Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021 xpb
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Fans - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Fahrerparade - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021 48 Bilder

GP Monaco 2021 - Analyse Rennen

Rennanalyse GP Monaco 2021 Overcut-Strategie führt zum Erfolg

GP Monaco

Im Rennen zum GP Monaco gab es bis auf die erste Runde keine Überholmanöver, dafür aber ausgeklügelte Taktiken wie die Overcut-Strategie. Die führte für Vettel, Perez und Stroll zum Erfolg. Aber was war bei Charles Leclerc und bei den beiden Mercedes-Piloten los?

Monaco spaltete die Formel-1-Welt. Mercedes und Charles Leclerc zählten zu den Verlierern, Red Bull und einige Taktik-Füchse wie Aston Martin zu den Gewinnern. Unsere Rennanalyse.

Was war bei Charles Leclerc los?

Der Ferrari-Pilot konnte auch in diesem Jahr seinen Monaco-Fluch nicht überwinden. Der Monegasse kam bei seinem Heimrennen noch nie ins Ziel. Mit der Pole-Position hätte er dieses Mal die besten Voraussetzungen für einen Erfolg in seinem Wohnzimmer gehabt. Doch daraus wurde wieder nichts. Das Unheil nahm bereits im Qualifying seinen Lauf. Leclerc hatte bereits die Bestzeit ergattert, als er kurz vor Schluss in der Schwimmbad-Schikane mit der rechten Seite in die Leitplanke krachte.

Das bedeutete einerseits die gesicherte Pole, weil aufgrund der roten Flagge niemand mehr seine Zeit verbessern konnte. Andererseits begann zu diesem Zeitpunkt das Zittern um das Getriebe, das beim Unfall womöglich zu Schaden kam. Am Sonntagvormittag gab Ferrari allerdings Entwarnung. Das Getriebe sei in Ordnung. Die Italiener mussten sich ziemlich sicher sein, denn sie wollten auf keinen Fall ein Risiko eingehen. Klar, schließlich war die Pole-Position ein Befreiungsschlag nach einer langen Durststrecke. Die Fans atmeten auf.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Motorsport Images
Charles Leclerc war schnell arbeitlos.

Das Drama in zwei Akten fand schließlich auf der Installationsrunde am Sonntag seinen Höhepunkt. Charles Leclerc gab über Funk durch: "No, oh no." Damit war klar: Es gibt ein Problem. Natürlich dachte der 23-Jährige dabei gleich an das Getriebe. Er steuerte den Ferrari zurück an die Box, wo ihn die Mechaniker in die Garage schoben. Nach kurzer Inspektion war klar: Leclerc wird nicht starten. Man vermeldete aber keinen Defekt am Getriebe sondern an der linken Antriebswelle.

War das womöglich ein Folgeschaden des Unfalls? Teamchef Mattia Binotto will es nicht bestätigen, kann es aber auch nicht ausschließen. "Das Problem trat erst in Kurve 6 auf", sagte er. "Selbst wenn wir das Getriebe gewechselt hätten, wäre das immer noch ein Thema gewesen. Wir haben da nichts riskiert mit dem Getriebe." Nur warum hat man die Antriebswelle nicht einfach prophylaktisch gewechselt? Weil im Parc fermé nur die Teile getauscht werden dürfen, die auch defekt sind. Dazu gehörte der Frontflügel und die hintere rechte Seite. Die linke Antriebswelle hatte man offenbar auf der gegenüberliegenden Seite des Unfallschadens nicht auf dem Schirm. "Wir müssen das nun untersuchen", so der Ferrari-Boss.

Wieso war Lewis Hamilton chancenlos?

Auch das Monaco-Wochenende von Lewis Hamilton könnte man als Drama in zwei Akten beschreiben. Denn auch bei dem siebenmaligen Weltmeister war schon im im Zeittraining der Wurm drin. Er klagte über zu wenig Grip. Man hatte Probleme die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Red Bull und Ferrari stellten sich da besser an. Es blieb nur Startplatz sieben.

Im Rennen sollte Hamilton nicht viel besser aufgestellt sein. Eigentlich war eine Overcut-Strategie geplant. So hätten sich die Reifenflüster-Qualitäten des Mercedes ausgezahlt. Doch die Ingenieure waren schnell gezwungen, den Plan umzuschwenken. Warum? Der Reifenverschleiss war größer als erwartet. Der wiederum resultierte aus der Problematik am Samstag. Man musste die Reifen schneller auf Temperatur bringen, was jedoch im Gegenzug auch den Verschleiss begünstigte. "Beide linke Vorderreifen hatten kaum noch Gummi", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Der Undercut war die einzig logische Möglichkeit."

