Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - 2021 Alpine
Alpine A521 - F1-Auto - 2021
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Esteban Ocon über Alpine-Teamkollege Alonso

Esteban Ocon über Fernando Alonso „Er wird auf der Höhe sein“

Esteban Ocon muss nach einer verhältnismäßig schwachen Saison zulegen. Der neue Teamkollege wird es dem Franzosen bei Alpine nicht leicht machen. Für Ocon ist die Hürde Fernando Alonso Risiko und Chance zugleich. Der 24-Jährige rechnet damit, dass der Ex-Weltmeister sofort zur Stelle sein wird.

2020 war kein leichtes Jahr für Esteban Ocon. Nach einem Jahr auf der Ersatzbank sah der Franzose kein Land im direkten Vergleich mit Daniel Ricciardo. In der Qualifikation hagelte es 15 Niederlagen bei 17 Grands Prix. Nach Punkten unterlag der WM-Zwölfte Ocon dem Fünften mit 62 zu 119. Je länger die Saison dauerte, desto besser kam Ocon zwar in Schwung. Doch Ricciardo behielt die Oberhand.

Ocon führt es auf den dichtgedrängten Kalender zurück, mit 17 Rennen in der zweiten Jahreshälfte. Weil es Schlag auf Schlag ging, tat es umso mehr weh, dass Fahrer und Auto nicht direkt zu einer Einheit verschmolzen. Der Renault R.S.20 vermittelte dem Piloten ein anderes Gefühl als der Force India, in dem Ocon noch 2018 unterwegs war, ehe er eine Saison pausieren musste. Der gelbschwarze Rennwagen verlangte einen anderen Fahrstil.

Fernando Alonso - Renault - Testfahrten - Abu Dhabi 2020
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Fernando Alonso testete im abgelaufenen Jahr mehrmals einen Renault.

Kein Rost bei Alonso

Ins Detail will Ocon nicht gehen. Nur so viel. "Etwas, das ich 2018 noch unter Kontrolle hatte, und auch immer anwenden konnte, war weg. Ich habe mich im Renault nicht so wohl gefühlt wie damals im Force India. Das Auto war ganz anders. Auch anders als der Mercedes, den ich von Testfahrten kannte. Ich bin deswegen nicht auf dem Level von 2018 gefahren. Dieses Niveau will ich in dieser Saison wieder erreichen. Ich habe verstanden, was das Auto braucht. Gegen Saisonende war es auch schon deutlich besser."

Eine zweite Saison dieser Art wäre brandgefährlich für den 24-Jährigen. Ocon wird es sich nicht erlauben dürfen, dem Teamkollegen wieder hinterherzufahren. Mit Daniel Ricciardo muss sich der Franzose nicht mehr herumschlagen. Der Australier dominierte, was auch Ocon anerkannte. Man merkte es daran, dass der Mann aus der Normandie nicht ein einziges Mal abseits der Rennstrecke stichelte. Gegen Sergio Perez war das bei Force India noch ganz anders.

Den Abgang Ricciardos kompensiert Alpine mit Fernando Alonso. Der Mann, der zwei Weltmeisterschaften für das Team gewonnen hat und in 312 Karriere-Grand Prix 32 Siege und 22 Pole-Positions herausfuhr. Zwei Jahre lang war Alonso zwar nicht mehr in der Formel 1. Doch Ocon erwartet, dass der Rückkehrer nicht eingerostet sein wird.

"Fernando fuhr so viele Kilometer zur Vorbereitung im letzten Jahr. Sein Level war schon bei diesen Testfahrten ziemlich beeindruckend. Er war bei den Rennen dabei, er war in der Fabrik bei den Ingenieuren. Er wird zur Stelle sein. Da bin ich sicher. Das Alter wird man ihm nicht anmerken." Alonso testete mehrmals ein altes Auto und in Abu Dhabi den Renault R.S.20.

Esteban Ocon - Renault - GP Sakhir 2020 - Bahrain - Rennen
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Das Highlight 2020: In Bahrain erreichte Ocon das Podest.

Umstellung bei Ocon

Ocon wird sich auf und neben der Strecke gegen den 39-jährigen Routinier wehren müssen. Wir wissen, wie Alonso ein Team vereinnahmt, und den Teamkollegen im Regen stehen lässt. "Das Team wird auch mir zuhören. Ich bin 2020 die ganze Saison im Auto gefahren. Das 2021er Auto ist eine Weiterentwicklung davon. Deshalb sind meine Vergleiche wertvoll für die Ingenieure. Die Teampolitik ist es, beide Fahrer zu hören. Sie werden sich nicht alle nur Fernando zuwenden", glaubt Ocon.

Im zweiten Jahr soll es allein schon der Erfahrung wegen besser auf der Rennstrecke laufen. Ocon will es dem Ex-Teamkollegen nachmachen, der in seiner ersten Saison mit dem Rennstall aus Enstone ebenfalls schwächelte. 2019 kam Ricciardo auf 54 WM-Punkte, 2020 auf 119 Punkte und zwei Podestplätze. "Ich weiß, was es zu verbessern gilt, und woran ich arbeiten muss."

Helfen sollen auch Umstellungen innerhalb der eigenen Rennmannschaft. Alpine hat umgestellt. "Mein Performance-Ingenieur steigt zu meinem Renningenieur auf. Und mein Testingenieur zum Performance-Ingenieur", verrät Ocon. Alpine hat auch ganz oben aufgeräumt. Cyril Abiteboul verließ das Team. "Das kam für mich überraschend. Dass er geht, war nicht einfach. Ich habe gerne mit ihm zusammengearbeitet", sagt Ocon.

Davide Brivio, Suzukis Teammanager in der MotoGP, ist der neue Renndirektor. Marcin Budkowski füllt die Rolle als Geschäftsführer. Oben im Alpine-Organigramm steht CEO Laurent Rossi. Die neue Struktur versteht der Fahrer als positiven Druck. "Die Renault-Gruppe steht hinter dem Projekt. Sie wollen mit Alpine an die Spitze. Die Aufgabe besteht darin, das Team nach vorne zu bringen. 2022 ist eine gute Gelegenheit dazu. Ich will dazu beitragen, das Team auf Top-Niveau zu bringen."

2021 wird der große Wurf noch nicht gelingen, weil das Reglement weitgehend stabil bleibt. Dafür wird man umso mehr auf den Vergleich Alonso-Ocon schauen. Setzt sich der Franzose durch, kann es Ocons Karriere beschleunigen. Eine klare Niederlage könnte das Gegenteil bewirken.

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