Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2020 xpb
Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020
Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020
Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020
Mercedes-AMG GT R - Safety Car - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020 33 Bilder

Donnerstagscheck GP Spanien 2020

Hamilton feuert gegen Entscheidungsträger

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab. Sergio Perez hat seine Corona-Erkrankung überstanden, Sebastian Vettel ein neues Chassis, und die Fahrer bewerten das angedrohte Verbot des Qualifikationsmodus konträr. Hamilton sieht es als Anschlag auf die Überlegenheit der Mercedes.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. Die Fahrerlager-Tore bleiben für uns weiter geschlossen. In Barcelona findet der sechste Grand Prix des Jahres statt. Es ist aber erst die vierte Strecke im Kalender. Die Formel 1 kehrt auf die Strecke zurück, auf der man im Winter 36.485 Kilometer getestet hat. Da bereits hat Mercedes seine Überlegenheit angekündigt. Sie war auf eine Runde allerdings nicht ganz so krass wie zuletzt in Budapest und Silverstone gezeigt. Das sind die letzten News von den zehn Teams.

Mercedes

Kann Mercedes wieder stolpern? Barcelona erwartet 30 Grad Hitze. Das ist zumindest ein Faktor, unter dem die Silberpfeile nicht ihre normale Leistung abliefern. Pirelli liefert dafür wieder die drei härtesten Mischungen, und die Reifendrücke sind mit 23 PSI vorne und 20,5 PSI hinten im Vergleich zu Silverstone moderat. Lewis Hamilton gibt zu, dass Mercedes die Größe der Aufgabe in Silverstone in Bezug auf die Reifen unterschätzt hat. "Es war in dem Ausmaß nicht auf unserem Radar. Wir verstehen es jetzt besser. Das heißt nicht, dass es nicht wieder passieren kann."

Die erwarteten hohen Asphalttemperaturen können auch Barcelona zu einer Zitterpartie machen. "Wir kennen die Strecke zwar, und die Reifen sind die gleichen wie letztes Jahr. Aber in der Zwischenzeit sind die Autos auch schneller geworden. Deshalb müssen wir auch für hier die richtige Lösung finden."

Valtteri Bottas ist zuversichtlich, dass die Ingenieure den Fehler gefunden haben. "Sie haben uns eine umfangreiche Fehleranalyse präsentiert." Wie zu erwarten war, sind die Mercedes-Piloten nicht begeistert von der Ankündigung, dass der Qualifikationsmodus ab dem GP Belgien verboten werden soll. "Das ist keine Überraschung. Sie versuchen mal wieder, uns einzubremsen. Aber es wird ihnen nicht das Resultat bringen, dass sie sich wünschen", feuerte Hamilton Giftpfeile in die Richtung der Entscheidungsträger ab. Valtteri Bottas gibt zu bedenken: "Wenn wir alle nur noch mit einem Modus fahren dürfen, könnte das im Rennen weniger Überholmanöver bedeuten."

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020
xpb
Sebastian Vettel erhält für das sechste Rennen ein neues Chassis.

Ferrari

Sebastian Vettel bekommt ein neues Chassis. Sein altes wurde bei einem Ritt über einen Randstein beschädigt. Nach der Reparatur soll es später als Ersatzchassis dienen. Es ist auch eine letzte Maßnahme auszuschließen, dass irgendein Problem mit dem Auto Vettel in den letzten beiden Rennen unerklärlich viel Zeit auf Charles Leclerc gekostet hat. Chefdesigner Simone Resta spielte die Maßnahme herunter: "Es war eine logische Entscheidung, keine um das Auto schneller zu machen." Man kann dies auch als leichte Spitze gegen Vettel werten.

Der Deutsche dämpft zu große Erwartungen: "Die Zeit wird zeigen, ob es einen Unterschied ausmacht. Ich erwarte keine Wunder, hoffe nur auf eine Wochenende, das runder für mich läuft als die letzten beiden. Vertrauensverlust ist immer die Konsequenz von Gripverlust." Charles Leclerc fürchtet: "Barcelona wird schwieriger werden als Silverstone." Dann könnte Ferrari wieder einige Tricks brauchen, um besser abzuschneiden als es das Auto hergibt. Ein alternatives Setup, eine andere Strategie. Lediglich das Ergebnis im zweiten Silverstone-Rennen wurde auf der Basis des Speeds des Autos erzielt, resümiert Leclerc nach fünf Grand Prix. "Wir waren selbst überrascht, wie schnell das Auto war."

