Formel 1-Countdown - Williams

Neue Fahrer, neuer Motor, neues Auto

F1 Jerez Test 2010 Foto: xpb 23 Bilder

Williams gehörte lange zu den Top-Teams der Formel 1, doch in den vergangenen Jahren wurde es zunehmend stiller um den Rennstall aus Grove. 2010 will man mit einer neuen Fahrerpaarung wieder angreifen. Wir sagen Ihnen, ob das klappen könnte.

Das Personal im Cockpit wurde bei Williams komplett ausgetauscht. Während Nico Rosberg zu Mercedes GP abwanderte, musste auch Kazuki Nakajima seinen Stuhl räumen. Die neue Besetzung vereint Extreme: Hier Rubens Barrichello, der dienstälteste Fahrer, dort Nico Hülkenberg, einer der jüngsten im Feld. Der GP-Rekordmann aus Brasilien gegen den Newcomer aus dem Rheinland - das verspricht Spannung.

Jungsporn trifft auf dienstältesten Formel 1-Pilot

Wer sich im teaminternen Duell durchsetzen wird, ist schwierig vorherzusagen. Barrichello baut auf einen enormen Erfahrungsschatz, Rookie Hülkenberg ist als Jungsporn motiviert und hat den nötigen Biss. Der erste Matchball ging bei den Testfahrten in Barcelona an Hülkenberg. Der talentierte Youngster lieferte die schnellere Zeit der beiden ab. Auf die Spitze fehlten Williams auf eine Runde nur knapp eineinhalb Zehntelsekunden.

Williams will nach Jahren des Durchschnitts endlich wieder den Anschluss an die Spitze schaffen. Der letzte Sieg liegt über fünf Jahre zurück. Das Sponsorenaufkommen ist geschrumpft. Um an die alten Erfolge anzuknüpfen, vollzogen die Briten eine Wandlung. Mit dem Wechsel von Toyota auf Cosworth setzt Williams auf Unabhängigkeit und auf die Karte Risiko. Schon 2006 hat man mit dem Motorenbauer unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die Power war da, nicht aber die Standfestigkeit. Bei den Testfahrten in Barcelona schien der Cosworth aber nur wenig Probleme zu machen. Neben den neuen Teams Virgin, Lotus und Hispania Racing F1 ist Williams der Pfeil im Köcher von Cosworth.

Der FW32 hebt sich deutlich vom Vorgänger ab

Doch der Motor alleine sorgt noch lange nicht für Erfolge. Auch in Sachen Design beschreitet Williams neue Wege. Der FW32 folgt dem Red Bull-Trend und ist eine Abkehr vom konservativen Vorjahreskonzept. Die Nase ist höher und flacher als beim Vorgänger, die Heckpartie deutlich niedriger, um den unteren Teil des Heckflügels besser anzuströmen. Besonderes Merkmal: Die Ausgänge für den Auspuff wurden weit nach außen in den ebenen Teil der Motorhaube integriert und nicht wie bei den anderen Teams innen. "Hauptaugenmerk", verrät Technikchef Sam Michael, "war eine verbesserte Anströmung des Hecks." Ein Vorteil: Die Ingenieure konnten bereits früh mit der Entwicklung des FW32 beginnen.
 
Prognose: "Wir haben keine Riesenbaustelle, müssen uns aber überall noch verbessern", sagte Nico Hülkenberg nach den Testfahrten. Damit bringt er es auf den Punkt. Williams scheint gut vorbereitet in die neue Saison zu gehen, doch ob man wirklich wieder den Anschluss an die Spitze schaffen kann, ist offen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei sicherlich auch der Standfestigkeit des neuen Cosworth-Aggregats zu.

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