F1-Design für 2021

Keine Regel für schöne Autos

Formel 1 - Concept 2021 Foto: FOM 20 Bilder

Das Formel 1-Management hat in Singapur ein Konzept für die Autos ab 2021 vorgestellt. Optisch durchaus gelungen, doch die Konstrukteure der Teams fürchten, dass es beim Wunsch bleiben wird.

In Singapur hat Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn das aktuelle Konzept des Formel 1-Autos ab 2021 vorgestellt. Die Studie erntete zum Großteil positive Stimmen. Das Auto wirkt kompakter, moderner und harmonischer in seiner Linienführung als die 2018er Autos.

Zum ersten Mal arbeitet auch ein Designer den zehn Ingenieuren unter der Leitung von Pat Symonds zu. Brawn erklärt das Procedere: „Zuerst legen unsere Ingenieure einen Rahmen dessen fest, was technisch notwendig ist. Danach versucht der Designer auf dieser Basis die bestmögliche Optik zu entwerfen.“

Mit technisch notwendig meint Brawn: Die Autos müssen die Sicherheitsvorschriften der FIA erfüllen, sie dürfen nicht zu viel Speed, sprich Abtrieb verlieren, und sie müssen gute Rennen ermöglichen.

Das vorausfahrende Auto soll möglichst wenig verwirbelte Luft erzeugen, das Auto dahinter soll möglichst wenig darauf reagieren. Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe 2021 verringert sich bei dem neuen Konzept der Abtriebsverlust bei einem Abstand von 3 bis 4 Wagenlängen nicht mehr wie bisher um 50, sondern nur noch um 20 Prozent.

Ingenieure vs. Regelhüter

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Die Konstrukteure der Teams sind sich nicht so sicher, ob die Ziele eingehalten werden können. Force India-Technikchef Andy Green erinnert daran, dass schon einmal eine Studie Modell gestanden hat. „Red Bull hat vor ein paar Jahren mal einen Vorschlag gemacht, wie die Autos aussehen sollten. Davon sind wir heute meilenweit entfernt.“

Das Problem ist, dass die Zielsetzung der Formel-1-Drahtzieher eine andere ist als die der Konstrukteure der Autos. „Ich verstehe ja, dass alle mehr Überholmanöver wollen“, sagt Green. „Aber wir werden nie ein Auto bauen, dass perfekt im Verkehr ist. Wir bauen unser Auto unter der Annahme, dass wir vorne fahren.“

Green fürchtet, dass die Pläne der Regelhüter, ein Design in ein Reglement zu gießen, ins Leere laufen: „Es wird nie funktionieren, dass definierte Regelvorgaben zu einem gewünschten Design führen.“

Regeln verfehlen ihr Ziel

Und manchmal auch nicht zu dem beabsichtigten Ziel. Beispiel 2019. Green verspricht: „Das Reglement will, dass wir die schlechte Luft nicht mehr so extrem außen an den Rädern vorbei lenken. Es wird trotzdem so kommen. Weil es besser für den Abtrieb ist.“

Green versteht nicht, warum die FIA den Frontflügel von 1,80 auf 2,00 Meter verbreitert, wenn sie den so genannten „Outwash“ verhindern will. „Warum haben sie die Flügelbreite nicht auf 1,70 Meter limitiert? Dann wird es wirklich schwierig, die Luft noch außen um die Vorderräder herumzubekommen.“

Das würde allerdings auch den Abtrieb drastisch reduzieren und die Rundenzeiten verlangsamen. „Wen stört das?“ fragt Green zurück. „Beim ersten Rennen in Singapur 2008 war die Pole Position acht Sekunden langsamer als heute. Hat sich damals irgendjemand beschwert?“

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