Red Bull - Boxenstopp - Formel 1 - 2019 Red Bull

Boxenstopps werden schneller

Verbot der Luftdurchleitung hilft

Red Bull, Ferrari, Toro Rosso und McLaren profitieren vom Verbot der Luftdurchleitung durch die Vorderachse. Kleinere Radmuttern beschleunigen die Boxenstopps und reduzieren die Gefahr, dass die Radmuttern beim Aufsetzen verkanten.

Die Boxenstopp-Statistik spricht eine deutliche Sprache. Drei Mal stellte Red Bull die schnellste Boxenstopp-Crew, zwei Mal sogar im Doppelpack. Red Bull gewann zwar auch im letzten Jahr den DHL-Boxenstopp-Pokal, doch da war die Überlegenheit noch nicht so krass.

Würde die WM-Wertung nach der Rangliste der Reifenwechsel erstellt, würde Red Bull mit 115 Punkten klar vor Ferrari (49), Williams (39), Mercedes (38), McLaren (36) und Toro Rosso (16) liegen.

Verglichen mit dem Vorjahr stehen auch Ferrari, McLaren und Toro Rosso besser da. Das hat auch einen technischen Grund. Das Reglement verbietet 2019 die Luftdurchleitung durch die Vorderachse. Red Bull, Ferrari, McLaren und Toro Rosso fuhren im letzten Jahr noch mit diesem System und profitieren nun von diesem Verbot.

Die so genannten „blown axle“ verlangte Achsen mit größerem Durchmesser und deshalb auch größere Radmuttern aus einem speziellen Material. „Uns bringen die kleineren Radmuttern im Schnitt zwei bis drei Zehntel beim Boxenstopp“, freut sich Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

Red Bull - Barcelona Test 2019
Stefan Baldauf
Die Luftdurchleitung durch die Radnabe ist dieses Jahr verboten. Nur bei den Testfahrten war der RB15 kurz mit dem Loch in der Felgenmitte zu sehen.

Kleinere Gefahr zu verkanten

Der Grund liegt auf der Hand. Die neuen Radmuttern müssen mit weniger Drehmoment auf die Achsen gehämmert werden und lassen sich deshalb auch leichter wieder lösen. Experten glauben, dass sowohl beim Runternehmen wie beim Draufstecken jeweils mindestens eine Zehntelsekunde gespart werden kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die neuen Radmuttern nicht mehr so leicht verkanten. Das gibt den Mechanikern mehr Sicherheit. „Wir haben es in Melbourne bei Grosjean trotzdem geschafft“, lächelt Haas-Teamchef Günther Steiner gequält.

Haas gehört nicht zu den Profiteuren, obwohl der US-Rennstall im letzten Jahr auch noch Luft durch die Vorderachse geleitet hat. „Bei uns steckt das Boxenstopp-Drama vom letzten Jahr in Melbourne weiter in den Köpfen. Da traut sich immer noch keiner, volles Risiko zu gehen“, erklärt Steiner, warum Haas derzeit nur auf Platz 8 in der Rangliste steht.

Mercedes ist im Vergleich zu 2018 etwas zurückgefallen. „Wir hatten die Luftdurchleitung durch die Vorderachse nicht, bleiben also auf dem Stand vom letzten Jahr“, bedauert Teammanager Ron Meadows. In der Boxenstopp-Wertung hat Mercedes noch nicht einmal ein Podium geschafft. Bei sechs Doppelsiegen zum Start der Saison wird es der Weltmeister verkraften können.

DHL Pitstop-Ranking: Das Klassement nach 3 von 21 Rennen

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