Red Bull

Max Verstappen will keine Prognosen für Barcelona abgeben: "Es ist ein neues Spiel. Viel wird davon abhängen, wie die Reifen halten, ob sie wieder Blasen werfen, wenn es heiß wird." Red Bull ist nach Einschätzung des Holländers nicht dramatisch viel besser geworden. "Wir hatten in Silverstone keine Blasen auf den Reifen, andere schon. Deshalb mussten die Mercedes langsamer fahren als normal. Das war das ganze Geheimnis. Sonst hat sich nichts geändert. Wir müssen in der Qualifikation besser werden und unser Paket schneller machen."

Verstappen begrüßt das Verbot des Qualifikationsmodus, wenn er tatsächlich in Kraft tritt: "Wir haben schon lange die Regeln, dass wir zwischen Training und Rennen das Auto nicht anfassen dürfen. Es würde Sinn machen, wenn wir das für den Motor anwenden."

Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 13. August 2020
xpb
Sergio Perez freut sich über die Rückkehr ins Cockpit.

Racing Point

Nico Hülkenberg hat auf Mallorca auf seinen Einsatzbefehl gewartet. Am Donnerstag erfuhr der Rheinländer, dass seine Dienste nicht mehr gebraucht werden. Sergio Perez wurde negativ getestet. Damit nimmt der Mexikaner nach zwei Rennen Pause wieder seinen Stammplatz ein. "Zum Glück hatte ich nur leichte Symptome. Zwei Tage Kopfweh und ein bisschen müde. Am schlimmsten war es zehn Tage in einem Zimmer eingesperrt zu sein. Trotzdem konnte ich auch weiter trainieren und bin einigermaßen fit, wieder in das Auto einzusteigen. Ich habe allerdings zwei Rennen ausgelassen, und das beste Training ist es, diese Autos zu fahren."

Die Gerüchte, dass Sebastian Vettel im nächsten Jahr seinen Platz einnehmen könnte, rauben Perez nicht den Schlaf: "Mir wird vom Team versichert, dass wir weiter zusammenarbeiten wollen. Meine Position im Team sieht stark aus. Deshalb habe ich mich jetzt auch um nichts anderes gekümmert."

Williams

Das zweite Silverstone-Rennen war für Williams das bislang härteste des Jahres. George Russell vermutet, dass der starke Wind und die Hitze dem Auto zugesetzt haben. "Deshalb war für mich der Aufstieg ins Q2 doppelt so viel wert. Leider habe ich alles, was ich am Samstag gewonnen habe, gleich beim Start wieder verspielt." Russell fürchtet, dass Barcelona nicht viel einfacher wird. Jeden Tag sind mehr als 30 Grad vorhergesagt. Der Engländer muss im ersten Freitagstraining zuschauen. Williams lässt Reservefahrer Roy Nissany ins Auto. Da zählt die Mitgift mehr als die Entwicklungsarbeit. Auf der positiven Seite notiert Russell: "Bis jetzt funktionieren alle Upgrades, die wir an die Strecke gebracht haben."

Renault

Chefingenieur Ciaron Pilbeam warnt, irgendwelche Schlüsse aus den Testfahrten im Februar zu ziehen. "Barcelona wird an diesem Wochenende eine ganz andere Rennstrecke sein. Anders auch als im Mai, wenn wir normalerweise das Rennen fahren. Die erwarteten hohen Temperaturen werden uns alle vor völlig neue Aufgaben stellen." Daniel Ricciardo hat keine Sorge mehr, das Q3 zu verpassen. "Da müssen wir schon gravierende Fehler machen. Es kann in Theorie überall für die Top 5 reichen, auf einigen Strecken mehr, auf anderen weniger."

Beide Renault-Fahrer wurden von den News überrascht, dass ab dem GP Belgien der Qualifikationsmodus verschwinden soll. Esteban Ocon würde die Jagd nach der schnellsten Runde am absoluten Limit vermissen. "Die Qualifikation sollte weiter der puristische Versuch bleiben, alles aus dem Auto in seinen maximalen Einstellungen rauszuholen. Einfach Gas geben ohne Kompromisse. Wir müssen im Rennen genug nachdenken."

Alpha Tauri

Pierre Gasly trauert immer noch verlorenen Punkten in Silverstone nach. Von Platz 7 zu starten und auf Rang 11 ins Ziel zu kommen, ist eine Enttäuschung. "Wir hätten nicht so früh an die Box kommen dürfen. Es war ein Fehler, Albon zu folgen. Er war nicht unser Gegner." Positive Erkenntnis: "Wir schaffen es immer öfter, das Maximum aus unserem Auto rauszuholen." Auch Danill Kvyat ist zufrieden: "Wir haben Schritt für Schritt das richtige Setiup gefunden. Ich fühle mich jetzt viel wohler im Auto, auf eine Runde oder auf den Longruns."

