Valtteri Bottas - GP USA 2013 xpb
Williams - Auspuff - Formel 1 2013
Pastor Maldonado, Williams, Formel 1-Test, Barcelona, 19. Februar 2013
Pastor Maldonado - Williams - Formel 1 - Test - Barcelona - 3. März 2013
Pastor Maldonado - Williams - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2013 34 Bilder

Erste WM-Punkte für Valtteri Bottas

"Besser spät als nie"

Zwei Mal hatte Valtteri Bottas seine ersten WM-Punkte knapp verfehlt. Nach 18 Rennen war es soweit. Der 24-jährige Finne wurde in Austin Achter. Er verdankt den Aufschwung auch einem Williams, der durch Rückschritt schneller wurde.

Ein Mal war es ein schlechter Boxenstopp, das andere Mal das falsche Timing des Reifenwechsels. Valtteri Bottas roch schon mehrmals an den WM-Punkten, aber er bekam sie nicht. In Austin gab es gleich vier am Stück.
 
Der stämmige Finne mit den kurzen blonden Haaren lag schon in der ersten Runde in den Punkterängen. Und er blieb die ganze Zeit dort. Soll heißen: Er bekam nichts geschenkt. "Den achten Platz haben wir aus eigener Kraft herausgefahren", sagt er im typischen Formel 1-Deutsch. Da heißt es immer "wir" statt "ich". Bottas war die Erleichterung anzumerken. "Ich bin heilfroh, dass es endlich geklappt hat. Besser spät als nie."

Alles passt beim Bottas-Punkte-Debüt

Bottas fuhr ein Vettel-Rennen. Will heißen: fehlerlos. "Diesmal haben wir alles richtig gemacht: Ein guter Start, ein guter Boxenstopp und gutes Reifenmanagement. Ich glaube, ich bin noch nie einen so langen Stint mit einem Satz Reifen gefahren. Trotzdem konnte ich Rosberg auf Distanz halten." Der Williams-Pilot war 23 Runden auf den Medium-Reifen unterwegs und 34 Runden auf den harten Sohlen.
 
Kritisch wurde es nur ein Mal, als er im Pulk mit Sergio Perez und Jean-Eric Vergne auf Esteban Gutierrez auflief. Da ging der Kontakt zu Fernando Alonso verloren. Der Sauber-Pilot hatte sich auf Platz 8 vorgemogelt, weil er schon nach der ersten Runde seine weichen Reifen loswurde.
 
Bottas fackelte nicht lange: "Gutierrez war langsamer. Ich musste schnell an ihm vorbei, weil sonst meine Reifen gelitten hätten. Deshalb habe ich ihn mir in der ersten Kurve zurechtgelegt und bin dann in Kurve 3 außen an ihm vorbei. Ein bisschen Risiko, aber absolut notwendig."

Williams-Fortschritt dank Technik-Rückschritt

Schon in Abu Dhabi lag Bottas auf Punktekurs. Seit diesem Rennen ist der Williams FW35 ein anderes Auto. Seitdem fährt er wieder mit einem Auspuff, der innen in der Motorabdeckung mündet und statt auf die Diffusorspalte auf das untere Heckflügelelement zielt. Das einzige Auto ohne Coanda-Lösung.
 
Eigentlich ist der Williams FW35 ein verkapptes Vorjahresauto. Er wurde während des Jahres Schritt für Schritt zurückgerüstet. Auf keine der Maßnahmen hatte er reagiert. Der Auspuff war die letzte Hoffnung. Und der Trumpf stach. Bottas: "Seitdem ist das Auto viel berechenbarer. Vorher konnte es passieren, dass dir mitten in der Kurve das Heck ausgebrochen ist."
 
Auch der Top-Speed wurde besser. Dank der größeren Endrohrdurchmesser legte der Renault-Motor um 20 PS zu. "Unsere letzte Baustelle ist die Traktion", mahnt Bottas an. Sie hat sich sogar etwas verschlechtert. Das lässt sich dadurch erklären, dass der Auspuff beim Gasgeben nicht mehr an die Stelle bläst, an der er Abtrieb spendet.

Symonds setzte Auspuff-Korrektur durch

Bei Williams ärgert man sich, die Auspuff-Korrektur nicht schon früher vorgenommen zu haben. Der Traditionsrennstall hat möglicherweise viele Punkte verschenkt. Seit dem GP England reden die Ingenieure darüber, aber erst der neue Technikchef Pat Symonds hat sie durchgesetzt.

"Wir wollten einfach die Coanda-Lösung zum Arbeiten bringen. Wenn sie funktioniert, hat sie Vorteile. Sonst würden nicht alle anderen Autos damit fahren. Hinterher ist man immer gescheiter, aber aus heutiger Sicht wäre es natürlich besser gewesen, den Schritt früher gemacht zu haben", nimmt Bottas seine Ingenieure in Schutz.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal das Auspuff-Dilemma von Williams im Detail.

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