F1-Donnerstagscheck GP Brasilien 2018

Hamilton trotz Titel unter Druck

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2018 Foto: xpb 80 Bilder

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Daniel Ricciardo droht eine weitere Motorenstrafe, Mercedes hat sein Reifenproblem analysiert und Toro Rosso sagt Sauber den Kampf um Platz 8 an.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Mercedes hat die Reifenprobleme von Mexiko geklärt. Es handelte sich um so genanntes „kaltes Körnen“. Die Reifen kamen einfach nie auf Temperatur, weil der maximale Abtrieb in der Höhe von Mexiko nur noch Monza-Anpressdruck entspricht. Das reichte für eine schnelle Runde, aber nicht für das Aufheizen der Reifen im gemäßigteren Renntempo. Dabei haben die zwei VSC-Phasen das Problem noch verschärft. Für Lewis Hamilton waren es zwei Niederlagen zu viel. Er spricht von „schockierenden Erlebnissen“, bei den letzten beiden Grand Prix chancenlos gewesen zu sein. „Ich spüre trotz meines WM-Titels genügend Druck. Und unter Druck bringe ich meine besten Leistungen.“ Hamilton hat mit Interlagos noch eine andere Rechnung offen. Der fünffache Weltmeister hat auf dieser Strecke erst ein Mal gewonnen. 2016 im Regen. „Das würde ich gerne ändern.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2018 Konstrukteurs-Titel hat Priorität Keine Geschenke an Bottas

Ferrari

Ferrrari wird den Unterboden mit den vertikalen Finnen ein drittes Mal nach Austin und Mexiko ausprobieren. Auch in Hinblick auf die nächste Saison. Der Kurs in Sao Paulo passt mit seiner Anforderung für mittleren Abtrieb perfekt in das Profil des Ferrari SF71H. Die aerodynamische Effizienz ist für Strecken wie Interlagos maßgeschneidert. Das hofft auch Sebastian Vettel. “Wir sollten einigermaßen konkurrenzfähig sein. Die Konstrukteurs-WM offenzuhalten ist unser Hauptziel. Wir konzentrieren uns darauf, mit beiden Autos vor den Mercedes zu landen.„ Die WM-Niederlage nagt immer noch an dem Heppenheimer: “Die Saison ist noch nicht zu Ende. Es sind noch zwei Rennen. Danach werden wir diese Saison analysieren.„ Es werde im Winter vermutlich einige Momente geben, an denen man sich schmerzlich daran erinnert, an welchen Punkten in der Saison das Titelrennen verloren ging. Das bittere daran: Es gibt keine Garantie, dass Ferrari im nächsten Jahr noch einmal ein so gutes Auto gelingt.

Red Bull

Max Verstappen glaubt nicht, dass er seinen Sieg von Mexiko in Brasilien wiederholen kann: “Die Strecke hat zu wenig Kurven, um den Verlust auf der langen Geraden wettzumachen. Wir rechnen mit den Plätzen 5 und 6.„ Daniel Ricciardo bekämpfte seinen Frust über die jüngsten Ausfälle in Los Angeles. “Am Montag war der Ausfall von Mexiko schon wieder vergessen. Austin war schlimmer. Ich hoffe, die Pechsträhne hört Ende des Jahres auf und greift nicht auf Renault über.„ Der Kupplungsschaden von Mexiko könnte ihn teuer zu stehen kommen. Dabei hat auch der Turbolader etwas abgekriegt. Das riecht nach einer weiteren Motorenstrafe.

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Brasilien 2018 Startplatzstrafe für Ricciardo Red Bull glaubt nicht an Siegchance

Force India

Sergio Perez weiß jetzt, was ihn den 7.Platz in Mexiko gekostet hat. Ein Dichtring im Bremssattel gab nach. “Unsere Taktik von hinten mit den härteren Reifen loszufahren, war richtig„, blickt der Mexikaner zurück. Jetzt geht es für Force India darum, McLaren noch vom 6. Platz zu stoßen. “Das wird nicht einfach bei 13 Punkten Rückstand. Dafür brauchen wir zwei perfekte Rennen.„ Perez richtet schon seinen Fokus auf 2019: “Ich erwarte für nächstes Jahr großartige Dinge. Endlich müssen wir nicht mehr bangen, ob es uns am Ende der Saison noch gibt. Ich erwarte vom ersten Tag an ein starkes Auto. 2019 kann Force India endlich zeigen, was in dem Team steckt.„

Williams

An diesem Wochenende soll sich das Schicksal von Robert Kubica entscheiden. Der Pole hat gute Chancen auf das zweite Cockpit, weil Claire Williams keine Sponsoren findet, die den Transfer von Esteban Ocon finanzieren. Lance Stroll will über seine Zukunft nicht reden, obwohl jeder weiß, dass er bei Force India landen wird. Dafür blickt er kritisch auf sein zweites Formel 1-Jahr zurück: “Es war ein Überlebenskampf. Meistens sind wir schon im Q1 rausgeflogen. Ich hatte oft gute Starts, wurde dann aber im Rennen fast immer nach hinten durchgereicht. Wir haben das Auto seit Saisonbeginn kaum weiterentwickelt. Sauber hat es geschafft, und die sind am Anfang der Saison noch auf unserem Niveau gefahren.„

