McLaren - F1 2008 Wilhelm
McLaren - F1 2008
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Honda - F1 2008
Honda - F1 2008 32 Bilder

Formel 1-Flügel-Monster von 2008

Die letzte verrückte F1-Generation

Seit Jahren jammern F1-Ingenieure über ein zu restriktives Reglement. Und Besserung ist nicht in Sicht. Gerne erinnern sich Adrian Newey und Co. noch an die Generation 2008, als fast alles erlaubt war. Wir werfen einen Blick zurück.

Ab 2009 haben viele Fans der Formel 1 den Rücken gekehrt. Die große Regelreform in der Winterpause hatte die Autos langweilig und unförmig gemacht. Ein breiter Frontflügel, ein hoher und schmaler Heckflügel und kaum noch zusätzliche Aerodynamik-Elemente - das war in den Augen vieler Zuschauer ein Angriff auf den guten Geschmack.

Formel 1-Revolution nicht in Sicht

Die Autos wirkten im Vergleich zu den Vorgängern wie Spielzeug. Statt geschwungener Formen dominierten Ecken, Kanten und rechte Winkel. Dazu kam noch die KERS-Hybrid-Technik, die der Königsklasse ein grünes Image verpassen sollte. Wenn Brawn damals nicht mit seinem umstrittenen Doppeldiffusor gekommen wäre, hätten die Technikfreunde gar nichts mehr zu diskutieren gehabt.

Eine Besserung ist momentan nicht in Sicht. Erst in der Winterpause wurde das für 2017 geplante Formel 1-Konzept von den Teams entschärft. Die Autos sollten eigentlich wieder aggressiv und spektakulär werden. Nun schaut es so aus, als käme wohl doch nicht der große Wurf heraus, den sich viele Fans erhoffen.

Aerodynamiker erinnern sich gerne noch an das Jahr 2008. Damals, als es die 90-Millimeter-Radius-Regel noch nicht gab und Anbauten fast auf der kompletten Karosserie erlaubt waren. Die Ingenieure nutzten die Freiheiten gnadenlos aus. Der Luftstrom wurde aufwändig in die gewünschten Bahnen gelenkt. Aus heutiger Sicht betrachtet entstanden damals völlig verrückte Formen.

Formel 1-Generation 2008 mit Flügel-Salat

Der Frontflügel bestand bei vielen Autos aus 2 getrennten Elemente, eins unter und eins über der Nase. Aus der Frontpartie wuchsen geschwürartige Flügel nach oben. Mächtige Bargebords wurden von aufwändig gestalteten Luftleitern am Seitenkasten unterstützt. An den Flanken ließen die Ingenieure Kamine und Batman-Wings anbauen. Die Airboxen bekamen Hörner verpasst.

Die individuelle Form der Heckflügel machten die Autos auf den ersten Blick unterscheidbar. Würde man die Lackierung entfernen, wären heute wohl nur noch wenige Fans in der Lage die einzelnen Modelle auseinanderzuhalten.

Mittlerweile sind viele Teile der Autos wurden standardisiert, wie zum Beispiel der zentrale Bereich des Frontflügels. Die Größe und der Umfang von zusätzlichen Elementen an der Karosserie ist vom Reglement stark eingeschränkt. Nur an ganze wenigen Stellen können die Aerodynamiker noch individuelle Lösungen entwickeln.

Negative Auswirkungen des Aero-Wahnsinns

Jüngere Fans sollten aber nicht glauben, dass damals alles besser war. Die Autos nahmen mit der Zeit immer extremere Formen an. Vor allem in den Nasenflügeln sahen viele Zuschauer ein Angriff auf den guten Geschmack. Kleine Teams klagten zudem, dass die Aerodynamik so anspruchsvoll wurde, dass sie finanziell nicht mehr mithalten können. Nur wer es sich leisten konnte, testete unbeschränkt im Windkanal und auf der Strecke.

Negative Auswirkungen gab es auch in puncto Action. Die vielen Abweiser dirigierten die Strömung so exakt von vorne bis hinten, dass die Autos beim direkten Hinterherfahren eines Konkurrenten massiv an Abtrieb verloren. Die Folge waren deutlich weniger Zweikämpfe und Überholmanöver als heute. DRS gab es damals bekanntlich auch noch nicht.

Ob man die Generation 2008 nun schön und hässlich findet - faszinierend war die Zeit damals auf jeden Fall. In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal in Bildern, was dabei herauskommt, wenn man Aerodynamikern zu viel Freiheit lässt.

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