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2018er Autos übergewichtig?

Halo kostet halbe Sekunde

HaasF1 - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 24. November 2017 Foto: ams 14 Bilder

Der Halo wird die Formel 1 verändern. Nicht nur optisch. Inklusive Befestigung wird er die Autos um 14 Kilogramm schwerer machen. Das Mindestgewicht steigt aber nur um sechs Kilogramm.

24.11.2017 Michael Schmidt

Drei Fahrer haben im ersten Training zum GP Abu Dhabi den Halo getestet. Valtteri Bottas, Marcus Ericsson und HaasF1-Ersatzpilot Antonio Giovinazzi. HaasF1 war das erste Team, das den Halo aerodynamisch verkleidet hat. Da werden wir noch dramatischere Auswüchse sehen als gezackte Finnen auf dem oberen Holm.

Bei den letzten Halo-Tests haben die Teams vermehrt Messgeräte angebracht, um die Auswirkungen des Cockpitschutzes auf die Aerodynamik zu sehen. Das Aussteigen aus dem Cockpit mit Halo erweist sich als eine Aufgabe für Entfesselungskünstler. Valtteri Bottas brauchte bei einem Testlauf am Donnerstag in der Boxengarage 9,59 Sekunden. Erlaubt sind 2018 aber nur 7 Sekunden. Zwei mehr als in diesem Jahr.

Halo kostet 14 Kilogramm extra

Der Halo bringt aber noch ein viel größeres Problem mit sich. Wegen der rigorosen Belastungstests müssen die Teams ihre Cockpits und die Anlenkpunkte für den Titanbügel verstärken. Das Chassis muss bei sämtlichen Belastungen von oben, der Seite und vorne intakt bleiben. Das geht massiv ins Gewicht.

Antonio Giovinazzi - HaasF1 - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 24. November 2017 Foto: sutton-images.com
Der Halo kommt 2018. Optisch eine Katastrophe, aber auch technisch schwierig zum implementieren.

Nach Berechnungen von Force India summieren sich der Halo und seine Befestigungspunkte auf 14 Kilogramm extra. Das Mindestgewicht steigt aber nur um 6 Kilogramm an. Somit wird es für viele Teams schwer, die im nächsten Jahr vorgeschriebenen 734 Kilogramm zu erreichen.

Den Gedanken an Ballast zum Trimmen des Autos haben die meisten Ingenieure schon aufgegeben. Sie fürchten, dass es deshalb schwierig wird, die angestrebte Gewichtsverteilung von ungefähr 45:55 Prozent zu erreichen.

„Du hast die Wahl. Entweder du nimmst zusätzlichen Ballast und akzeptierst, dass du dann 6 bis 8 Kilo über dem Limit liegst. Oder du änderst die Architektur des Autos“, erklärt Force India-Technikdirektor Andy Green. Mit Architektur ist die Position der Vorderräder, des Motors, der Kühler relativ zum Ist-Zustand gemeint.

Teams vor schwierigen Entscheidungen

Wenn der Radstand gleich bleiben soll, dann werden schweren Komponenten im Auto nach vorne wandern, weil der Halo die Gewichtsverteilung zunächst einmal nach hinten schiebt. „Das Dumme ist“, sagt Green, „dass wir die 2018er Reifen noch nicht kennen. Wir fahren sie zum ersten Mal nach dem Rennen hier in Abu Dhabi. Erst dann können wir mit Bestimmtheit sagen, welche Gewichtsverteilung wir brauchen.“

Das höhere Gewicht und die Folgen für die Aerodynamik werden auf die Rundenzeiten drücken. Experten schätzen, dass die Autos zu Saisonbeginn eine halbe Sekunde langsamer sein werden als jetzt.

Neuester Kommentar

"Sie fürchten, dass es deshalb schwierig wird, die angestrebte Gewichtsverteilung von ungefähr 45:55 Prozent zu erreichen."

Es wird nicht nur schwer, es ist sogar unmöglich, aber nicht durch die Halo, sondern durch die Regeln, die die erlaubte Achslast an der Vorderseite zwischen mindestens 45,33% und höchstens 46,3% festschreiben.

Proesterchen 24. November 2017, 23:09 Uhr
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