter Flagge wirksam Tempo reduzieren. Das passiert mit dem sogenannten "virtuellen SafetyCar". Der erste Test nach den Freitagstrainings in Austin war ein voller Erfolg.

Es ist wie eine Safety Car-Phase ohne Safety Car. Wenn in Zukunft ein Auto am Streckenrand stehenbleibt oder nach einem Unfall geborgen werden muss, dann wird die doppelt geschwenkte gelbe Flagge garantiert befolgt werden. Als Reaktion auf den schweren Unfall von Jules Bianchi in Suzuka wird das Prozedere für Gefahrensituationen geändert. Um sicherzustellen, dass die Fahrer in diesem Fall das Tempo reduzieren. Bislang galt: Im entsprechenden Sektor musste eine halbe Sekunde langsamer gefahren werden. Was offenbar nicht immer geholfen hat.

"Tempo 145" ist Pflicht

Deshalb hat sich die FIA eine neue Methode ausgedacht, um die Fahrer wirksam einzubremsen. Das so genannte "virtuelle SafetyCar". Und das wurde nach den beiden Freitags-Trainingssitzungen in Austin getestet. Kurve 17 wurde zur Gefahrenzone bestimmt. Rund um dem Kurs blinkten die Digitalanzeigen mit dem Kürzel "VSC". Die Fahrer bekamen in der gleichen Sekunde das gelbe Licht als Warnung für doppelt Gelb und die Safety Car-Deltazeit auf das Display gespielt.

Ab diesem Augenblick galt für sie Tempo 145. Damit sind 145 Prozent des Renntempos gemeint, das sich aus dem Durchschnitt aller Rundenzeiten berechnet. Die Teams informieren die Fahrer individuell. Bei Sauber wird zu hohes Tempo durch eine rote Zahl und ein Minus angezeigt. Befindet sich der Fahrer im erlaubten Fenster springt die Farbe auf Grün und die Zahl in den positiven Bereich. Der Wert gibt dem Fahrer an, wie weit er von der Maximalgeschwindigkeit entfernt ist.

Virtuelles Safety Car in Abu Dhabi möglich

In der Unfallzone muss die Zahl ausschließlich positiv bleiben. Auf dem Rest der Strecke, muss sie in Summe positiv sein. Da aber keiner weiß, wann die Rennleitung das Rennen wieder freigibt, ist es ratsam, sich auch da immer im erlaubten Bereich aufzuhalten. In dem Augenblick, in den FIA-Rennleiter Charlie Whiting auf Grün drückt, verschwinden an der Strecke die VSC-Schilder und auf den Displays im Cockpit das gelbe Licht und die Delta-Zeit. Die Streckenposten schwenken gleichzeitig die grüne Flagge.

Die ersten beiden Versuchsreihen verliefen positiv. Sauber-Teammanager Beat Zehnder meinte: "Wir könnten die Technik schon am Sonntag einsetzen." Charlie Whiting bremste die Euphorie: "Ich will erst mit den Fahrern reden. Es gibt noch ein paar Probleme in der Übergangsphase. Wir müssen festlegen, wie lange der Fahrer da wie viel über dem Grenzwert liegen darf."

Nico Hülkenberg merkte an: "In den Kurven ist es nicht immer leicht, unter der Grenze zu bleiben, wenn du so nahe wie möglich am Grenzwert bleiben willst." Fernando Alonso schlug deshalb beim Fahrer-Briefing vor: "Warum machen wir es nicht wie im Kart? Da gibt es einen Knopf, der die Leistung reduziert. Und dann fahren alle 80 km/h." Den Regelhütern ist das zu wenig differenziert. Sie favoriseren das virtuelle Safety Car. Sollte die FIA die Kinderkrankheit schnell aussortieren können, ist ein erster Einsatz im Finalrennen von Abu Dhabi geplant.

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