Allerdings reagierten auch alle um Hamilton herum auf den Schachzug, was wiederum nicht zu seinen Gunsten lief. Hinter Pierre Gasly war er schließlich auf Platz sieben festzementiert. Da war der Extra-Stopp für Soft-Reifen am Ende des Rennens nur eine logische Konsequenz, um sich noch den Punkt für die schnellste Rennrunde zu sichern.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Motorsport Images
Der Boxenstopp von Valtteri Bottas ging in die Hose.

Was ging beim Boxenstopp von Valtteri Bottas schief?

Mercedes erlebte gleich mit beiden Autos ein schwarzes Wochenende. Für Valtteri Bottas hätte das Monaco-Rennen eine große Chance sein können, sich den ersten Saisonsieg zu sichern. Zudem hätte er so Mercedes einen Bärendienst im WM-Kampf erwiesen, weil Max Verstappen nicht voll abgeräumt hätte. Doch der Traum vom Sieg zerplatzte schnell. Beim Wechsel von den soften auf die harten Reifen wollte das Rad einfach nicht runtergehen. Sekunden wurden zu Minuten. Die Radmutter hatte sich auf der Nabe festgefressen. Das Problem setzte sich aus mehreren Faktoren zusammen. Toto Wolff erklärte: "Valtteri hat ein bisschen zu früh gestoppt. Damit musste der Mechaniker den Schlagschrauber schräg ansetzen. Der ungünstige Winkel hat die Radmutter beschädigt, und wir haben sie nicht mehr runtergebracht." Die Muttern stellt Mercedes selbst her. An deren Design will man nun noch einmal arbeiten.

Wie kamen Vettel, Perez und Stroll nach vorne?

Das Zauberwort für das Rennen von Sebastian Vettel, Sergio Perez und Lance Stroll lautete in Monaco: Overcut. Alle drei profitierten von der Strategie, länger als die Konkurrenz auf der Strecke zu bleiben. Sebastian Vettel kam in Runde 31 rein und wechselte von den Soft-Reifen auf die harte Variante, Sergio Perez kam in Umlauf 35 zum Service und ließ sich die Mischung Hart aufziehen. Beide profitierten von diesem Overcut und machten Plätze gut. Vettel schob sich so von Platz sieben auf fünf an Lewis Hamilton und Pierre Gasly vorbei, Perez kam dank dieser Taktik sogar von Platz acht auf den vierten Platz nach vorne.

"Ich wusste, dass die zwei Runden vor meinem Boxenstopp entscheidend für unser Rennen sein würden", sagte Vettel, der das beste Ergebnis der Saison holte. "Ich konnte einige gute Rundenzeiten auf Reifen fahren, die nicht mehr die beste Leistung brachten, und das machte den Unterschied aus." Als er aus der Box kam, setzte er sich bergauf zum Casino gegen Gasly durch.

Vettels Teamkollege Lance Stroll war zwar nicht auf denselben Reifen unterwegs, hatte aber eine ähnliche Philosophie. Er startete mit harten Reifen und blieb mit diesen bis in Runde 58 auf der Bahn, ehe er sich den Soft-Reifen zum Schluss abholte. Gestartet war Stroll auf Rang zwölf, ins Ziel kam er auf acht. "Es war nicht einfach, im ersten Stint auf dem harten Reifen zu fahren, vor allem am Start, aber ich kam gut los", sagte Stroll. "Am Ende haben wir durch den Overcut drei Plätze gutgemacht und hatten bis zum Ende auch eine starke Pace."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2021
Motorsport Images
Aston Martin holte das beste Ergebnis der Saison in Monaco.

Was war das Problem bei Mick Schumacher?

Mick Schumacher erlebte ein Wochenende mit Höhen und Tiefen bei seiner Monaco-Premiere in der Formel 1. Nach seinem Crash im dritten Training konnte er nicht am Zeittraining teilnehmen. Das bedeutete den letzten Startplatz. Das wollte der Rookie aber nicht lange auf sich sitzen lassen und setzte bereits in der ersten Runde zum Überholmanöver gegen Teamkollegen Nikita Mazepin in der Loews-Kurve an. Mit Erfolg.

Allerdings blieb es dabei nicht bis im Ziel. Denn es gab ein Problem mit dem Benzindruck an Schumachers VF-21. "Leider habe ich viel Zeit auf die Jungs vor mir verloren und musste Nikita (Mazepin) vorbeilassen, weil wir es nicht geschafft haben, es vorher zu reparieren", sagte der 22-Jährige. Später kam er wieder an den Stallgefährten ran, man tauschte die Plätze dann aber nicht wieder zurück. "Es war ok, es war verständlich – offensichtlich hatten wir ziemlich viele Leute hinter uns, also gab es blaue Flaggen."

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