Esteban Ocon und Fernando Alonso

Die Gegensätze der Formel 1

Esteban Ocon - Force India - GP Russland 2018 Foto: xpb 97 Bilder

Der eine verlässt freiwillig die Formel 1 am Ende des Jahres. Der andere kämpft verzweifelt, um in der Königsklasse zu bleiben. Fernando Alonso sucht eine neue Herausforderung mit dem Ziel, der beste Rennfahrer der Welt zu sein. Esteban Ocon hingegen will nicht einmal an ein Leben außerhalb der Formel 1 denken.

So gegensätzlich kann die Formel 1 sein. Auf der einen Seite der gestandene Rennfahrer. Fernando Alonso – 37 Jahre, 306 Grand Prix, 32 Siege, 22 Pole-Positions, zwei WM-Titel – steigt nach 17 Jahren in der Formel 1 am Ende des Jahres aus. Freiwillig. Auf der anderen Seite Esteban Ocon – 22 Jahre, 44 Grand Prix – der in seiner dritten Formel 1-Saison steckt, als eines der größten Talente im Sport gilt und trotzdem sein Cockpit bei Force India verliert. Weil Lawrence Stroll nach der Teamübernahme seinen Sohn Lance ins Team bringen wird.

Alonso hat genug von der Formel 1. Er geht, obwohl er auch mit 37 Jahren zu den besten Fahrern zählt. Viele halten ihn sogar noch immer für den Besten. Doch der stolze Asturier kann keine Rennen mehr gewinnen. Dafür ist sein Auto zu schlecht. Alonso hat die Nase voll vom Hinterherfahren. Deshalb sucht er nach einer neuen Herausforderung. Bislang schweigt Alonso zu seinen Plänen. Fest stehe nur, dass er „2019 nicht nur drei Rennen fahren werde“. Gesetzt sind bislang die Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft in Sebring, Spa und Le Mans.

Kein Rallyesport für Alonso

Die Entscheidung, welche Rennen oder Rennserien Alonso noch fahren wird, soll im Oktober fallen. Der Spanier spricht von vielen aufregenden Serien. „Es gibt ausreichend Rennen, die genug Prestige mitbringen. Das Indy 500, das Daytona 500 und Pikes Peak zum Beispiel. Ich will der beste Rennfahrer der Welt sein. Dafür muss ich mich an Rennserien heranwagen, die andere Fahrer schon ihr ganzes Leben bestreiten. Ich muss sie auf ihrem Territorium besiegen. Diese Herausforderung steckt in meinem Kopf.“

Als gesichert gilt, dass Alonso wie 2017 das Indy500 fährt, um den Traum von der Triple-Crown des Motorsports wahr werden zu lassen. Eine ganze Saison in der IndyCar-Serie scheint nach dem Test in Alabama nicht mehr ganz so attraktiv.

Fernando Alonso - McLaren - GP Italien 2018 - Monza Was macht Alonso? Entscheidung im Oktober

Eines ist sicher. Alonso will nicht in den Rallyesport wechseln. „Man muss ehrlich zu sich sein und seine Grenzen kennen“, sagt der 37-Jährige. Auch die Formel E scheint derzeit keine Option. „Das habe ich noch nicht in Betracht gezogen. Die Formel E ist jung. Es hat sich dort noch keine Tradition entwickelt. Es gibt keine berühmten Rennen.“ Mit anderen Worten: Sie ist wenig attraktiv für ihn.

Ocon will Mercedes-Fahrer bleiben

Auch Esteban Ocon will nicht über die Formel E nachdenken. Auch über keine andere Rennserie. Ocon lebt die Formel 1. Der Franzose will in diesem Kosmos weiterleben. Seine einzige Chance dafür wäre ein Wechsel zu Williams. „Es gibt Gespräche. Aber ich kann nichts Neues verkünden“, sagt Ocon in Russland. Ein Wechsel zu Williams, dem Team, das 2018 meist hoffnungslos hinterherfährt, sieht der 22-Jährige nicht als Rückschritt. „Williams hat eine große Tradition. Jedes Team kann mal ein schlechtes Jahr haben.“ Was soll er auch anderes sagen?

Notfalls will Ocon ein Jahr auf der Ersatzbank sitzen, sprich Ersatzfahrer sein. „Dann wäre es mein Ziel, 2020 stärker zurückzukehren.“ Seine Zeit in der DTM sei sehr lehrreich gewesen. Doch jetzt gebe es für ihn keine andere Rennserie, in der er noch etwas für die Formel 1 lernen könne. Dem Beispiel Pascal Wehrlein will Ocon nicht folgen. Seine Seile zu Mercedes will er auf keinen Fall lösen. „Das kommt überhaupt nicht in Frage. Das einzig Gute, was mir im Moment widerfährt, ist meine Beziehung zu Mercedes. Sie unterstützen mich und stützen mich. Sie würden mich nicht fallen lassen.“

Ocon ist nicht der einzige, der leidet. Auch Stoffel Vandoorne steht für 2019 ohne Cockpit da. „Ich bin ziemlich sicher, dass ich 2019 nirgends Stammfahrer sein werde“, sagt der Belgier. Alonso dazu: „Er gehört zu den talentiertesten Fahrern. Es gab nur zwei Piloten, die die GP2 dominierten. Das waren Stoffel und Leclerc. Der eine muss sich was Neues suchen, der andere fährt im nächsten Jahr mit Ferrari um die Weltmeisterschaft. So kann es leider laufen.“

Bei all dem Leid gibt es positive Beispiele, dass ein Jahr außerhalb eines Stammcockpits nicht zwangsläufig ins Negative mündet. Fernando Alonso landete 2002 nach seinem Debütjahr mit Minardi bei Renault. 2003 wurde er zum Stammfahrer, 2005 holte er seinen ersten Titel, 2006 den zweiten.

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