Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021 Motorsport Images
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Bahrain Longrun-Vergleich: Red Bull in Top-Form

Bahrain-Test Longrun-Vergleich Red Bull schon in Top-Form

Noch ist es zu früh für Schlussfolgerungen. Die ersten Rennsimulationen lassen aber schon eine Zwischenbilanz zu. Red Bull gibt da das Tempo vor. Ferrari muss dagegen noch Zeit finden.

Zwei Drittel der Vorbereitungen auf den Formel 1-Saisonstart in zwei Wochen sind gelaufen. Noch ist es zu früh für Schlussfolgerungen, doch man sieht bereits etwas klarer als vor zwei Tagen. Red Bull ist im Augenblick der Platzhirsch, und Mercedes muss noch Hausaufgaben machen. McLaren und Alpine scheinen ihre gute Vorjahressaison konserviert zu haben, werden aber mit Alpha Tauri einen unerwarteten Gegner bekommen. Ferrari muss dringend noch Rundenzeit finden, wenn man den sechsten Platz verlassen will.

Red Bull hatte einen Traumstart in die Testfahrten von Bahrain. Am ersten Tag ließ Max Verstappen die Konkurrenz auf eine Runde hinter sich. Am zweiten Tag deutete Sergio Perez an, dass der große Herausforderer auch auf die Renndistanz den Ton angibt. Mercedes hat noch nicht seine Normalform erreicht. Was nichts heißen muss: "Vor zwei Jahren hatten sie auch bei den Testfahrten Probleme, und dann haben sie alle an die Wand gefahren", warnt Red Bull-Teamchef Christian Horner vor voreiligen Schlüssen.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Mercedes zeigte sich am zweiten Testtag deutlich verbessert. Doch Red Bull scheint vorerst die Nase vorn zu haben.

Vergleich mit Mercedes nicht möglich

Ein direkter Vergleich der beiden WM-Kandidaten ist noch nicht möglich. Dazu hatte Mercedes bis jetzt zu viele Probleme. Red Bull hat nach zwei Tagen 256 Runden abgespult, der große Gegner nur 164. Red Bull hat schon seine erste Rennsimulation abgewickelt. Die Longruns von Mercedes beschränken sich auf ein Mal acht und ein Mal sechs Runden am Stück. Valtteri Bottas fuhr die Bestzeit am zweiten Tag auf Pirellis Superkleber C5. Sergio Perez drehte seine schnellste Runde des Tages auf der viel härteren C2-Mischung.

Ein paar Aussagen lassen sich trotzdem bereits treffen. Dazu muss man Red Bull mit zwei Teams vergleichen, die im letzten Jahr im Verfolgerfeld gegeneinander gefahren sind. Der Moment war günstig. Red Bull, Alpha Tauri und Ferrari spulten am Nachmittag fast zeitgleich ihre Rennsimulationen ab. Das ist bei Testfahrten die harte Währung. Und da hatte Perez die Nase vor Pierre Gasly und Charles Leclerc. Das Fazit: Gasly war näher dran als erwartet, Leclerc weiter weg als befürchtet.

Gasly im ersten Stint der schnellste

Red Bull startete mit 17 Runden auf den harten Reifen in sein Testrennen, wechselte dann für 16 Runden auf den Medium-Gummi, um zum Schluss wieder auf harte Reifen zurückzukehren. Da war allerdings nach sechs Runden Schluss. Alpha Tauri wählte die Reifenfolge hart-hart-medium mit 17, 15 und 13 Runden. Ferrari teilte sein Rennen in die Reifentypen hart-medium-medium mit 12, 11 und 14 Runden ein. Noch ein Unterschied: Während Alpha Tauri und Ferrari ihre Autos für die Reifenwechsel kurz in die Garage schoben, exerzierte Red Bull richtige Boxenstopps.

Im großen Bild machte Red Bull die beste Figur. Perez begann seinen ersten Stint mit einer Zeit von 1.36,367 Minuten und beendete ihn mit 1.38,024 Minuten. Seine durchschnittliche Rundenzeit auf den ersten 17 Runden mit den C2-Sohlen betrug 1,38,169 Minuten.

Vergleichen wir das mit Gasly. Der Franzose legte mit 1.37,712 Minuten los und hörte nach 17 Runden mit 1.38,706 Minuten auf. Macht unter dem Strich 1.37,926 Minuten pro Runde. Bei einem richtigen Rennen hätte der Kollege im Schwesterteam die Nase noch um 3,9 Sekunden vor Perez gehabt.

Charles Leclerc stieg mit einer Zeit von 1.37,995 Minuten in Teil 1 seines Longruns ein. Er dauerte nur 12 Runden und hörte mit einer Zeit von 1.40,487 Minuten auf. Das ergibt ein Mittel von 1.38,718 Minuten bis zum ersten Boxenaufenthalt. Würde man diese Zeit auf das Pensum der beiden Red Bull-Teams hochrechnen, hätte Leclerc bis zum ersten Boxenstopp schon 12,7 Sekunden auf Gasly und 8,8 Sekunden auf Perez verloren.

