F1-Donnerstags-Check GP Belgien 2018

Vettel glaubt weiter an Titelchance

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Belgien - Donnerstag - 23.8.2018 Foto: sutton-images.com 102 Bilder

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Ferrari und Mercedes starten mit neuen Motoren. Force India schwebt zwischen Himmel und Hölle, und vier Fahrer erklären ihren Teamwechsel.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes mit neuen Motoren

Die offizielle Version lautet: Wir entscheiden am Freitagmorgen über den Einsatz des Spec3-Motors. Wir hören: Alles spricht für das Debüt der Antwort von Mercedes auf die Ferrari-Offensive. Der Einsatz der Ausbaustufe verbannt Valtteri Bottas in die letzte Startreihe. Doch irgendwann wäre das sowieso passiert. Besser in Spa, wo man überholen kann. Lewis Hamilton hat 2016 gezeigt, dass man auch aus der letzten Reihe aufs Podium fahren kann.

Valtteri Bottas - GP Österreich 2018 Neue Motoren bei Ferrari & Mercedes Bottas & Hülk aus letzter Reihe

Der Silberpfeil von Bottas stand am Donnerstag schon mit einem Heckflügel für wenig Abtrieb in der Garage. Das spricht dafür, dass Bottas mit einer Aufholjagd rechnet. Die Version am Hamiltons Auto ist auf mehr Anpressdruck getrimmt. Außerdem wurde der Frontflügel gesehen, den Mercedes beim Budapest-Test ausprobiert hat. Der WM-Spitzenreiter fordert: „Wir müssen hier und in Monza gut sein. Dann kommt mit Singapur unsere schwächste Strecke.“

Ferrari mit neuem Heckflügel

Die Kunden haben den neuen Motor in Ungarn erfolgreich getestet. Wir hören, dass sie besonders vom Quali-Modus beeindruckt waren. Der kam nur nicht so zur Geltung, weil das Abschlusstraining im Regen stattfand. Das ist eine Kampfansage an Mercedes. Auch die Chassis-Ingenieure waren nicht untätig. Ferrari probiert am Freitag einen neuen Heckflügel aus. Sebastian Vettel geht mit 25 Punkten Rückstand in die zweite Saisonhälfte. Trotzdem kein Grund, an seinen Chancen im Titelkampf zu zweifeln: „Wenn wir den Speed haben wie in den letzten Rennen, können wir es schaffen. Wir müssen nur unsere Chancen nutzen.“ Ob ihn die Fehler noch schmerzen? Vettel hat sie abgehakt: „Ich kann die Sachskurve leider nicht noch mal anbremsen. Es bringt nichts, sich jetzt noch darüber den Kopf zu zerbrechen.“

Red Bull und der Ricciardo-Wechsel

Für einmal stand die Technik im Hintergrund. Natürlich musste Daniel Ricciardo seinen überraschenden Transfer zu Renault erklären. Der Australier gab zu, dass es die härteste Entscheidung seiner Karriere war: „Bis zum GP Ungarn war ich noch unentschlossen. Nach dem Testtag am Dienstag habe ich mit mir selbst reinen Tisch gemacht. Es waren zwei schlaflose Nächte, bis ich meine Entscheidung getroffen habe.“

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Ricciardo machte klar, dass es keine Schlüsselfaktoren für seinen Transfer gab. Also kein Misstrauen in den Honda-Motor oder gar Frust darüber, dass Max Verstappen die gefühlte Nummer 1 bei Red Bull ist: „Es ist nicht so, dass ich mich nicht geliebt gefühlt hätte. Am Ende hat das Gefühl entschieden. Ich wollte einfach einen Tapetenwechsel. Irgendwie war meine Zeit bei Red Bull zu sehr Routine geworden. Ich bin zu lange in das gleiche Büro gegangen und suche jetzt eine neue Herausforderung. Renault wird nicht in Melbourne 2019 gewinnen, aber das, was mir das Team gezeigt hat, gibt mir das Gefühl, dass sie diesen Prozess so kurz wie möglich halten wollen.“ Jetzt zur Technik: Die Autos sind jetzt mit Spiegeln nach Ferrari-Vorbild ausgerüstet. Wie im Vorjahr probiert es Red Bull wieder mit Monza-Flügeln. Neuer Sprit soll die Power auf das Niveau des Werksteams bringen. Publikumsliebling Max Verstappen schraubt seine Hoffnungen trotzdem herunter: „Wir brauchen etwas mehr als nur neues Benzin, um Ferrari und Mercedes zu schlagen. Vielleicht sind wir ein bisschen näher dran.“

Force India fährt

Force India wird beim GP Belgien auf jeden Fall antreten. Notfalls mit einer Ausnahmegenehmigung. Die soll Formel 1-Chef Chase Carey Zeit geben, alle Unterschriften einzusammeln, die Force India den Weiterbestand sichern würden. Der Deal ist: Force India beginnt in Spa mit null Punkten und bekommt 2019 das Preisgeld für den Platz, den das Team dann noch erreicht. Im Prinzip stimmen alle Teams zu. Es geht nur noch um die Frage, wer von der Zurückstufung von Force India profitiert. Gewisse Teams wollen verhindern, dass nur ein Team der Gewinner ist. Im Moment wäre das McLaren.

