F1 2009

Piloten gut beschäftigt

Foto: Daniel Reinhard 53 Bilder

In der kommenden Saison wird sich nicht nur das Aussehen der F1-Boliden grundlegend verändern, auch die Piloten müssen sich im Cockpit an einige neue Knöpfe gewöhnen.

Wie es momentan aussieht, werden zumindest einige Teams kommende Saison mit dem neuen Hybrid-System an den Start gehen. Dabei wird Bremsenergie gespeichert, die Fahrer dazu verwenden können, Konkurrenten zu überholen. Befindet sich ein Pilot nicht im Zweikampf muss er sich überlegen, wie, wann und wo er die Extra-Power am sinnvollsten einsetzt.

Der "Push-to-Pass-Button" ist aber nicht das einzige neue Knöpfchen am Lenkrad. Gewöhnen müssen sich die Aktiven auch an einen verstellbaren Frontflügel. "Wenn ein Auto hinter einem Gegner mit Untersteuern zu kämpfen hat, kann der Fahrer den Anstellwinkel des Flaps erhöhen, um die Balance zu verbessern", erklärt Toyota Technik-Chef Pascal Vassselon die neuen Möglichkeiten.

Damit soll die Chance erhöht werden, dem Vordermann dichter zu folgen und somit das Überholen leichter zu machen. "Aber auch in Situationen, in denen ein Fahrer keinem Konkurrenten folgt, kann er vom verstellbaren Flügel profitieren und Balance-Probleme in bestimmten Kurven korrigieren", so Vasselon. "Die Piloten werden sicher gut beschäftigt nächstes Jahr."

Lenkrad-Akrobaten im Einsatz

Schon jetzt ist auf den kleinen Karbon-Lenkrädern kaum noch Platz für neue Funktionen. Erst zu Beginn der Saison 2008 wurde die Lenkradarbeit verkompliziert, als die Standardelektronik eingeführt wurde. Seitdem müssen die Piloten manuell zwischen fünf Gaspedal- und Drehzahleinstellungen wählen.

Die Übersetzung zwischen Gaspedal und Drosselklappe regelt das Ansprechverhalten des Motors und schafft somit eine Traktionshilfe. Die Verschiebung des Drehzahllimits nach unten beeinflusst das Schleppmoment des Triebwerks. Der Fahrer kann zwischen fünf Abstufungen der Motorbremse wählen.

Kennfeldwechsel mehrmals pro Runde

Wichtig ist eine einfache Bedienbarkeit. Drehknöpfe oder Schalter auf der Lenkradkonsole sind ungeeignet. So konnten die McLaren-Piloten in der vergangenen Saison die Motorcharakteristik mit einer zusätzlichen Wippe am Lenkrad schnell verändern. Da sie direkt in der Nachbarschaft der Schaltung liegt, müssen Hamilton und Kovalainen nur parallel an den zwei Hebeln ziehen, um mit dem Gangwechsel auch ein anderes Kennfeld einzustellen.

Manueller Fahrassistent

Neben den Motorkennfeldern konnten die Piloten bei manchen Teams auch die Differzialsperren verstellen. Der Fahrassistent von Renault bietet in vier Abstufungen für Kurveneingang und Kurvenausgang unterschiedliche Differenzialsperren an. Schiebt das Auto zu stark über die Vorderachse, können Alonso und Piquet bequem durch Ziehen des Hebels die Sperrwirkung reduzieren. Auch Ferrari hatte zuletzt diese Systeme im Einsatz, womit sich am Ende ganze sechs Hebelchen hinter dem Steuer befanden.

Bei den ganzen Schaltvorgängen, Motorkennfeld-Wechseln, Differenzialsperren-Änderungen, KERS-Boost-Auslösern und Frontflügel-Verstellungen kann ein Pilot schon mal den Überblick verlieren. Vor allem wenn er gleichzeitig noch den Knopf für den Sprechfunk, für die Trinkflasche oder den Boxenlimiter finden muss.

           

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