Haas

Für Romain Grosjean lief das letze Rennen in Silverstone so gut, wie es einem Haas laufen kann. Kevin Magnussen rätselt immer noch, warum bei ihm gar nichts funktioniert hat "Wir haben in den letzten vier Tagen noch keine Antworten gefunden, nur ein paar Teile getauscht. Das ganze Wochenende war ein Kampf für mich."

Der Däne musste das Rennen aufgeben, weil er keine Reifen mehr hatte. "Ich hatte so viele Blasen auf den Reifen, dass es auf der Hälfte des Reifens die Lauffläche abgezogen hat." Traditionell sind die Haas in Barcelona immer stark. Grosjean glaubt aber nicht, dass damit plötzlich alle Probleme gelöst sind. "Es wird heiß werden, und da ist unser Auto nicht so gut. Außerdem sind wir am Samstag immer noch zu langsam." Die HaasF1-Piloten notieren deshalb zufrieden, dass ab dem GP Belgien der Qualifikationsmodus der Motoren verboten werden soll. Das wird hauptsächlich den Mercedes-Teams schaden. "Für uns ändert sich nichts. Wir haben keinen Quali-Modus", bleibt Teamchef Guenther Steiner gelassen.

Lando Norris - McLaren - GP 70 Jahre F1 - Silverstone
xpb
Die McLaren-Piloten hoffen in Spanien auf ein besseres Rennwochenende als zuletzt in Silverstone.

McLaren

Carlos Sainz ist vom Saisonauftakt enttäuscht. Der Spanier steht mit 15 Punkten auf Platz 11 in der Tabelle, könnte aber schon deutlich mehr WM-Zähler auf seinem Konto haben. Drei Mal bereits verlor Sainz bessere Platzierungen in der Boxengasse. Es gibt nicht den einen Punkt, den McLaren verbessern könnte. "In Österreich war es ein menschlicher Fehler, in Ungarn Pech mit dem Timing und in Silverstone letzte Woche ein Defekt an einem Schlagschrauber. Wir müssen das Problem in allen Disziplinen lösen."

Teamchef Andreas Seidl erwartet, dass auch in Spanien Reifenmanagement die wichtigste Aufgabe wird: "Diesmal wird die Hitze die Reifen an ihre Grenzen bringen." Lando Norris erinnert an letztes Wochenende: "Wir haben nicht das aus dem Auto geholt, was in ihm steckt." Gelöst werden muss noch ein Problem, das in Silverstone Sainz gebremst hat. Wegen Kühlproblemen musste McLaren die Verkleidung des MCL35 mit der Startnummer 55 mehr öffnen als beim Schwesterauto. "Wir werden erst auf der Strecke am Freitag rausfinden, ob wir die Sache im Griff haben", berichtete Sainz.

Alfa Romeo

Teamchef Frédéric Vasseur baut schon einmal vor: "Wir können in so kurzer Zeit keine Wunder erwarten." Mit anderen Worten. Das Team rechnet wieder mit Plätzen am Ende der Startaufstellung und hofft auf einen besseren Sonntag. Die Hoffnung liegt in einem Hitzerennen, das den Gegnern vielleicht mehr schadet als einem selbst.

Antonio Giovinazzi ist der einzige Fahrer, der bis jetzt bei jedem Rennen in der ersten Runde Positionen gewonnen hat. "Das ist, wenn du so weit hinten stehst wie wir, nicht so schwierig wie für andere", relativiert der Italiener. Er gibt aber zu: "Ich schaue mir jeden Abend vor dem Rennen die Startrunde vom Vorjahr an." Was ist schief gelaufen, dass Alfa Romeo hinten steht? "Ich denke mal irgendetwas im Design. Wir haben zu wenig Abtrieb, und der ist auch noch ineffizient", brachte es Kimi Räikkönen auf einen Nenner. Giovinazzi glaubt: "Die Balance ist gut, uns fehlt nur Speed. Ein paar Zehntel, und schon wäre unser Leben leichter, weil dann auch das Team mehr Motivation bekommt."

Mehr zum Thema GP Spanien (Formel 1)
Charles Leclerc - Ferrari - Sergio Perez - Racing Point - GP Ungarn 2020
Aktuell
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Spanien 2020 - Barcelona
Aktuell
Charles Leclerc - Ferrari - GP Spanien 2020 - Barcelona
Aktuell