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Formel 1-Airbox-Segel

Deshalb sind die Finnen zurück

Wer ist schuld an den Airbox-Segeln? Nach 2010 waren sie verschwunden. Die 2017er Autos benutzen sie alle. Wir zeigen Ihnen die unterschiedlichen Finnen und erklären, warum sie gerade jetzt ein Comeback feiern.

Die neuen Formel 1-Autos ernten durchweg Lob. Nur bei den Airbox-Segeln scheiden sich die Geister. Nico Hülkenberg outet sich als Fan: „Ich finde, die sehen cool aus. Sie haben mir schon 2010 gefallen.“ Pascal Wehrlein differenziert: „Ich finde die Flossen an der Airbox gar nicht so schlimm. Es hängt von der Form ab. Die am Sauber sieht gut aus.“

Red Bull-Teamchef Christian Horner findet sie eine optische Bankrott-Erklärung: „Wir haben sie nur, weil die Aerodynamiker glauben, dass sie marginale Vorteile bringen.“ Es gibt das Segel in den unterschiedlichsten Formen. Bei Force India und Williams ist die verlängerte Motorhaube ein rechteckiges Brett. Ferrari, McLaren und Red Bull schneiden das hintere Ende dezent ein. Sauber, Toro Rosso, HaasF1 und Renault stärker.

Nur Mercedes zeigte bislang eine Lösung, bei der ein flacher Kamm aus der Motorverkleidung wächst. Die Silberpfeile haben aber auch eine Segel-Version in der Hinterhand (siehe Galerie).

F1-Regeln hätten Segel auch 2016 erlaubt

Die Airbox-Segel sind keine neue Erfindung. Sie kamen 2008 erstmals auf und verschwanden nach der Saison 2010 wieder. Mit einer Ausnahme: Das Hinterbänkler-Team HRT streckte seine Airbox auch 2011 noch in die Länge. 2010 ging die Flosse bei einigen Autos sogar direkt in den Heckflügel über. In ihr war der F-Schacht Kanal versteckt.

Doch warum kehrten die Segel nach sechs Jahren Pause überhaupt wieder zurück? Adrian Newey schiebt es auf das Reglement. "In den letzten Jahren war die Finne nicht erlaubt." Da liegt der Aerodynamik-Guru ausnahmsweise einmal falsch. FIA-Techniker haben uns versichert, dass man auch zwischen 2011 und 2016 die Airbox mit einer Finne hätte ausstatten können. Nur nicht ganz so lang wie im Augenblick. Da gewähren die 2017er Regeln mehr Freiheit.

Die Airbox darf auf einer Maximalhöhe von 95 Zentimetern bis zur Hinterachse verlängert werden, wenn der Steg nicht breiter als 5 Zentimeter ist. Mercedes hat in seine große Flosse einen Schornstein eingebaut. Dort wird heiße Luft, die sich unter der Verkleidung staut, abgeleitet.

Problem liegt im niedrigeren Heckflügel

Die Airbox-Segel feiern also nicht ein Comeback, weil sie vorher verboten und jetzt wieder erlaubt wären. Sie sind aus Sicht der Aerodynamiker eine Notwendigkeit. „Es macht das Auto schneller. Wie alles am Auto erfüllt es eine Funktion. Ohne die Finne verliert der Heckflügel in Kurvenfahrt Abtrieb. Wir entwickeln das Auto für die Kurvenfahrt und nicht für die Gerade. Das Segel bringt dir ein paar Punkte Abtrieb in der Mitte der Kurve“, erklärt Force India-Technikchef Andy Green.

Im Vergleich zu den Jahren zuvor gibt es im Heck einen gravierenden Unterschied. Der Heckflügel liegt 15 Zentimeter tiefer. Und damit befindet er sich genau in den Turbulenzen, die an der Vorderachse entstehen. Die leicht nach hinten verlängerte Finne schützt den Heckflügel bei Seitenanströmung vor den Luftwirbeln. In der Vergangenheit konnte die verwirbelte Luft unter dem Heckflügel durchgeleitet werden.

Mercedes hofft, dass sich am Ende die flache Version mit dem T-Flügel durchsetzt. Aus optischen Gründen. Hier lässt das neue Reglement den Ingenieuren eine 95 Zentimeter breite und in Längsrichtung 5 Zentimeter schmale grüne Zone, die es vorher nicht gab.

Mercedes, Williams, Ferrari und HaasF1 haben das Schlupfloch sofort gefunden. Ein Mercedes-Ingenieur erzählt: „Im Windkanal sehen wir nur sehr kleine Unterschiede zwischen dem T-Flügel mit der flachen Airbox und der großen Flosse.“

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Airbox-Segel und T-Flügel der Formel 1-Generation 2017 im Überblick.

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