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Pierre Gasly ist sehr zufrieden mit dem Fahrverhalten des neuen Alpha Tauri AT02.

Leclerc verliert sieben Zehntel auf Gasly

Ab dem zweiten Stint wird der Vergleich schwieriger. Stintlänge und Reifentypen waren von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich. Tatsache ist, dass Perez auf den Medium-Reifen einen Schnitt von 1.36,865 Minuten auf die Bahn legte, bei einem Delta von 1,8 Sekunden von der ersten bis zur letzten Runde. Gasly blieb der härteren Mischung treu und fuhr im Mittel eine Rundenzeit von 1.37,531 Minuten. Bei einer Schwankung von 1,7 Sekunden.

Leclerc war wie Perez im Mittelabschnitt mit Medium-Reifen unterwegs. Der Ferrari-Pilot blieb zwar in einem Fenster von 1,2 Sekunden, war aber durchschnittlich deutlich langsamer. Der Schnitt über elf Runden ergab 1.37,925 Minuten. Da fehlte über eine Sekunde pro Runde auf den Red Bull.

Der Abschluss-Turn von Perez, wieder auf harten Reifen, war kurz, aber trotzdem aussagekräftig. Er begann mit 1.35,054 Minuten auf einem hohen Niveau. Die ersten vier Runden waren fast identisch, was auch der Mittelwert von 1.34,989 Minuten unterstreicht. Sie wären bei abnehmender Benzinmenge und der geringen Abnutzung der harten Mischung vermutlich auch nicht groß angestiegen.

Gasly und Leclerc schlossen ihre Rennsimulation auf Medium-Reifen ab und stiegen mit Rücksicht auf die heikleren Dauerlaufeigenschaften der mittleren Mischung deutlich langsamer ein. Gasly mit 1.36,214 Minuten, Leclerc mit 1.36,949 Minuten. Auch über die Länge des Stints hat Ferrari noch Nachholbedarf. Mit einem Schnitt von 1.37,760 Minuten über 14 Runden verlor Leclerc pro Runde sieben Zehntel auf Gasly. Der Vergleich mit Perez ist wegen der kurzen Dauer bei dem Red Bull-Piloten nicht fair.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Ferrari hat sein Auto optisch zwar stark umgebaut, doch bislang scheint das rote Auto noch zu langsam.

Ferrari hat Hausaufgaben

Die schnellsten Runden des zweiten Tages passen ins Bild. Sergio Perez landete mit 1.31,682 Minuten zwar nur auf Rang 8, fuhr diese Zeit aber auf den harten C2-Reifen. Gasly und Leclerc genehmigten sich für die Jagd nach der Tagesbestzeit Pirellis weichste Mischung C5. Das sind immerhin drei Stufen. Gasly hängte mit seiner Zeit von 1.30,413 Minuten den Ferrari von Leclerc um 0,426 Sekunden ab. Ein Unterschied, der sich auch mit den Longruns deckt.

Sergio Perez befindet sich noch im Prozess des Kennenlernens, wurde aber mit jeder seiner 117 Runden besser mit dem neuen RB16B vertraut. Aus seinen Worten spricht vorsichtiger Optimismus. "Ich gewöhne mich mehr und mehr an das Auto und kann sein Potenzial bereits spüren." Noch euphorischer äußerte sich Gasly: "Ich fühle mich richtig wohl in unserem neuen Auto. Das Gefühl ist besser als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr."

Den Aussagen beider Red Bull-Teams zufolge hat Honda in seinem letzten Jahr in der Formel 1 eine echte Rakete gezündet. Sportdirektor Helmut Marko jubelte: "Das war der beste Teststart in der Geschichte des Teams." Bei Ferrari hält sich der Optimismus in Grenzen. Sportdirektor Laurent Meckies sprach von "vielen Daten, die man jetzt analysieren muss". Die Fahrer kamen nach dem zweiten Tag gar nicht zu Wort, dabei hätten sie nach einem Pensum von insgesamt 129 Runden bestimmt etwas zu erzählen gehabt. Das ist in der Regel kein gutes Zeichen.

Longrun-Analyse Bahrain-Tests 2021 Tag 2

Perez Stint 1 Stint 2 Stint 3
Reifentyp hart (17) medium (17) hart (6)
Erste Runde 1.36,367 min 1.36,467 min 1.35,054 min
Letzte Runde 1.38,406 min 1.38,214 min 1.34,878 min
Schnitt 1.Stint 1.38,169 min 1.36,865 min 1.34,989 min
       
Gasly      
Reifentyp hart (17) hart (15) medium (13)
Erste Runde 1.37,712 min 1.37,004 min 1.36,214 min
Letzte Runde 1.38,706 min 1.38,717 min 1.37,168 min
Schnitt 1.Stint 1.37,926 min 1.37,531 min 1.37,054 min
       
Leclerc      
Reifentyp hart (12) medium (11) medium (14)
Erste Runde 1.37,995 min 1.37,470 min 1.36,949 min
Letzte Runde 1.40,487 min 1.38,604 min 1.38,429 min
Schnitt 1.Stint 1.38,718 min 1.37,925 min 1.37,760 min
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