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Die Differenz zwischen dem augenblicklichen 6. Platz von Force India und dem Rang, den das Team am Ende erreicht, solle zu gleichen Teilen auf alle anderen Rennställe verteilt werden. Sergio Perez atmet auf: „Ich freue mich, dass nach all den Turbulenzen wieder business as usual angesagt ist.“ Ein Opfer des Team-Transfers zu Lawrence Stroll und dessen Geschäftsfreunden könnte Esteban Ocon sein. Der Franzose macht sich aber keine Sorgen: „Ich habe volles Vertrauen in mein Management.“ Auf die Frage, ob McLaren eine seiner Optionen sein könnte, antwortete Ocon mit einer Gegenfrage: „Warum nicht?“

Williams hofft auf Besserung

Williams erhofft sich eine bessere zweite Saisonhälfte. Der neue Frontflügel, der vor der Sommerpause debütierte, war ein deutlicher Fortschritt. Jetzt sollen weitere Teile folgen. Einen neuen Heckflügel haben wir schon entdeckt. Lance Stroll wollte die jüngsten Entwicklungen rund um die Übernahme von Force India durch seinen Vater nicht kommentieren. „Im Moment fahre ich Williams, aber ich weiß nicht, was ich in der Zukunft mache. Mal sehen, was mein Vater mit mir vorhat.“

Renault mit Upgrades

Nico Hülkenberg und Carlos Sainz müssen sich noch gedulden, bis Renault den C-Motor zum ersten Mal einsetzt. „Vielleicht in Monza, vielleicht ein Rennen später“, erklärte Teamchef Cyril Abiteboul. Der C-Motor soll vor allem im Qualifikationstrim mehr Leistung mobilisieren. Hülkenberg bekommt trotzdem einen frische Satz der Antriebseinheit, Ausbaustufe B. Damit startet er wie Bottas von hinten. Die Aerodynamiker versprechen sich von einem neuen Unterboden und modifizierten Bremsbelüftungen einen deutlichen Fortschritt. Der Boden soll besser mit dem Frontflügel arbeiten, der vor der Sommerpause debütierte.

Toro Rosso wird zum B-Team

Toro Rosso wird nächstes Jahr das B-Team von Red Bull. Man wird das Reglement so ausnutzen wie es Ferrari und HaasF1 tun. Pierre Gasly kam nach seiner Beförderung zu Red Bull aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. „Ich werde nächstes Jahr ein Auto haben, mit dem ich um Podiums und Siege fahren kann. Es ist auch ein großer Druck für mich, doch damit muss ich umgehen können. Mein Ziel war es immer, der Beste zu sein. Also muss ich auch die Besten schlagen, und Max Verstappen zählt sich dazu.“

HaasF1 erwartet gutes Ergebnis

HaasF1-Teamchef Guenther Steiner erwartet von Spa und Monza gute Resultate: „Die Strecken sollten uns gut liegen.“ HaasF1 bringt einen neuen Heckflügel mit nach Spa. Der neue Ferrari-Motor ist eine Bombe, gut für die Power-Strecken Spa und Monza. Romain Grosjean muss um sein Cockpit fürchten. Wenn Kimi Räikkönen bei Ferrari bleibt, würde Charles Leclerc zu HaasF1 wechseln. An die Stelle von Grosjean. Hat der Franzose einen Plan B? Ehrliche Antwort: „Nein“.

McLaren und die Fahrer

Alles drehte sich um den Rücktritt von Fernando Alonso und die Neuverpflichtung von Carlos Sainz. Alonso stellte noch einmal klar, dass es kein Abschied für immer ist: „Meine Entscheidung stand seit zwei Monaten fest. Ich verabschiede mich aber nicht von dem Sport, suche nur neue Herausforderungen, die mir die Formel 1 zur Zeit nicht bieten kann. Die Dinge können sich aber schnell ändern. Deshalb lasse ich mir alle Türen offen.“

Carlos Sainz blitzte bei Renault und Red Bull ab und redete sich trotzdem die Welt schön: „Du kannst nicht unzufrieden sein, wenn du bei einem Team wie McLaren fahren kannst.“ Der Spanier ließ bei der Gelegenheit durchblicken, dass er für die nächsten zwei Jahre bei McLaren unterschrieben hat. Stoffel Vandoorne steht für 2019 erst einmal auf der Straße. Vielleicht schon ab Monza, wo ihn Esteban Ocon ersetzen könnte. „Ich konzentriere mich erst einmal auf mein Heimrennen“, wiegelte der Belgier ab. Dann schiebt Vandoorne hinterher: „Ich war die ganze Saison nahe an Alonso dran. Deshalb habe ich keine Zweifel daran, dass ich in Monza fahre.“

Sauber unermüdlich

Sauber arbeitet weiter am Auto. Der Unterboden wurde am vorderen Ende modifiziert. Aus dem Chassis wachsen zwei neue Flügel. Später in der Saison soll noch ein Leichtgewicht-Chassis hinzukommen.

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