Expertentipp

Kaum einer setzt auf Schumi

Foto: dpa

Der Rekord-Weltmeister ist vor dem Formel-1-Start in Melbourne in den Augen vieler Motorsport-Experten nicht mehr erster Titelanwärter.

"Man müsste eigentlich vor jeder Saison Michael Schumacher als Favorit nennen, aber diesmal könnte es ein anderer Fahrer schaffen", sagte FIA-Präsident Max Mosley. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone rechnet mit "McLaren und Kimi Räikkönen". Der zweimalige Champion Mika Häkkinen ist ebenfalls davon überzeugt, dass "Michael 2004 nicht Weltmeister wird."

Ex-Weltmeister Niki Lauda setzt vor dem ersten Grand Prix am Sonntag (7.3.) in Australien lieber auf den Bruder des sechsmaligen Titelträgers. "Ralf hat in dieser Saison mit dem BMW-Williams das richtige Auto, um Weltmeister zu werden. Er ist hochmotiviert. Ich weiß, dass er es besonders seinem Bruder zeigen will", sagte der Österreicher in der "Münchner Abendzeitung". Ralf Schumacher machte deutlich: "Ich bin fitter und motivierter denn je. Das Ziel muss ganz einfach sein, endlich den WM-Titel zu holen."

Die Reifenfrage bringt der australische Jaguar-Pilot Mark Webber ins Spiel: "Ein Michelin-Pilot holt die Weltmeisterschaft." Als einziges der Top-Teams fährt Ferrari mit Bridgestone-Pneus und könnte deshalb benachteiligt sein. In Melbourne warnte die australische Zeitung "Herald Sun Sunday" eine Woche vor dem Rennen den Deutschen: "Aufpassen Schumi, sie jagen Dich!" Teamchef Jean Todt konterte: "Die Resultate zeigen, dass Michael immer noch der Beste ist."

Ferrari weiter zuversichtlich

Von einer bevorstehenden Wachablösung will der Franzose nichts wissen: "Unser Erfolgshunger ist nicht gestillt. Ferrari will weiterhin in der Position bleiben, in der wir seit fünf Jahren sind: auf Platz eins. Dafür wird jeder bei Ferrari kämpfen bis zum Umfallen." Todt kann sich sogar vorstellen, seinen Ende des Jahres 2006 auslaufenden Vertrag noch einmal zu verlängern, was wohl mit einer Entscheidung von Michael Schumacher zu tun hätte. "Meine Freundschaft mit ihm ist fest und sie wird, egal wie lange der eine oder andere noch für Ferrari arbeitet, über diese Zeit hinausgehen", sagte der Franzose der "Welt am Sonntag".

Michael Schumacher, der in der vergangenen Woche bei der letzten Probefahrt in Imola mit seinem Rundenrekord ein Ausrufezeichen setzte und ebenfalls bis 2006 an Ferrari gebunden ist, kann den Saisonstart kaum noch erwarten: "Langsam wächst die Lust auf Zweikämpfe, auf den Wettkampf. Ich bin froh, dass es endlich losgeht!"

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