Renault

Renault testet am Freitag wieder für nächstes Jahr. Am Unterboden rund um die Hinterräder werden kleine Neuentwicklungen probiert. Außerdem wurde die Ölkühlung verbessert. Das soll helfen, die Verkleidung noch mehr zu schließen. Nico Hülkenberg fürchtet, dass sich Renault in Brasilien wieder schwerer tun wird als bei den letzten beiden Rennen. “Vom Gefühl her wird es hier schwieriger. Es gubt für uns hier zu viele schnelle und flüssige Kurven. Wir brauchen richtige Haken und Ecken, so zwischen 80 und 120 km/h schnell, um das Maximum aus unseren Paket rauszuholen.„

Toro Rosso

Honda ist zurück mit dem Spec 3-Motor. Und diesmal ganz ohne Motorstrafen. “In Mexiko haben wir gemerkt, wie groß der Schritt wirklich ist. Wir sind den Spec 2-Motor gefahren und haben die letzte Entwicklung wirklich vermisst„, erzählt Brendon Hartley. Pierre Gasly ist froh, dass er diesmal nicht von hinten starten muss, auch wenn er sich nicht beklagt: “Die Opfer, die ich dieses Jahr bringen musste, werden sich nächstes Jahr für mich auszahlen. Es war wichtig für Honda, in diesem Jahr so viel wie möglich noch zu lernen.„ In Brasilien dagegen muss Toro Rosso mit beiden Autos punkten, wenn man im Kampf um Platz 8 ein Wort mitreden will. “Wenn wir Sauber noch vom 8. Platz stoßen wollen, brauchen wir gute Startplätze. Die sind seit Sommer in der Lage, praktisch regelmäßig ins Q3 zu fahren.„ Gasly ist optimistisch, dass Toro Rosso den Kampf mit den Sauber aufnehmen kann. “Wir haben wir wieder den Spec 3-Motor von Honda. Und beide Autos sind mit dem neuen Aero-Paket ausgerüstet, was uns vor allem in langsamen Kurven einen Vorteil bringt. Das sollten wir im zweiten Sektor spüren.„

HaasF1

HaasF1 hatte in Mexiko das gleiche Problem wie Mercedes. Die Reifen waren zu kalt. Einsatzleiter Ayao Komatsu erklärt: “Unser Auto hat für diesen Typ Strecke nicht genug Abtrieb, auch weil wir für die Kühlung die Verkleidung zu stark aufmachen mussten. Außerdem sind die engen Kurven nicht unser Revier. Deshalb haben wir die Reifen nicht in ihr Fenster gebracht.„ Teamchef Guenther Steiner: “Interlagos ist eine Strecke, die uns besser liegen wird.„

Fernando Alonso - McLaren - GP Brasilien - Interlagos - Formel 1 - Donnerstag - 8.11.2018 Fernando Alonsos Abrechnung Trotz Autoproblemen gute Saison

McLaren

Fernando Alonso sieht beim GP Brasilien seine letzte realistische Chancen, Punkte zu machen. “Wir werden in der Qualifikation wegen der langen Gerade leiden und es auch nicht wie letztes Jahr in die Top Ten schaffen. Aber wenn ich mich in einer vernünftigen Position qualifizieren kann, dann sind Punkte möglich. Die letzten zwei Rennen haben gezeigt, dass wir im Rennen immer in der Lage sind, Positionen gutzumachen. Ich habe in Austin einen 8. Platz und in Mexiko einen 7. Platz verloren. In Abu Dhabi wird es von der Streckencharakteristik her schwerer für uns.„ Stoffel Vandoorne hat bereits seine Formel E-Saison 2019 im Auge, ohne dabei die Hoffnung aufzugeben, irgendwann doch wieder in der Formel 1 zu landen: “Der Fahrermarkt hat in diesem Sommer verrückt gespielt, und ich war ein Opfer davon. Das kann wieder passieren, und vielleicht bin ich dann der Profiteur.„

Sauber

Interlagos war für Sauber immer ein guter Ort. Der Schweizer Rennstall will die Gelegenheit wahrnehmen, seinen 8. Platz in der Konstrukteurs-WM auszubauen. Marcus Ericsson sieht keinen Grund, warum er nicht zum dritten Mal in Folge punkten soll. “Wir haben jetzt ein Auto, mit dem wir überall um Punkte kämpfen können.„ Der Schwede bastelt auch schon an seiner Zukunft. Letzte Woche traf er zum ersten Mal das Schmidt-Peterson Team, mit dem er 2019 in der IndyCar-Serie antritt. Am meisten freut sich Ericsson an der Tatsache, dass in den USA alle Autos gleich sind. “In der Formel 1 bin ich nie in Autos gesessen, mit denen man gewinnen kann. Das ist hart, wenn man in den Junior-Kategorien Rennen gewonnen hat. Darauf freue ich mich am meisten. Endlich auch mal wieder um Siege mitfahren.„ Charles Leclerc freut sich auf das Duell mit Toro Rosso um Platz 8. “Sie werden ein härterer Gegner sein als in Mexiko, weil sie wieder den stärkeren Motor im Auto haben. Wir aber haben genug Selbstvertrauen, dass wir dagegenhalten können.„

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